Ein „Meisterwerk der Parallelwelten“ – Am 5. November beginnt im Schauspielhaus die 29. Euro-scene Leipzig

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Ann-Elisabeth Wolff und René Reinhardt. © 2019, Foto/BU: Marianne H.-Stars

Leipzig, Deutschland (Weltexpress). Zehn Gastspiele aus acht Ländern offeriert die Euro-scene Leipzig vom 5. bis 10. November. Das 29. Festival zeitgenössischen europäischen Theaters und Tanzes unter dem Motto „Parallelwelten“ umfasst Tanz- und Sprechtheater, Performances und ein Stück für Kinder.

Als ein „Meisterwerk der Parallelwelten“ bezeichnete Festival direktorin Ann-Elisabeth Wolff vor der Presse das Auftaktstück „Am Königsweg“. Das sei ein sehr anspruchsvoller und humorvoller Text von Elfriede Jelinek, „genial verfremdet“, wie Wolff hervorhob. In der Inszenierung von Puppenspieler, Regisseur, Darsteller und Puppenbauer Nikolaus Habjan spielt sogar Elfriede Jelinek mit — als Puppe, die sich zudem verdreifacht. Das Publikum werde Bezüge zur Gegenwart, zur griechischen Tragödie, zu Shakespeare-Dramen finden.

Im Jahr des Bauhaus-Jubiläums wird „Das Lackballett“ nach Oskar Schlemmer gezeigt, das nur einmal zu einem Firmenjubiläum 1941 aufgeführt wurde. Das Theater der Klänge Düsseldorf interpretiert das Tanzstück, in dem die Künstler in den Originalkostümen auftreten. „Wir wollen ein vielfarbiges Programm“, darin liege der Reiz, so die Direktorin, die dann auf etwas völlig Anderes verwies. Künstler aus Genf zeigen Tanz im virtuellen Raum. Eine Vorstellung für je fünf Zuschauer, die mit VR-Brillen ausgestattet sind, dauert 20 Minuten, zu erleben in der Schauspielhaus Diskothek. Aus Frankreich kommt „Pierre et le loup“ (Peter und der Wolf), ein Tanzstück für Kinder ab sechs, in die Schaubühne Lindenfels.

Den Festivalabschluss bilden drei Kurzchoreografien. „Das Ballet Preljocaj ist in der ganzen Welt gefragt“, so Wolff. Am 10. November sind die Tänzer aus Aix-en-Provence im Schauspielhaus zu erleben. Über den Wettbewerb „Das beste deutsche Tanzsolo“ informierte René Reinhardt von der Schaubühne Lindenfels. Weil dem Festival erneut weniger Geld zur Verfügung steht, mussten zwei Gastspiele gestrichen werden, bedauerte Wolff.

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