Krieg in Syrien und im Irak – Dschihad-Kämpfer erobern Falludscha

Nach dem Ende der Lügenoffensive der USA und dem Beginn der von einigen auch "Zweiten Irakkriegs" oder "Dritten Golfkriegs" genannten Bombardierungen von Bagdad am 20. März 2003 und der anschließenden Invasion der Streitkräfte der USA folgte auf diesen weiteren völkerrechtswidriger Krieg der US-Amerikaner ein bis heute währendes Desaster.

Nach dem Motto "Teile und Herrsche" wurde die Regionalmacht Irak unter Saddam Hussein in einen kurdischen Teil, der weitgehend autonom ist, und einen von Schiiten kontrollierten Teil gespalten. Über diesen "regiert" die USA Marionette Nuri Al-Maliki, die meist Ministerpräsident genannt wird und derzeit seine zweite Amtszeit verlebt. Andere kämpfen.

Zum Beispiel eine Al-Kaida nahestehende Dschihadisten-Gruppe, die einem Agenturbericht zufolge die Stadt Falludscha im Zentralirak besetzt. Falludscha steht unter Kontrolle der Gruppe „Islamischer Staat im Irak und der Levante“, bestätigte ein Behördensprecher gegenüber AFP. „Islamischer Staat im Irak und der Levante“ bzw. "Islamischer Staat im Irak und Syrien" und deshalb kurz ISIS genannt, ist eine dschihadistische Gruppe, die mit dem internationalen Terrornetzwerk Al-Kaida verbunden ist.

Die von den Arabern "Daasch" genannte Truppe wolle, so Karin Leukefeld in der Tageszeitung "junge Welt", "ein ‚Islamisches Kalifat‘ vom Mittelmeer bis Anbar errichten, was von der Mehrheit der Iraker und auch der Syrer abgelehnt" werde. Leukefeld weiter: "Enttäuschung und Zorn der westirakischen Stämme von Ramadi und Falludscha über die Politik von Ministerpräsident Nuri Al-Maliki spielt ihnen dabei in die Hände."

Raniha Saloum schreibt in "Spiegel-Online": "Die ISIS-Kämpfer patrouillieren in den Straßen (von Falludscha, d. Red.) in schwarzen Uniformen und Masken, die ihre Gesichter verhüllen." Doch die Gotteskrieger der ISIS kontrollieren nicht nur Falludscha, im Grenzgebiet beider Länder, im Irak und in Syrien herrschen sie über "mehrere Städte"

Das irakische Außenministerium hatte bereits am 2. Januar bekannt gegeben, dass Islamisten die Kontrolle über mehrere Stadtteile von Falludscha übernommen hätten. Falludscha, rund 60 km westlich von der Hauptstadt Bagdad, war während des Irak-Krieges Schauplatz heftiger Kämpfe zwischen US-Truppen und Rebellen. Gegenwärtig leben dort rund 300.000 Menschen, größtenteils Sunniten. Im Irak sind die Sunniten eine Minderheit, hatten jedoch im Staatsapparat unter Saddam die entscheidenden Positionen inne, regierten quasi über die Mehrheit der Schiiten.

Für die Sunniten, die auch die Mehrheit in der Baath-Partei, genauer der Arabsich Sozialistischen Baath Partei, stellten, obwohl sie ein nationalistisch-laizistisches Programm hatte und die wichtigsten Fraktionen der Partei höchstens einen islam-sozialistischen "Dritten Weg" wollte, scheinen diese Gotteskrieger aktuell als das kleinere Übel anzusehen, obwohl Baschar al-Assad der Vorsitzende der Baath-Partei in Syrien ist wie Saddam Hussein als Generalsekretät der Baath-Partie im Irak ab 1989 bis zum Irakkrieg 2003. Daher wundert es wenig, das in den Provinzen Ninive und Anbar die Zentralregierung in Bagdad, die Marionette Maliki wenig zu sagen hat. Tal Afar, Haditha, Al Kaim, Rutba und Ramadi sind ebenfalls in der Hand der ISIS, der Daasch, die in Syrien Al Majadin, Deir Essor, Madan, Rakka, Saluk, Tal Abiad, Dscharablus, Asas, Manbidsch, Sarakeb, Al-Dana und zum Teil Aleppo kontrolliert.

Die Situation im Irak ist nach der Besatzung durch die USA, GB u.a. von 2003 bis nach dem Abzug der ausländischen Truppen 2011 nicht besser, die Bevölkerung nicht befriedet. Im Gegenteil. Täglich werden Tote und Verletzte gemeldet. Der Krieg tobt, die Konfrontation zwischen den größten moslemischen Gemeinden – den Sunniten und den Schiiten – nimmt zu. Die USA mischen über Maliki im Irak und über ihre Söldner in Syrien mit. GB und auch das finanziell klamme Frankreichen, das sich vor allem im Libanon aufs Elendigste engagieren und gewisse Kräfte aufrüsten will (Weltexpress berichtete), gießen ebenfalls Öl ins Feuer. Vom Mittelmeer bis an Euphrat und Tigris herrscht Gewalt. Die gesamte Region brennt in der Fläche.

Mit Material von AFP, junge Welt, RIA Novosti und Spiegel-Online

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