Kabul statt Berlin – Jürgen Todenhöfer rettet eine Familie aus Afghanistan

Auszug aus einem Screenshot vom 25.9.2021, 15:21 Uhr vom Kanal Jürgen Todenhöfer im Fratzebuch genannten Facebook.

Berlin, Deutschland (Weltexpress). Über Jürgen Todenhöfer, der als Vorsitzender der Partei Team Todenhöfer und Publizist bekannt ist, der allerdings auch Vorstandsmitglied des Burda-Konzerns und Bundestagsabgeordneter der CDU war, wurde schon viel geredet und geschrieben, auch im WELTEXPRESS. Doch eines kann man bei aller Kritik nicht von der Hand weisen, nämlich daß der Mann zu seinem Wort steht.

Auf dem Kanal Jürgen Todenhöfer im Fratzebuch genannten „Facebook“ teilt der bekannteste Kandidat der neuen Kleinstpartei Team Todenhöfer am 25.9.2021 mit, daß „heute Nachmittag … in Berlin unsere letzte Kundgebung“ stattfinden würde, auf die er sich „sehr darauf gefreut“ habe. „Sie ist die wichtigste Veranstaltung meines Lebens“, heißt es weiter, „doch“ er „werde nur per Video Schalte“ seine „Rede halten können“, „denn es gibt leider noch wichtigere Dinge: Das Leben von Menschen in tödlicher Gefahr zum Beispiel.“ Wohl wahr und weise…

Todenhöfer tut, was wir kaum können, nämlich mit „in Kabul über eine Familie in großer Not“ verhandeln. Todenhöfer teilt mit, daß die Familie „Opfer einer Entführung durch den IS und brutalster Folter“ gewesen war. Das war schlimm und das ist traurig.

Weiter schreibt er: „Die Talibanführung hat mir ihre volle Unterstützung bei der Ausreise der Familie versprochen und bisher auch gewährt. Die qatarische und die türkische Regierung auch. Ich werde Kabul allerdings erst verlassen, wenn die ganze Familie neben mir sitzt. Ich werde sie persönlich in Sicherheit bringen. Das kann noch zwei, drei Tage dauern. Deshalb werde ich mich nachher bei unserer Schlusskundgebung online aus Kabul zuschalten lassen. Es ist das erste Mal in der Geschichte Deutschlands, dass die Abschlussrede eines Parteivorsitzenden und Kanzlerkandidaten (Smiley) vor einer Bundestagswahl vom Ausland aus erfolgt. Ich habe lange darüber nachgedacht, ob das richtig ist. Jetzt aber weiß ich, dass ich so handeln muss. Der Wunsch dieser Familie, dem Zugriff des IS zu entkommen, ist wichtiger als mein Wunsch, das Finale unseres Wahlkampfes gemeinsam mit euch zu erleben. Ich werde also auch morgen noch nicht wieder zurück sein. Das ist nach all den Anstrengungen der letzten Monate ganz schön bitter. Aber wir haben noch nicht alle Papiere zusammen. Auf unserer heutigen Kundgebung wird es einige Super-Reden geben und meinen Live-Beitrag aus Kabul. Wenn alles klappt. Bitte seid dabei. Drückt mir weiter die Daumen! Liebe Grüße aus Kabul. Euer JT.“

Nicht alle verfügen über das Vermögen und/oder Einkommen eines Herrn Todenhöfer und leider auch nicht über gute Beziehungen zu diesen und jenen Leuten in Ländern, die man braucht, um helfen zu können. Immerhin können wir über Schlimmes und Trauriges, Schuld und Sühne, Wut und Wahnsinn sowie das Wahre, Gute und Schöne schreiben und darauf hinweisen, im WELTEXPRESS auch diese Beiträge Rettet die Familie von Mohammad Jalal Haqeeqat Zadran – Reporter ohne Grenzen fordern „humanitären Schutz für afghanische Journalisten“ und Evakuierungsflüge aus Kabul? – Das war’s! – WELTEXPRESS-Mitarbeiter in Afghanistan ermordet – Familie wartet auf Rettung – Versagt die Merkel-Regierung? von Stefan Pribnow zu lesen.

Weniger Tage zuvor teilte Jürgen Todenhöfer mit (22.9.2021). „Die VSA haben die Gelder des afghanischen Staates eingefroren. Auch die afghanischen Banken haben kaum noch Geld. Die Folge: Die Menschen verhungern, weil sie nichts mehr kaufen können, die Kleinhändler gehen pleite, weil niemand mehr etwas Nennenswertes kauft. Die Menschen sterben an einfachsten Krankheiten, weil es kaum noch Medikamente mehr gibt. Ich habe deshalb aus Deutschland so viel Medikamente mitgebracht, wie ich transportieren konnte.“ Unsere Quellen in Afghanistan teilen uns nichts anderes mit.

Todenhöfer meint, daß die Merkel-Regierung, die aus Mitgliedern der Altparteien CDU, CSU und SPD besteht, „in Kabul“ mit den Taliban verhandeln müssen und „nicht in Doha. Sie müsste in die afghanische Hauptstadt kommen und verhandeln. Natürlich mit den Taliban. Mit wem denn sonst? Über Menschenrechte, Frauenrechte, Minderheitenschutz, Künstler und die Freiheit der Medien.“

Doch was hören und lesen wir in diesem „Wahlkampf“ mit unzähligen Märchenstunden? Richtig, „Sonntagsreden über Menschenrechte“.