Dunkle Wolken über Hella – Verluste und Arbeitsplatzabbau, kleinerer Kuchen, weniger Krümel, mehr Maschinen

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Dunkle Wolken. Quelle: Pixabay, Foto: Hans Braxmeier

Frankfurt am Main, Deutschland (Weltexpress). Ob bei den Lohnarbeitern der Hella GmbH & Co. KGaA die Alarmglocken schrillen, das wissen wir nicht, aber dass der Autozulieferer Hella „sich auf ein langes Tief in der Branche“ einstelle und „am Firmensitz in Lippstadt bis Ende 2023 rund 900 Arbeitsplätze abbauen“ werde, das teilt „Reuters“ (28.7.2020) mit.

Unter der Überschrift „Autozulieferer Hella baut nach Verlust 900 Arbeitsplätze ab“ wird unter anderem mitgeteilt, dass „Hella … mit Kurzarbeit durch die Krise gekommen“, „aber 2020/21 allenfalls mit einer leichten Erholung“ rechne. Kurzarbeit? Krise? Nun, bei die betroffenen Lohnarbeiter arbeiten bei Kurzarbeit weniger oder überhaupt nicht. Die Kapitalisten können in der BRD Leistung bei der Bundesagentur für Arbeit beantragen und bekommen. Auch dabei entpuppt sich der Staat als der des Kapitals, werden die Mitglieder und Mandatsträger der im Deutschen Bundestag vertretenden Parteien dies als Wohltat fürs Proletariat verkaufen.

In der Hella-Pressemitteilung vom 28.7.2020 heißt es unter dem Betreff „Hella veröffentlicht vorläufige Jahreszahlen sowie Ausblick und stellt Programm zur langfristigen Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit vor“: „In einem schwierigen Marktumfeld hat der international aufgestellte Automobilzulieferer HELLA im abgelaufenen Geschäftsjahr 2019/2020 (1. Juni 2019 bis 31. Mai 2020) auf Basis vorläufiger Zahlen einen gegenüber dem Vorjahr reduzierten währungs- und portfoliobereinigten Konzernumsatz von 5,8 Milliarden Euro (Vorjahr: 6,8 Milliarden Euro) sowie ein bereinigtes operatives Ergebnis (bereinigtes EBIT) von 233 Millionen Euro (Vorjahr: 572 Millionen Euro) erwirtschaftet. Die bereinigte EBIT-Marge liegt entsprechend bei 4,0 Prozent (Vorjahr: 8,4 Prozent). Die vorläufigen Geschäftsergebnisse liegen damit im Bereich der zuletzt veröffentlichten Prognosebandbreite. Das berichtete EBIT beläuft sich auf minus 343 Millionen Euro. Ursächlich hierfür sind nichtzahlungswirksame Wertminderungen in Höhe von 533 Millionen Euro. Diese waren im vierten Quartal des abgelaufenen Geschäftsjahres zu berücksichtigen und resultieren aus der Annahme, dass das weltweite Produktionsvolumen von Pkw und leichten Nutzfahrzeugen auch mittel- bis langfristig signifikant unter den vor der Corona-Krise getroffenen Planungsannahmen und Markterwartungen liegen und dies zu einer geringeren Auslastung des globalen HELLA Produktionsnetzwerks führen wird.“

Kurzarbeit und also Kosten auf das Volk beziehungsweise die BRD-Staatsbürger verteilen sowie Kosten des Betriebes senken, das scheint die Devise, wenn Dr. Rolf Breidenbach als Hella-Geschäftsführer mit den Worten „Infolgedessen haben wir unsere bereits laufenden Kostenprogramme weiter forciert. So haben wir im März zusätzliche temporäre Maßnahmen wie Kurzarbeit und ein noch strikteres Kostenkontrollprogramm eingeleitet“ zitiert wird. Den Abgang im Allgemeinen und den in diesem Betrieb im Besonderen hält das nicht auf. Vermutlich Breidenbach formuliert: „nur teilweise kompensieren“. Auch er dürfte wissen, dass die Konkurrenz nicht weniger wird, sondern zunimmt. Und wie soll Hella diese Konkurrenz vernichten, wie kämpfen und siegen, wenn das andere tun? Brinkmann weiß, was auch die Lohnarbeiter wissen sollten: Der Kuchen wird wohl nicht großer, sondern kleiner. Und das Stück für Helle wird es auch. Und die Krümel, die vom Herrentisch fallen, sie werden nicht für alle reichen. Auch Hella wird wohl auf mehr Maschinen statt Menschen setzen. Brinkmann wird in der Pressemitteilung mit den Worten „reduzierten Marktvolumina“ und „hoher Investitionsbedarf“ zitiert. Ist schon klar, oder?

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