Filmstars im deutschen Faschismus und die Liebe – Annotation zum Buch „Mag’s im Himmel sein, mag’s beim Teufel sein“ von Evelyn Steinthaler

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"Mag’s im Himmel sein, mag’s beim Teufel sein" von Evelyn Steinthaler. © Kremayr & Scheriau

Berlin, Deutschland (Weltexpress). Auch Nazis gingen von 1933 bis 1945 gern ins Kino, um sich zum Beispiel ein wenig Ablenkung vom Massenmord an den Juden zu gönnen. Evelyn Steinthaler hat die Lupe auf vier exemplarische Ehen gleich Beziehungen zwischen deutschen Superstars der Ufa und ihren jüdischen Ehepartnern gerichtet und beschreibt, welchen Schikanen und Schmerzen Heinz Rühmann und Hertha Feiler, Joachim Gottschalk und Meta Wolff, Kurt Weill und Lotte Lenya sowie Hansi Burg, die in wilder Ehe mit dem Superstar des deutschen Kinos, Hans Albers, zusammenlebte, erleiden mussten.

Nicht alle kämpften um ihre Liebe und gaben den Partner im Tausch gegen ihre Karriere auf, einige Beziehungen hatten Exil zu erdulden, andere begingen gemeinsam Selbstmord.

Die perfide Rassenideologie der Nazis kannte keine Gnade, „gemischtrassige“ Ehen wurden nicht geduldet, wer Karriere in Hitlers Reich machen wollte, musste sich entscheiden.

Mit Fingerspitzengefühl und Fachwissen schlägt uns Leser das Buch in seinen Bann, gerade die sachliche Sprache macht den Leseeindruck stark.

Im Nachwort geht die Autorin in feinen Sätzen auf die gegenwärtige politische Situation ein Europa ein, viel mehr kann man sich von einem Buch über den Nationalsozialismus nicht wünschen.

Bibliographische Angaben

Evelyn Steinthaler, Mag’s im Himmel sein, mag’s beim Teufel sein: Stars und die Liebe unter dem Hakenkreuz, 192 Seiten, s/w Abbildungen, Format: 13,5 cm x 21,5 cm, Einband: gebunden mit Schutzumschlag, Verlag: Kremayr & Scheriau, Wien 2018, ISBN: 978-3-218-01130-3, Preis: 22 EUR

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