Madame Mallory und der Duft von Curry – Französische oder indische Küche in Süd-Frankreich

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Das Rezept fí¼r ein Omelette - Hassan bittet Madame Mallory nach seiner Anleitung ein Omelette zu erstellen. © Constantin Film Verleih GmbH

Die Familie Kadam hatte in Mumbai ein beliebtes Restaurant, in dem vor allem die Mutter als Köchin wahre Wunder vollbrachte. Sohn Hassan ist vom Geruch und Geschmack der Zutaten fasziniert und wird von der Mutter schon früh beim Kochen angeleitet.

Bei einem Angriff durch hinduistische Fanatiker wurde das Restaurant zerstört, dabei kam die Mutter durch ein Feuer ums Leben. Die restliche Familie bestehend aus dem Familienoberhaupt "Papa" (Om Puri) und den Söhnen Hassan (Manish Dayal), Mansur, Mukhtar und den Töchtern Mahira und Aisha verließ Indien und lebte ein Jahr in der Einflug-Schneiße des Flughafens Heathrow. Dann entschied Papa, dass die Familie auf dem Kontinent ein neues Lokal eröffnen sollte. Nach einigen Umwegen und einem Auto-Unfall landen sie in dem idyllischen Dörfchen Saint-Antonin-Noble-Val im Süden Frankreichs. Papa entdeckt ein zum Verkauf stehendes Haus – ein ehemaliges Restaurant und entscheidet – gegen den Willen der restlichen Familie -, dies sei genau der richtige Ort, um ein indisches Restaurant zu eröffnen.

Die vorherigen Besitzer mussten schließen, da genau gegenüber – 100 Fuß entfernt – das "Le Saule Pleureur" liegt, ein mit einem Michelin Stern ausgezeichneten französischen Restaurant. Dessen Chefin ist Madame Mallory (Helen Mirren).

Auch wenn das neu eröffnete "Maison Mumbai" Madame Mallory ein Dorn im Auge ist, erscheint sie zur Eröffnung. Allerdings streiten sie und Papa sich regelmäßig vor dem örtlichen Bürgermeister (der übrigens von der indischen Küche begeistert ist) – zu laut, zu große Schilder, zu viel Musik…..

Sohn Hassan ist der der französischen Küche gegenüber aufgeschlossener, besonders da er der Sous Chefin Marguerite (Charlotte Le Bon) näher kommen möchte. Als der erbitterte Kleinkrieg mit migranten-feindlichen Schmierereien und einem Brand im Maison Mumbai ihren Höhepunkt erreicht, sorgt Hassan dafür, dass der Kleinkrieg beendet wird – er bittet Madame Mallory nach seiner Anleitung ein Omelette zu machen und bei ihr in die Lehre gehen zu können (Sohn Muktar muss nun gezwungenermaßen zusammen mit Tochter Mahira das Kochen im Maison Mumbai übernehmen).

Das Rezept für ein Omelette - Hassan bittet Madame Mallory nach seiner Anleitung ein Omelette zu erstellen. © Constantin Film Verleih GmbHHassan’s Kochkünste sprechen sich herum und das Le Saule Pleureur erhält seinen zweiten Michelin Stern. Hassan geht nach Paris und wird ein bekannter Koch, der auch noch seinen dritten Stern erhält.

Allerdings befriedigt ihn das Kochen der Molekular-Küche in einer sterilen Umgebung nicht auf Dauer und er beschließt, wieder nach Saint-Antonin-Noble-Val zurückzukehren und dort zusammen mit Marguerite das Le Saule Pleureur zu übernehmen und wieder an die traditionelle französische Küche anzuknüpfen.

Regisseur des Filmes ist Lasse Hallström, der schon öfter Erfahrung mit dem Inszenieren von kulinarischen Spezialitäten sammeln konnte. So führte er bei Chocolat (2000) in die Schokoladen-Fabrikation ein, und in Gottes Werk und Teufels Beitrag (1999) sowie in Lachsfischen im Jemen (2011) unterwies er die Zuschauer im fachgerechten Beschaffen von Äpfeln, Hummer und Lachsen.

Damit die im Film gezeigten Speisen der Wirklichkeit entsprechen, hatte Juliet Blake, die den Film zusammen mit Steven Spielberg und Oprah Winfrey produziert hat, den in Indien geborenen Küchenchef Floyd Cardoz engagiert, der Erfahrungen damit hatte, zwei Kochkulturen zusammen zu bringen.

Filme über das Kochen und Küchenchefs haben seit Jahren Hochkonjunktur, z.B. Babettes Fest (1987), Bella Martha (2001), Zimt und Koriander (2005), Ratatouille (2007), Ein Rezept zum Verlieben (2007), Julie und Julia (2009), Love’s Kitchen – Ein Dessert zum Verlieben (2011), Kochen ist Chefsache (2012) oder Chef (2014, noch ohne deutschen Starttermin).

In diesem Film wird aber nicht nur das Kochen sondern auch kulturellen Unterschiede zwischen der indischen Großfamilie und ihrer Lebensform und der zurückhaltenden europäischen Lebensart, die Madame Mallory verkörpert, dargestellt. Damit unterscheidet sich dieser Film von den vorgenannten. Da die Unterschiede nie aufgesetzt vorgestellt werden und es am Ende natürlich zu einer Integration kommt, macht der Film Spaß und ist als leichte Kost unbedingt zu empfehlen.

* * *

Madame Mallory und der Duft von Curry (USA, 2014)
OT: The Hundred-Foot Journey
Genre: Tragikomödie
Filmlänge: 117 Minuten
Regisseur: Lasse Halström
Drehbuch: Steven Knight nach dem Roman von Richard C. Morais (Madame Mallory und der kleine indische Küchenchef)
Darsteller: Helen Mirren, Om Puri, Manish Dayal, Charlotte Le Bon u.a.
Verleih: Constantin
FSK: ab 0 Jahren
Kinostart: 21. August 2014

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