Hetze im Handelsstreit? Vielmehr: Verluste! – Ford meldet eine Milliarde US-Dollar an Gewinneinbrüchen

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Ford.
Ford. Quelle: Pixabay

Berlin, Deutschland (Weltexpress). Läuft gerade nicht so gut: das Fließband bei Ford. Der US-amerikanische Autohersteller Ford, genauer gesagt: die Ford Motor Company in Dearborn, Michigan, hat den Verlust von Gewinnen in Höhe von sage und schreibe einer Milliarde Dollar bekannt gegeben.

Dass das in der Welt des Kapitals der USA viel ist, das kann niemand behaupten, aber wenig ist das auch nicht, jedenfalls nicht auf Dauer.

Schon seit Monaten tauchen immer wieder Berichte in den Medien über Probleme bei Ford auf. Diese werden von den Verantwortlichen unter der derzeitigen Leitung von Jim Hackett (Präsident und CEO) und William Clay Ford Junior (Executive Chairman) als Folge des Zoll-Krieges des der Vereinigten Staaten von Amerika (USA) mit den Handelspartnern der USA umgedeutet und dem US-Präsidenten Donald Trump in die Schuhe geschoben.

Das ist billig. Der wahre Grund ist selbstverständlich die Überproduktionskrise in permanenter Penetranz, bei der selbst die zum Wegwerfen Umerzogenen mangels dafür ausreichender Konsumentenkredite nicht mehr hinterherkommen. Und selbst in einer Wegwerfgesellschaft gibt es immer noch die Konkurrenz.

Doch vom allgemeinen Ungemach in der aktuellen kapitalistischen Gesamtgesellschaft will die profitorientierte Gesellschaft, die unter dem Namen Ford fungiert, wenig wissen, jedenfalls nicht offiziell.

Da hetzt CEO Hackett lieber medienwirksam bei einem Multiplikation und Manipulator von Meinungen gegen Trump, der den größten US-amerikanischen Unternehmen helfen und nicht schaden solle. Zu diesen größten Unternehmen zählt Hackett auch den Laden, für den er (ver-)spricht und (unter-)schreibt. Auf einer Veranstaltung des Manipulations- und Medienunternehmens Bloomberg in New York erklärte er kürzlich: „Aus Fords Sicht nahmen die Metallzölle uns eine Milliarde US-Dollar Gewinn weg. […] Die Ironie ist, dass wir das meiste davon heute sowieso in den USA beziehen. Wenn es noch länger dauert, wird es mehr Schaden anrichten.“

Hackett bezog sich auf die Stahl- und Aluminiumzölle von Trump gegen die größten Handelspartner von US-amerikanischen Unternehmen, darunter Kapitalgesellschaften in China, Kanada und EU-Europa. Den Zeitraum, in denen die Gewinnverluste eingetreten sein sollen, „präzisierte“ laut „RT Deutsch“ (28.9.2018) der Ford-CEO nicht. „Ein Sprecher des Unternehmens wies allerdings darauf hin, dass Hackett sich auf interne Prognosen für höhere tarifliche Kosten in den Jahren 2018 und 2019 bezog.“

Fest steht, dass sich Ford und andere US-Autohersteller gegen die aktuell und künftige Metallzölle von Trump aussprachen. Jim Farley, Ford-Präsident im Bereich Weltmärkte, beschrieb Trumps Schritte als „wesentlichen Gegenwind“ für sein Unternehmen. Im „Handelsblatt“ (26.9.2018) wurde darauf hingewiesen, dass Ford „Ende August … seine Pläne“ aufgegeben habe, „das in China hergestellte Modell Focus Active Crossover 2019 in die USA zu importieren“ Begründet worden sei dies mit den Strafzöllen.

Trump twitterte daraufhin: „Dieses Auto kann jetzt in den USA gebaut werden und Ford muss keine Zölle bezahlen.“ Das stimmt, doch anschließend sickerte aus Dearborn der wahre Grund durch. Die niedrigen Absatzprognosen von weniger als 50.000 Fahrzeugen pro Jahr seien es, die das produzieren in den USA nicht profitabel erscheinen lassen. Im Wesentlichen liegt es also an der Überproduktion. Der Markt scheint mehr als gesättigt, wie man sagt. Doch entweder fehlt das nötige Geld und sei es nur in Form von Konsumentenkrediten bei den Käufern oder die entscheiden sich für andere Fahrzeuge oder Formen der Fortbewegung und also gegen Ford. Davon ist bei Hofberichterstattern dieses Produzenten und anderer Hersteller jedoch wenig und selten zu lesen. Dabei sollten auch die Lohnarbeiter bei Ford und so fort wissen, warum und wie der Hase Hetze läuft.

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