Eisbären endlich mit vier Sturmreihen – Verschenken aber gegen Krefeld einen Punkt

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Jeff Tomlinson © Muenzenberg Medien, Foto: Stefan Pribnow, 2014
Das 4:3 nach Penaltyentscheidung der Berliner Eisbären über die Krefeld Pinguine in der Deutschen Eishockey-Liga (DEL) am Freitagabend in der Eisbären-Arena vor 11 560 Zuschauern ließ halt beide Deutungen zu.
Endlich mit fast voller Kapelle, endlich mit komplett vier Sturmreihen antretend – da hatte wohl (nicht nur) Tomlinson einen überzeugenden Sieg erwartet. Dass dies nicht eintrat und der Erfolg erst mit dem sechsten Penaltyschützen gesichert wurde – und so gab es statt drei nur zwei Pünktchen für die Tabelle -, ist dem Chef sauer aufgestoßen.

„Das Überzahlspiel war nix, mit der Defensive war ich nicht einverstanden und im Angriff war der Gegner viel effektiver als wir.“ Und als Krefelds Coach Rick Aduono auf der Pressekonferenz eingangs erwähnte, eigentlich hätten heute beide Teams den Sieg verdient, konterte Tomlinson, er schätze zwar den Kollegen, müsse aber sagen, dass beide scheinbar nicht richtig siegen wollten”¦

Spielführer Rankel bedauerte ebenfalls, dass man einen Punkt verschenkt habe. „Aber in unserer jetzigen Situation müssen wir auch mit zwei Punkten zufrieden sein. Wenn die Mannschaft weiter mit solchem Einsatz spielt, werden wir noch genügend Dreier-Erfolge einfahren.“

Wie wertvoll seine Rückkehr und die des Sturmkollegen Matt Foy nach mehrwöchigen Verletzungspausen für die Gastgeber war, zeigte sich eindrucksvoll. Beide holten jeweils Scorerpunkte als Torschützen und als Vorlagengeber (assists). Foys Treffer als sechster Penaltyspieler der Eisbären bescherte letztlich das entscheidende 4:3.

Aus dem Vorteil der 6:12 Strafminuten aus Berliner Sicht resultierte zum Ärger des Trainers nichts Zählbares. Einmal war es sogar eine 5:3-Situation, einmal eine 4:3-Konstellation, die nicht genutzt werden konnte. Obwohl in der Presse-Vorschau drauf verwiesen wurde, dass man mit Blick auf das Krefeld-Spiel das Überzahlspiel trainiert habe.

Die Pinguine, vor dem Match auf Rang sechs, aber durchaus kein Spitzenteam, stellten Schuss- und Passwege zu. Den Rest erledigte der starke Torhüter Tomas Duba.

Auf der anderen Seite markierte Krefeld mit der ersten Überzahl das 0:1. Die Eisbären intensivierten ihren Einsatz. Schafften durch Rankel das 1:1, das 2:1 durch Petr Pohl, nach Ausgleich das 3:2 durch Barry Tallackson nach sehenswerter Vorbereitung Rankels. Und verdienten sich die Chefkritik dadurch, dass den Gästen durch schlechtes Stellungsspiel und Unaufmerksamkeit in der Abwehr in der 57. Minute wiederum der 3:3-Ausgleich ermöglicht wurde. Die fünfminütige Verlängerung – dann wieder ein positiver Aspekt – wurde trotz zeitweiliger Unterzahl schadlos überstanden, ehe Foy den Schlusspunkt setzte.

Fazit: Komplette Reihen garantieren nicht automatisch Siege und besseres Spiel. Noch zu vieles blieb im Eisbären-Spielsystem Stückwerk. Schwerpunkte zur Verbesserung – das hat Tomlinson klar benannt – bleiben Überzahlspiel und weniger Fehler in der Defensive.
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