Griechisches Gas und die altvertrauten Gierigen oder türkisches und ein tolles Bohrschiff namens „Abdülhamid Han“

Drei moderne türkische Bohrschiffe. © Türkiye Petrolleri

Istanbul, Ankara, Türkei (Weltexpress). Es geht nicht schon wieder los, sondern weiter, immer weiter. Das hochmoderne Bohrschiff in den Farben Rot und Weiß und mit Mondsichel und Stern versehen sowie mit der auch Mondstern oder Rote Flagge genannten Flagge der Republik Türkei, fährt auf dem Mittelmeer. Das Schiff trägt den Namen Abdülhamid Han. Der lebte vom 31.8.1876 bis 27.4.1909 und war Sultan des Osmanischen Reiches. Gegenüber diesem Reich ist die (Vielvölker-)Republik ein Fliegenschiß mit Resterampe.

Nach der Invasion auf dem lange von Briten, also Engländern und anderen Völkern des VK besetzten Zypern, halten Türken halb Zypern immer noch besetzt, von Konstantinopel, heute Istanbul genannt, und so weiter und so fort ganz zu schweigen. Daß die kriegerischen Türken das anders sehen, das ist klar. Sie ziehen nicht nur gerne über andere Völker und deren Ländern her, sondern auch übers Meer. Mehr und mehr mit Bohrschiffen.

Das (Gas-)Bohrschiff „Abdülhamid Han“, 238 Meter lang und 42 Meter breit, ist das neueste Schiff in einer Flotte von Bohrschiffen. „Abdülhamid Han“ gilt asl das vierte Bohrschiff von Türkiye und soll nunmehr für die Suche nach Kohlenwasserstoff eingesetzt werden. Die anderen Bohrschiffe heißen „Fatih“, „Yasal“ und „Yavuz“. Das neue Bohrschiff ging nun in Dienst, worüber sich insbesondere Fatih Dönmez als Energieminister der Türkei freut. Das Bohrschiff „Abdülhamid Han“ solle über ein aktives Positionierungssystem verfügen. Vor dort aus solle man 12 200 Meter in die Tiefe bohren können.

Daß in Ankara Inseln wie Kos, Lesbos und Rhodos, um nur drei zu nennen, nicht als griechische Inseln anerkannt werden, das ist auch in Athen klar. Alte Wunden werden seit dem neuen Gaskonflikt, der vor zwei Jahren ausbracht, wieder aufgerissen, wenn Lohnarbeiter auf dem Bohrschiff bohren. In Ankara heißt es, daß das türkische Gewässer seien, in denen gebohrt werde, in Athen heißt es, daß das griechische Gewässer seien.

In Athen beruft man sich auf das Seerechtsabkommen von 1982. Demnach ist die „Ausschließliche Wirtschaftszone“ der Türkei ein Teich vor Antalya, könnte man meinen. Nicht nur in Athen ist man der Meinung, daß die Wirtschaftszone von 200 Seemeilen zur Ausbeutung der Bodenschätze, darunter Erdöl und Erdgas, für jede Insel des Staates Griechenland gelte und für das ganze griechische Zypern.

Wenn man sich in der Mitte träfe, dann wäre das wohl auch für die Türken ein Teil einer Lösung. Doch die Territorialkonflikte zwischen beiden Staaten stehen dem im Wege. Inseln wie Samos und so weiter liegen wirklich nur den berühmten Steinwurf vom türkischen Festland entfernt. Und für die meisten Griechen sind große Teile der Türkei immer noch besetzte griechische Erde. Auch das Gas in der östlichen Ägäis sei griechisches.

Abdülhamid Han kannte nur griechischen Wein und die altvertrauten Lieder.

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