Ein Kloster und drei Weine – Das Landesweingut Kloster Pforta

Weißer Elbling vom Landesweingut Kloster Pforta. © 2012, Münzenberg Medien, Foto: Stefan Pribnow

Bad Kösen, Deutschland (Weltexpress). Ein Kloster ist gemeinhin ein Ort der Kontemplation aufs Klerikale. Wer ein Kloster für einen Ort der Askese hält, der hat keine Ahnung. In Klöstern wurde gefickt und gefressen, was das Zeug hielt. Nein, nicht immer und überall, doch überwiegend und aller Orten. Wenn Glocken und Gesänge anderes verkünden, dann wird das Lied der Lügen angestimmt.

Wahrheit liegt allenfalls im Wein. Das gilt auch für die Klosterlandschaft an Saale und
Unstrut, dem östlichsten Weinanbaugebiet der Berliner Republik. Dort, wo sich im langen Mittelalter Benediktiner, Zisterzienser, Prämonstratenser und Franziskaner niederließen, entwickelte sich ein reiches kulturelles und kulinarisches Leben. Bis zur Reformation kannten Kundige vier fünf Dutzend Klöster und Stifte an beiden Flüssen. Heute kennt man immerhin noch das Kloster Memleben, das Klosta Posa und vor allem das Kloster Pforta. Und das liegt am Wein.

Der kommt genau genommen aus dem Landesweingut Kloster Pforta. Dort zwischen Bad Kösen und Naumburg im Saaletal wird in Schulpforte in der historischen Bibliothek der Landesschule Pforta ein schöner Bestand alter und illustrierter Handschriften aufbewahrt. Die können erst bestaunt werden, dann kann man sich auf der Weinterrasse betrinken oder im Klostergarten ergehen.

Das einstige Kloster Pforte in Schulpforte, das auf das Jahr 1137 zurückgeht, als sich Mönche zwischen den Hängen und dem Fluss niederließen, um das Kloster „St. Marien zur Pforte“ zu gründen und zu unterhalten, bietet heute zum Besichtigen neben einer Klosterkirche, einen Kreuzgang, Grisaille-Fenster auch ein Tafelkreuz aus der Zeit der Zisterzienser.

Heute ist dort vor allem die Landesschule Pforta als Erbin des Kloster Pforte, ein Internatsgymnasium, zu dessen berühmten Schülern die Philosophen Johann Gottlieb Fichte und Friedrich Nietzsche gehörten, untergebracht.

Doch weg von Fichte und Nietzsche zur Wahrheit Wein. Die Erfahrung von 850 Jahrgängen sowie ein naturnaher Anbau unserer Rebsorten auf Lößlehm-, Buntsandstein- und Muschelkalkböden stecken in Kloster-Pforta-Weinen, von denen wir drei vorstellen dürfen.

Bacchus

Ein Flasche Bacchus. © Landesweingut Kloster Pforta
Ein Flasche Bacchus. © Landesweingut Kloster Pforta

Eine nach dem römischen Gott des Weines benannte Rebe erfreut sich auch an der Saale hellem Strande zunehmender Beliebtheit. Der filigrane Bacchus Jahrgang 2011, der von verschiedenen Lagen an Saale und Unstrut kommt, bringt als Qualitätswein b.A. – Gutswein“ vielfältige, aber ausgeprägte Buketts hervor. Sie tendieren teils ins Würzige zu Eukalyptus oder Kümmel und teils ins Fruchtige zu Orange oder Holunder. Seine Alkohol beträgt 13,0 % vol, seine Säure 7,4 g/l und sein Restzucker 4,3 g/l). Der Bacchus, der bei 10 ° Celsius bestens bekömmlich sein sollte, passt prächtig zu einem Süßwasserfisch aus Saale und Unstrut, aber auch zu Geflügel gut gehaltener Tiere, frischem Salat oder saftigem Schinken von nicht minder gut gehaltenen Schweinen.

Grauer Burgunder

Der Jahrgang 2010 kommt vom Pfortenser Köppelberg und ist als Qualitätswein b.A. – Gutswein vor allem trocken. Die robusten Reben dieser klassischen Rebsorte sind weniger anfällig für Krankheiten und Frost und sind somit auch für die Weinberge an der Saale geeignet. Er bringt mit 12,0 % vol weniger Alkohol als der Bacchus und mit 3,2 g/l auch weniger Restzucker, weist mit 8,5 g/l allerdings mehr Säure auf und zeigt neben seiner Lebendigkeit einen gewissen Facettenreichtum, der von Mandel oder frischer Butter bis zu Fruchtnoten von Birne und Ananas reicht. Das passt zum Sommer wie auch zu Pasta. Statt Fische aus dem Fluss könnten welche aus der Hochsee auf den Teller kommen. Warum nicht auch wenigsten leichte Wildgerichte zu einem frechen, mittelkräftigen und säurebetonten Grauburgunder auftischen?!

Weißer Elbling-Sekt

Beim Elbling wird es extra-trocken. Der Qualitätsschaumwein b.A. Jahrgang 2010 kommt ebenfalls vom Pfortenser Köppelberg. Er bringt Alkohol von 11,5 % vol., Säure von 6,7 g/l und Restzucker von 14,8 g/l auf die Bühne. Und er hebt die Stimmung! Dass der Weiße Elbing eine der ältesten Rebsorten Europas ist und von Anfang an zu Saale und Unstrut gehörte, das muss nicht extra erwähnt werden. Aber dass der flaschenvergorener Sekt dank des Landesweingutes Kloster Pforta wieder Blüten treibt bei besonderen Begebenheiten, das schon. Das mag an seiner  dezente Restsüße liegen, die nie über 10 ° Celsius hinaus serviert und in großen Zügen gesüffelt werden sollte.

Ach, der Weiße Elbling ist ein seriöser Sekt und kann als Aperitif zur jedem Anlass gereicht werden. Auch in einem Kloster!

Kloster Pforta

Saalberge 73, 06628 Naumburg (Saale)

Landesweingut Kloster Pforta GmbH, Saalhäuser, 06628 Bad Kösen, Telefon: 034463/300-0, Fax: 034463/300-25, E-Mail: service@kloster-pforta.deWeb: www.kloster-pforta.de

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