Es lebe der kleine (Preis-)Unterschied – Der neue Alhambra macht nicht allein, aber auch seinem VW-Zwilling Sharan Konkurrenz

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Das Modell der spanischen Marke ist der Zwilling des neuen VW Sharan, allerdings mit einem kleine (Preis-)Unterschied.

So auch im neuen Alhambra, dem spanischen Sharan-Double: Damit er von seinem in den deutschen Familienzweig integrierten Zwilling zu unterscheiden ist, trägt er ein Blechkleid mit Seat-typisch geformter Front- und Heckpartie. Spätestens ein Seitenlinien-Vergleich aber zeigt: Die glänzende Fassade steckt voller Gemeinsamkeiten. Den Kunden wird’s recht sein, weil das bedeutet, dass auch der Van aus Spanien mit bewährter Technik und – optional per Knopfdruck zu bewegenden – Schiebetüren antritt. Sie haben den Vorteil, dass man selbst dann ins Auto schlüpfen kann, wenn die nebenan geparkten Fahrzeuge so wenig Abstand halten, dass die vorderen Türen nur noch eine Handbreit zu öffnen sind.

Der Heckbereich unter der ebenfalls optional elektrisch bedienbaren Klappe ist dank nunmehr 4,85 Meter Fahrzeuglänge (+ 22 cm), 1,9 Meter Breite (+9,4 cm) und 1,72 Meter Höhe (-1,2 cm) groß genug, um wahlweise 885 Liter Gepäck oder zwei zusätzliche Passagiere aufzunehmen. Standardmäßig wird die Großraumlimousine als Fünfsitzer ausgeliefert, in dem man in der zweiten Reihe fast genauso gut untergebracht ist wie in der ersten. In die äußeren Sessel ist auf Wunsch eine Sitzerhöhung für Kinder integriert, die – in Spanien kalkuliert man anders – bei Seat 190 Euro kostet, 50 weniger als bei VW.

Alle Sitze in der zweiten Reihe sind einzeln verschieb- und ebenso einfach im Boden versenkbar: Ein Handgriff genügt, und hinter der Heckklappe eröffnet sich ein bis zu 2430 Liter fassendes Ladeabteil. Optional kann der Stauraum mit einer 1440 Euro teuren dritten, ebenfalls blitzschnell einzuebnenden Sitzreihe bestückt werden, auf der sich selbst mittelgroße Erwachsene wohl fühlen. Dahinter bleibt sogar noch etwas Raum fürs Gepäck: 267 Liter fasst er.

Das Motorenangebot ist bei Seat anfangs nicht ganz so umfangreich wie bei VW, jedoch sollen fünf weitere Motoren/Getriebekombinationen „noch in diesem Jahr“ hinzukommen. Den Marktstart am 2. Oktober bestreiten die Händler mit einem Benziner, einem 110 kW/150 PS bereitstellenden 1.4-Liter-Direkteinspritzer, und zwei 2,0-Liter-TDI. Der 125 kW/170 PS-TDI ist ausschließlich mit einem sechsgängigen Doppelkupplungsgetriebe erhältlich, das optional, für 2000 Euro, auch in der 103 kW/140 PS-TDI-Variante zu bekommen ist. Serienmäßig ist der schwächere Turbodiesel – wie der 1.4 TSI – mit einem Sechsgang-Schaltgetriebe ausgerüstet. Zur Grundausstattung gehört bei allen Alhambra außerdem eine Start/Stopp-Funktion, die den Motor bei Stillstand automatisch deaktiviert und so den Kraftstoffverbrauch vor allem im Stadtverkehr senkt. Neu ist auch, dass die Diesel grundsätzlich mit SCR-Katalysator ausgeliefert werden, in dem durch Zugabe einer Harnstofflösung die Stickoxidemissionen reduziert werden. Damit ist Seat bestens auf die Euro6-Schadstoffnorm vorbereitet, die 2014 in Kraft treten soll.

Um als Alternative zum Sharan wahrgenommen zu werden, haben die Spanier nicht nur bei den zahllosen Optionen, sondern auch bei den Basispreisen knapper kalkuliert als VW: Das Einstiegsmodell in die Baureihe, der Alhambra 1.4 TSI, kostet bei Seat 27 500 Euro, also 1375 Euro weniger, und bei dem das genau passende Maß an Leistung und Zugkraft bereitstellenden 103 kW/140-PS-TDI (Mindestpreis: 29 450 Euro) kann der Käufer sogar 1500 Euro sparen. Die Serienausstattung umfasst dennoch alles, was der Sicherheit dient und den Aufenthalt an Bord komfortabel macht: Sieben Airbags, elektrisch verstell- und beheizbare Außenspiegel, elektrische Fensterheber in allen Türen, eine Klimaanlage und ein Radio mit CD-Laufwerk, das auch MP3-Dateien abspielen kann.

Diese Grundausstattung sollte jeder Alhambra-Käufer sinnvollerweise um Sensoren ergänzen, die helfen, die unübersichtliche Karosserie beim Ein- und Ausparken vor kostspieligen Schäden zu bewahren. Mit dem von VW entwickelten Parklenkassistenten, der den Wagen selbsttätig in die längst oder quer zur Fahrtrichtung angeordneten Lücken am Wegesrand manövriert, wird es den Alhambra hingegen nicht sofort, sondern erst im Laufe des nächsten Jahres geben.

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