Eisbären gehen am Seilersee unter – Andreas Jenike vernagelte den „Hühnerstall“

Am Seilersee. Quelle: Pixabay; Foto: Dieter Klinkowski

Berlin, Deutschland (Weltexpress). Am Freitag kommen die Kölner Haie nach Berlin. Hoffentlich lassen sich die Eisbären nicht fressen. Am Seilersee in Iserlohn machte es gluck, komplett gluck und die Eisbären gingen mit 2:5 (0:1, 2:2,0:2) unter.

Die Berliner verloren in der DEL-Staffel Nord dadurch die Spitze. Lediglich Lukas Reichel (22.) und Matt White (37.) trafen für die Gäste. Dabei hämmerten die Berliner mit 53 Schüssen doppelt so oft auf den Kasten der Roosters wie die Iserlohner auf das Berliner Tor. Keeper Andreas Jenike vernagelte seinen „Hühnerstall“ allerdings zu einer Festung.

In der Treffsicherheit liegt der Hase im Pfeffer. Die Berliner schossen zwar viel, aber es handelte sich keineswegs um herausgespielte Torchancen. Es sah oft nachüberstürzten Aktionen aus, als wollten die Berliner mit ihrer blinden Knallerei in Richtung Iserlohn-Tor Silvester nachholen.

So wird das nichts. Morgen müssen in der leeren Arena am Ostbahnhof gegen Köln die Netze mit überlegtem Kombinationsspiel ausgelegt werden, um die Haie darin zappeln zu lassen.

Die Berliner versuchten in Iserlohn mit wilder Rennerei wie bei einem Short-Track-Training über das Eis zu fegen, ein System war nicht zu erkennen. Dazu versagte die zuletzt viel gelobte Abwehr. Vier der fünf Treffer für Iserlohn fielen bei Berliner Unterzahl. Beim fünften Tor rutschte der Puck in die leere EHC-Kiste. Die Eisbären hatten den Torwart zu Gunsten eines sechsten Feldspielers erfolglos auf die Bank beordert.

Verteidiger John Ramage gab selbstkritisch zu: „Die Special Teams waren heute entscheidend. Vier Tore in Unterzahl sind einfach zu viele, um ein Spiel gewinnen zu können.“

Allerdings scheinen die Belastungen im Team der Eisbären auch zu unterschiedlich verteilt. So schickte Trainer Serge Aubin Marcel Noebels 21:27 Minuten aufs Eis. Parker Toumie durfte nur acht Minuten zwischen die Banden. Bleibt nur zu hoffen, dass Noebels „DEL-Stürmer des Jahres 2020“ seine Form behält, zumal ihm Center James Sheppard Morgen nicht als wertvoller Sturmpartner sondern als Gegner bei den Haien gegenübersteht.

Aber ein neues Spiel, ein neues Glück. So sieht das hoffentlich auch Trainer Aubin, wenn er sagt: „Ich bin enttäuscht über die leichten Fehler, die wir gemacht haben. Ich habe mehr erwarte. Jetzt haben wir zwei Tage Zeit, darüber nachzudenken, um uns auf Freitag vorzubereiten.“

Leicht wird es Eisbären-Ex-Trainer Uwe Krupp als Haie-Coach seinen früheren Profis nicht machen.