Einer für alle, jedenfalls bei den Eingängen – Reformen im Reich der Saud-Dynastie

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Säbel- und Kopf-ab-Staat Saudi-Arabien. Quelle: Pixabay, Grafik: Gordon Johnson

Riad, Saudi-Arabien (Weltexpress). Im Wüstenstaat der Saud-Dynastie, die seit etwa 1735 auf der arabischen Halbinsel besteht, darf der Rest der Familie nun wie Männer den Haupteingang benutzten, um in ein Restaurant zu gehen. „In dem streng konservativen Land galt bisher die Vorschrift, dass Frauen und Familien einen Eingang nutzen müssen und Männer einen weiteren“, teilt der „ORF“ (8.12.2019) mit.

Die „Tagesschau“ (9.12.2019) der ARD teilt unter der Überschrift „Saudi-Arabiens Türpolitik – Ein Eingang für alle“ mit: „Ob in Restaurants, Cafés oder Schulen – Frauen und Männer dürfen in Saudi-Arabien künftig den gleichen Eingang nutzen. Ob die gesetzliche Lockerung auch für die Innenräume von Restaurants gilt, ist noch unklar.“

Weiter wird darüber informiert, dass „in Saudi-Arabien insbesondere für Frauen strenge Vorschriften für viele Bereiche des öffentlichen Lebens“ gelten würden. „Zuletzt wurden einige Vorschriften des Alltags gelockert. So dürfen Frauen inzwischen ohne Erlaubnis eines Mannes Hotelzimmer buchen, einen Reisepass haben und ins Ausland reisen. Seit 2018 ist ihnen das Autofahren gestattet. Das System eines männlichen Vormundes besteht für viele Lebensbereiche aber weiter.“

Laut „Zeit“ (9.12.201) sei „Neuregelung ist Teil des Reformprogramms von Prinz Mohammed bin Salman“. Unter „Frauenrechte: Saudi-Arabien beendet Geschlechtertrennung in Restaurants“ wird auf den Beweggrund verwiesen: „Mit der Lockerung von Saudi-Arabiens restriktiver Geschlechtertrennung verfolgt bin Salman das Ziel, ausländische Investitionen anzuziehen, auch der Tourismus soll von der Liberalisierung des gesellschaftlichen Lebens profitieren: Im September führte das Land erstmals Touristenvisa ein. 2016 stellte bin Salman das Projekt Vision 2030 vor, das Saudi-Arabiens Wirtschaft modernisieren und die Abhängigkeit vom Ölexport senken soll. Derzeit gehen 87 Prozent der Staatseinnahmen Saudi-Arabiens auf die Ölwirtschaft zurück, was aufgrund tendenziell sinkender Ölpreise ein Problem für das Königreich darstellt.“

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