Feines Fleischfest oder Der Beef Grill Club by Hasir am Kudamm

© Mí¼nzenberg Medien, Foto: Stefan Pribnow, 2015

Der erste Eindruck ist erstklassig. Wau, wo sind wir denn hier? Von vorne bis hinten, von unten bis oben ist im Restaurant alles für den gehobenen Genuß und Gast mit großem Geldbeutel gestaltet. Doch neben der Eleganz, die man nur anschauen möchte, bietet das Restaurant auch alt Bewährtes wie große, rustikale Tische aus edlem, dickem Holz zum Anfassen. Kurz: Die Einrichtung ist Oberliga, das Ambiente ausgehwürdig.

Auch die Küche, in die alle schön schauen können, ist 1a ausgestattet. Die offene Show-Küche ist ein echtes Stück Erlebnisgastronomie ohne Schnickschnack. Die Beef Grill Club-Küche ist faszinierende Unterhaltung ohne Firlefanz.

Wer billig will, der ist in Sachen Fleisch, egal ob Rare, Medium oder Well done, im Beef Grill Club völlig falsch, denn erstens kommen die Weichteile von Säugetieren und Vögeln von Schlachtvieh aus „gehaltvoller Produktion“, also aus toller Tiermast, zweitens wird das eingekaufte Fleisch kontrolliert gelagert und zwar in einem Dry Age Reifeschrank, wobei das Fleisch mit Himalaya Salz gepökelt und an der Luft getrocknet wird bis es drittens ordentlich zubereitet und viertens festlich serviert wird.

Hingucker und Herzstück des Beef Grill Clug ist der Dry Age Reifeschrank.

© Münzenberg Medien, Foto: Stefan Pribnow, 2015Nichts gegen Wet Aging, doch das Dry Age ist dank seiner Reifung eines der leckersten und intensiver im Geschmack. Fleisch vom Rind muss halt eine Runde abhängen, damit es richtig und nicht zäh wie Leder schmeckt. Das kann in den Kühlcontainern auf dem Weg nach Europa passieren, doch wer in der Nase den Duft sowie auf der Zunge den Geschmack von Nuss und Butter wahrnehmen will, der muss sein Fleisch an der Luft trocknen, was den Preis allein aufgrund der langen Lagerzeit in die Höhe treibt. Zur Zubereitung in der Küche kommt dafür echtes Gourmet-Fleisch aus dem Dry Age Reifeschrank.

Ein Holzkohlegrill fehlt in der Küche, so dass keine Röstaromen dem Fleisch den letzten Schliff verpassen, doch der große Gasgrill ist gut genug.

Die Karte ist wie das Restaurant elegant, zudem übersichtlich. Wir starten mit einem Beef Grill Club Tartar. Dazu wird gegrilltes Weißbrot serviert. Tuna ceviche mit Zitrusfrüchte, Koriander und Chili, Jakobsmuscheln mit Rote Beete, Hummus und Sherry Mignonette, Kalbs Fume, Hummer sowie Pastirma von Lamm und Rind mit Sucuk sind Köstlichkeiten zum Beginnen. Am Anfang dürfen auch Salat und Suppe sein.

© Münzenberg Medien, Foto: Stefan Pribnow, 2015Aus den Vereinigten Staaten von Amerika wird Chateaubriand (500 Gramm) sowie Delmonico (1200 Gramm) und als Krönung Porterhouse (1200 Gramm) geboten. Ein Lammkarree (600 Gramm) sowie ein Tomahawk (1000 Gramm) beenden das Best-Of-Angebot an Beef. Als Beilagen werden beispielsweise Grüne Bohnen, getrüffeltes Kartoffelpüree, Estragon-Rahmmais oder schlicht schöne Pommes geboten. Selbstverständlich dürfen Saucen nicht fehlen. Von Béarnaise über Grüne Pfeffersauce bis zur Steakbutter reicht die bunte Tunke.

Das Porterhouse-Steak ist das teuerste, gefolgt vom T-Bone-Steak. Das Porterhouse-Steak wird, wie auch das T-Bone-Steak, mit Filet und Knochen aus dem flachen Roastbeef geschnitten. Beide Steaks ähneln sich, doch unterscheiden sie sich auch durch Dicke und Größe des Filet-Anteils.

Das Beef ist sowas von für Besseresser – wir sind beeindruckt. Zum Porterhouse-Steak trinken wir zwar kein Porter-Bier, doch wunderbare Weine aus einem Super-Sortiment, die uns ein Weinkellner empfiehlt und erläutert.

Zum Abschluß gönnen wir uns einen Teller Tolles mit Baklava “Havuc Dilimi”, einer Gebäckspezialität aus dem Morgenland, Pistazien-Eis, Zitronengras-Crème-Brí»lée mit Zitronensorbet verfeinert und New-York-Käsekuchen mit Blaubeer-Kompott. Klasse. Und köstlich allemal.

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Beef Grill Club by Hasir, Kurfürstendamm 72, Am Adenauer Platz, 10709 Berlin, Telefon: 030 327 – 66 494

Web: http://hasir.de/beefclub/1/index.php/restaurants/adenauer-platz