Eiskalt ausgekontert – 1. FC Union Berlin gegen den 1. FC Kaiserslautern 0:2 (0:1)

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Gleich fällt das 1:0 für die Roten Teufel. Den Treffer erzielt Mannschaftskapitän Martin Amedick.

Wo geht’s hin Union?

Es war der Auftakt für Union Berlin zu den Wochen der Wahrheit: in den nächsten Spielen wird der bis jetzt so überraschend stark aufspielende Aufsteiger sehen wo er wirklich steht. Im Spitzenspiel am Montagabend ging es gegen den Tabellenzweiten aus Kaiserslautern zunächst darum, die direkten Konkurrenten  Düsseldorf und Augsburg auf Abstand zu halten. Bei einem Sieg hätte Union aber auch wertvollen Boden auf Bielefeld und St.Pauli gutmachen können, die beide am Wochenende mit knappen Niederlagen Punkte liegen ließen. Aber gegen kompakt stehende Lauterer gelang bis zum Schluss kein Treffer, ein schneller Konter brachte schließlich die Entscheidung.
 
Glinker dabei, Mosquera verletzt

Union Berlins Trainer Uwe Neuhaus konnte auf den einsatzgefährdeten Torhüter Jan Glinker zurückgreifen, musste aber auf Topscorer John Jairo Mosquera verzichten, der wegen einer Knieverletzung wohl auch noch gegen St.Pauli ausfallen wird. Etwas überraschend saß Routinier Marco Gebhardt zunächst auf der Bank, für ihn spielte Patrick Kohlmann.Bei den Gästen aus Kaiserslautern spielt Dragan Paljic von Beginn für den verletzten Ivo Ilicevic.

Das Spiel

Zum ersten Mal stehen sich beide Mannschaften in einem Pflichtspiel gegenüber. Vor nahezu ausverkauftem Haus sind Torchancen in den ersten dreißig Minuten Mangelware, nur ein Schüsschen von Mattuschka rollt harmlos am Lauterer Kasten vorbei(6.). Die Pfälzer wirken in der ersten halben Stunde spritziger, zweikampfstärker, aber erarbeiten sich keine zwingenden Chancen. Union zeigt Schwächen in der Ballbehauptung, die Zweikampfbilanz fällt negativ aus.
Erst eine Standardsituation bringt die erste Gefahr vor Unions Tor und prompt die Gäste-Führung: Nach einer Ecke von Alexander Bugera kann Union-Keeper Glinker den Ball nur abklatschen, die Unioner bringen den Ball nicht aus der Gefahrenzone und so kann Lauterns Innenverteidiger Martin Amedick den Ball zur FCK-Führung einschießen. Lauterns drittes Tor nach einer Ecke in Folge, bleibt das einzige in Hälfte Eins, echte Torchancen gibt es bis zum Pausenpfiff von Schiedsrichter Wolfgang Stark nicht mehr.

Dogan scheitert knapp, eiskalter Jendrisek trifft

Die zweite Halbzeit beginnt mit weiterhin überlegenen Lauterern, bis zur 54. Minute geschieht noch immer nicht viel. Dann aber fasst sich Unions Huzeyfe Dogan ein Herz und zieht wie aus dem Nichts brandgefährlich aus 18 Metern ab, doch Lauterns Torhüter Tobias Sippel kann mit einer überragenden Parade das Leder gerade noch zur Ecke klären. Drei Minuten später bringt ein umstrittener Freistoß die nächste Berliner Chance. Torsten Mattuschka bringt den Ball von links scharf vor das Tor , wieder ist U-21 Nationaltorhüter Sippel zur Stelle.
Union baut jetzt erfolgreich mehr Druck nach vorne auf, die Kulisse bemerkt das und wird noch lauter.
In der 61. Minute kommt Marco Gebhardt für Mattuschka, Union Berlin erkämpft sich ein momentanes Übergewicht.
Aber trotz der Drangphase der Berliner fällt auf, das sich bei ihnen immer wieder Ungenauigkeiten im Passspiel einschleichen. Folgerichtig macht Lautern auch das zweite Tor: Rodnei kann einen ungenauen Pass der Berliner steil in die Spitze schlagen, der in der eigenen Hälfte gestartete Jendrisek taucht völlig freistehend vor Glinker auf und versenkt den Ball eiskalt zur Vorentscheidung für die Pfälzer(78.). Ein "Wirkungstreffer", von dem sich Union nicht mehr erholt, die zweite Heimniederlage an der alten Försterei ist nicht mehr zu verhindern.

Union bleibt trotzdem dran

Keineswegs enttäuschende Unioner hatten an diesem Abend keine Antwort auf die geschlossen starke Mannschaftsleistung der Lauterer Gäste. Die Berliner bleiben mit 23 Punkten in Lauerstellung auf dem fünften Tabellenplatz und müssen nun am nächsten Sonntag in Hamburg bei St.Pauli antreten. Der neue Tabellenführer Kaiserslautern trifft, im Spitzenspiel des nächsten Spieltages am kommenden Montag, auf den Zweiten aus Bielefeld.

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