Berlin, Deutschland (Weltexpress). Hat er nun in den USA die Grenze zwischen privat und öffentlich verfehlt und sich einen eines Ministers unwürdigen Auftritt erlaubt? Nein, der Habeck Robert ist nur mindestens genauso gut darin, aus einer Mücke einen Elefanten zu machen, wie Kollegin Baerbock. Vor allem dann, wenn die Mücke Robert heißt.

Selbst der Vorsitzende der CDU, Friedrich Merz, hat sich über die Sprache mokiert, die Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck bei seiner Rede in der Columbia-Universität in New York gebraucht haben soll. „Löst die verf*ckten Probleme“, soll er gesagt haben, mit Verweis auf die mäßigen Anstrengungen, die die USA beim Klimaschutz unternähmen.

Allerdings, das wirkliche Problem ist ein ganz anderes. Man stößt darauf, wenn man versucht, die Pressezitate zu verifizieren. Nicht nur, dass sich auf den Seiten des Ministeriums selbst nichts findet, außer der Ankündigung im Rahmen einer Presseerklärung zum gesamten US-Besuch:

„Zudem sind Diskussionen mit Studierenden an der Columbia University zur Transformation der Wirtschaft sowie mit Gründerinnen und Gründern zur Startup Förderung beim German Accelerator geplant.“

Und ebenso wenig findet sich ein Video von diesem Auftritt. Nicht einmal eine Ankündigung dieses Besuchs auf der Webseite der Columbia-University, einer der US-Eliteuniversitäten. Am Freitag, dem 8. März, gab es eine Online-Veranstaltung zu Nierentransplantationen, eine Vorstellung einer Umfrage zu LGBTQ-Problemen von Studenten und eine Buchvorstellung zu chilenischem Design, unter anderem. Kein Habeck. Der Auftritt war nicht einmal wichtig genug, es in den Veranstaltungskalender der Uni zu schaffen.

Klar, in der deutschen Presse wird er dennoch gelobt. Auch, weil er es „gewagt“ hat, den USA die Nichteinhaltung der Klimaziele vorzuhalten. Dabei kann man sich gut vorstellen, wie die Antwort darauf hinter verschlossenen Türen lautet: „Das gilt für Euch, du Depp. Das soll schließlich uns nützen.“ Aber so etwas kann man in Europa nicht veröffentlichen, da muss so getan werden, als wäre die Klimaerzählung kein Trick, um sich industrielle Konkurrenz vom Hals zu schaffen.

Aber natürlich weiß man in den USA, dass man Habeck sowieso in der Tasche hat, der Herr ohnehin zu Diensten und es daher ganz und gar unnötig ist, ihn in irgendeiner Weise zu beachten. Einen deutschen Wirtschaftsminister, der meint, mit US-Präsident Joe Biden sei man gut vorangekommen? Also mit dem Mann, der die politische Verantwortung für die Sprengung von… Das ist noch eine Entwicklungsstufe unterhalb der Wirbellosen.

Schon gar nicht nötig ist es, ihn als Redner aufzuwerten, an genau der Universität, an der seit Neuestem Victoria Nuland auf Geheiß von Hillary Clinton Außenpolitik unterrichten darf. Wo käme man denn da hin? Keiner der Presseberichte erwähnt übrigens, wie viele Studenten dem Auftritt beiwohnten oder wie sie darauf reagierten; ein Monolog in der Besenkammer kann also nicht ausgeschlossen werden.

Dank der Pöbelei gelingt es allerdings zumindest in Deutschland, den Eindruck zu erwecken, Habeck erhielte in den USA mehr Aufmerksamkeit als der Hausmeister.

Anmerkungen:

Vorstehender Beitrag von Dagmar Henn wurde am 12.3.2024 in „RT DE“ erstveröffentlicht. Die Seiten von „RT“ sind über den Tor-Browser zu empfangen.

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