Ein wunderbarer Jahrgang von Young Euro Classic – Das Romanian Sinfonietta Orchestra überraschte

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â’¸ Young Euro Classic, Foto: Kai Bienert, 2015
"Gerade in diesem Jahr", sagt Festivalleiterin Dr. Gabriele Minz, "das uns so schmerzlich zeigt, wie verwundbar Europa ist, und dass Kriege – wie in anderen Teilen der Welt – nun auch uns betreffen, schien es uns nur konsequent, hervorzuheben, dass Young Euro Classic (YEC) für das Bekenntnis zu Europa, zu Frieden und Völkerverständigung steht".

Das Romanian Sinfonietta Orchestra überraschte schon durch die äußere Erscheinung: die blutjungen Schülerinnen trugen alle weiße, buntbestickte Folkloreblusen, was angenehm auf Ihre Jugend und ihre Heimat hinwies. Sie geben das erste Konzert außerhalb Rumäniens.

Rumänien hat es verdient, endlich die Gelegenheit zur besseren Darstellung zu erhalten, wie hier im Rahmen des Festivals, wird es doch der Bevölkerung im Allgemeinen eher durch "Hütchenspieler in der Fußgängerzone" oder als "Armenhaus" klischeehaft missverstanden.

Dabei waren die Deutschen selbst einmal so arm, dass sie nach "Siebenbürgen" auswandern mussten, um sich als Tagelöhner dort ihr Brot zu verdienen. Eine große, deutschssprachige Community zeugt bis heute davon, ebenso ihr deutschsprachiger Präsident, wie die ebenfalls deutsch sprechende Gattin des hervorragenden, sympatischen Dirigenten Horia Andreescu im Gespräch in der Pause berichtet. Der deutsche Prinz Karl von Hohenzollern-Sigmaringen wurde zum Fürsten von Rumänien ernannt. Seine Nachkommen herrschten als Könige von Rumänien bis zum Sturz durch die Kommunisten 1947. 

â’¸ Young Euro Classic, Foto: Kai Bienert, 2015Die SchülerInnen – ja, es sind Gymnasiasten, die dort auf Weltklasseniveau Klassik zu besten geben – kämen aus allen Teilen Rumäniens. Chapeau!

Zum Besten gegeben werden: George Enescu, Komponist (1881-1955) war ein Zeitgenosse von Bartok und Strawinsky und Lehrer Yehudi Menuhins. Er ist der Nationalkomponist und seine Geburtsstadt ist mittlerweile nach ihm benannt. Er wanderte nach Paris aus Protest gegen das komministische Regime.Seine "Rumänische Rhapsodie Nr. 2" (1901) ist eine zu Herzen gehende Weise mit leichten Polkaklängen, die das slawische Element betonen. Der väterliche Dirigent Andreescu führt seine Truppe liebevoll fürsorglich-streng durch die Partituren.

Bei Pjotr Tschaikowski`s Konzert für Klavier und Orchester Nr. 1 b-Moll op. 23 (1875) sind die blutjungen GeigerInnen hingebungsvoll, der ältere, erfahrene Pianist Daniel Goiti ist nicht nur ein Aushängeschild für das Renommée der Debüttanten, sondern spielt göttlich! Mit zwei Piano-Zugaben stellt er den nicht enden wollenden Applaus des Publikums zufrieden.

Nach der Pause bringt das Orchester mit Antonin Dvořák Symphonie Nr. 8 G-Dur op. 88 den Saal zum Kochen und zeigen noch einmal ihr gesamtes Potential in den zwei Polka-Zugaben von Josef Strauss. Der vorige Jahrgang fand schon Zugang zu internationalen großen Engagements – dieser Jahrgang dürfte das noch übertreffen.

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