Eine Auswahl der argentinischen Veranstaltungen in der Stadt, vor allem dem Institut Cervantes – Serie: In Vorbereitung der Buchmesse 2010 vom 6. bis 10. September in Frankfurt am Main (Teil 3/3)

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Das neue Instituto Cervantes befindet sich mitten im Stadtzentrum Frankfurts, im Bezirk Westend, nur wenige Meter von der Alten Oper entfernt. Es ist in dem Gebäude des ehemaligen Amerika Hauses untergebracht, ein Ort, der auf eine mehr als 50-jährige Geschichte zurückblicken kann.

Auch Pablo de Santis wird in Frankfurt sein. Er steht gerade mit seinem Kriminalroman „Das Rätsel von Paris“ in der Gunst der Leser, in dem er die weltbekannten  Ermittler in Paris gemeinsam einen Fall lösen läßt, denn die sind alle zum Treffen auf der Weltausstellung 1889 angereist, was dem Mörder nicht bekommt. Das ist kein herkömmlicher Krimi, sondern ein irritierender und die Zeiten und Genres durcheinanderwirbelnder, aber auch verwebender Roman von großer sprachlicher Kraft. Sowohl Claudia Pineros, wie auch Pablo de Santis’ Werke erscheinen übrigens im schweizerischen Unionsverlag. Das ist ein interessanter und zu rühmender Sachverhalt, was wir gerne herausstellen, und man fragt sich, was aus der Lateinamerikaabteilung des Suhrkamp Verlages geworden ist, war es doch dieser, der die spanische Überseeliteratur in Deutschland bekannt gemacht hatte, mit den Ausnahmen, daß der Allerbeste, nämlich Gabriel Garcia Márquez bei Kiepenheuer & Witsch erscheint, und auch andere Verlage längst Lateinamerikaner publizieren.

Zu de Santis ist hinzuzufügen, daß er ab dem 21. September Stadtschreiber im Rahmen de RAYUELA Projekts in Frankfurt sein wird. RAYUELA – mit diesem Titel erschien 1963 der Roman des Argentiniers Julio Cortazar, der zusammen mit den „Hundert Jahren Einsamkeit“ von Márquez den Ruhm der lateinamerikanischen Literatur einläutete – nennt sich ein Netzwerk aus Literaturhäusern und Goethe Instituten, das den interkulturellen Austausch zwischen Deutschland und Argentinien fördern soll. Seit Mai bis zum Oktober 2010 reisen je fünf deutschsprachige und argentinische Autoren ins jeweils andere Land. De Santis wird aus seinem aktuellen Krimi am 7. Oktober in der Zentralbibliothek der Stadtbücherei Frankfurt lesen. Die vielen Lesungen sind das eine, aber die Stadt Frankfurt bringt auch in verschiedenen Museen ihrer Stadt sechs der insgesamt zwölf landesweiten Ausstellungen über Argentinien. So läuft schon im Frankfurter Kunstverein „Tales of Resistance and Change“. Ab 24. September heißt es im Museum für Kommunikation „Comics. Nos tocó hacer reir“, während ab 30. des Monats im Museum für angewandte Kunst „La Tradicion“ der Vision Argentiniens gegenübersteht. „Juden in Argentinien – Portraits zum zweihundertjährigen Jubiläum“ ist Thema in der Börnegalerie im Museum Judengasse. Erst weit nach der Buchmesse eröffnet am 4. Dezember das Architekturmuseum Frankfurt die Ausstellung: „Von Deutschland nach Argentinien: Deutsche Einflüsse in der Architektur von Rio de la Plata.“

Zum Sonderauftrag und Argentinienschwerpunkt, den das Frankfurter Institut Cervantes unter Mercedes de Castro übernommen hat, gehört auch eine Filmreihe des argentinischen Kinos, die seit September bis in den November hinein läuft und in der jeweils am Montagabend argentinische Filme aus den letzten zehn Jahren laufen, auf spanisch, mit deutschen Untertiteln. Wer weiß, daß der bald in Deutschland anlaufende Film „El secreto en sus ojos“  den Hollywoodoscar als bester ausländischer Film 2010 bekommen hatte, und auf der diesjährigen Berlinale ein skurriler Film aus Argentinien um eine Hausfrau und ihre Leidenschaft für Puzzles die Leute zu Tränen lachen ließ, ob des sarkastischen Humors und der anrührenden Personen, der weiß, daß ihn bei argentinischen Filmen Gutes erwartet. Ein Film spielt auch eine Rolle beim Symposium „Die Iberoamerikanische Kulturcharta“, das das Institut Cervantes veranstaltet, das über die Buchmesse hinausragende Bedeutung hat. Aber erst der Film. Gezeigt wird „La teta asustada“, ein Film von Claudia Llossa, die eine Nichte des berühmten peruanischen Dichters Vargas Llossa ist, und der den Goldenen Bären auf der Berlinale 2009 als bester Film erhielt. Das Symposium beginnt am 1. Oktober mit „Der iberoamerikanische Kulturraum und die iberoamerikanische Kulturcharta“, eröffnet am Abend die Ausstellung „Daniel Mordzinski. Aus Tinte und Licht. Porträts Hispanoamerikanischer Schriftsteller“, beginnt am 2. Oktober mit „Die Herausforderungen der kulturellen Entwicklungszusammenarbeit“ und schließt nach dem Film mit einer Ansprache von Victorio Tacceti, Botschafter von Argentinien und dem „Konzert Tango Mattiaco. Klänge vom Rio de la Plata." Klänge vom Rí­o Plata“.

www.buchmesse.de

www.frankfurt.cervantes.es

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