Berlin, BRD (Weltexpress). Bei dem von Präsident Trump angeordneten Militärschlag gegen Venezuela geht es in Wirklichkeit um die immensen Bodenschätzen des südamerikanischen Landes, schreibt der Wirtschaftsexperte Luciano Vassapollo, Professor an der Sapienza-Universität von Rom, am 6.1.2026 im kommunistischen Magazin „Contropiano“. Hinter der direkten militärischen Intervention eines souveränen Staates gegen einen anderen souveränen Staat, ohne Kriegserklärung oder UN-Mandat, mit Bombardierungen von Infrastruktur, Militärbasen und institutionellen Zielen verberge sich das mächtige Interesse an den immensen Bodenschätzen des südamerikanischen Landes. Hinter der Rhetorik des Drogenhandels verbirgt sich ein Wettlauf um Ressourcen, der Venezuela von einem unabhängigen Staat in ein Objekt geostrategischer Ausbeutung verwandeln könnte, warnt der Professor und führt an, dass Venezuela über einige der beeindruckendsten Bodenschätze der Erde verfüg. Allen voran besitzt das Land die weltweit größten Ölreserven mit geschätzten 300 Milliarden Barrel, die sich hauptsächlich im Orinoco-Becken konzentrieren. Dieses riesige Feld, das potenziell größer ist als viele andere globale Reserven, stellt einen entscheidenden strategischen Vorteil für jede Energiemacht dar.
Venezuelas Reichtum beschränkt sich jedoch nicht nur auf Öl. Zu seinen riesigen unterirdischen Bodenschätzen zählen Gold, Diamanten, Eisenerz, Bauxit, Erdgas, Kohle und eine lange Liste von Metallen und Mineralien, die für die moderne Industrie unerlässlich sind. Jüngsten Schätzungen zufolge kontrolliert der Staat große Vorkommen an Eisenerz, Gold, Bauxit und anderen Mineralien, die traditionell von der nationalen Wirtschaft abgebaut werden.
Diese Ressourcen sind nicht nur Rohstoffe von wirtschaftlichem Wert. Mineralien wie Coltan, Lithium, Seltene Erden und andere Elemente, die in digitalen Technologien, Batterien, Halbleitern und hochentwickelten Militärsystemen Verwendung finden, sind heute strategisch wichtig für die wirtschaftliche und militärische Wettbewerbsfähigkeit der Mächte. Wer diese Ressourcen kontrolliert, hat einen enormen Vorteil bei der Entwicklung der Technologien, Energiequellen und Waffensysteme der Zukunft. Es überrasche daher nicht, dass Washington, während es die Operation in Venezuela offiziell als Kampf gegen den Drogenhandel oder als Mission der Gerechtigkeit darstellt, gleichzeitig Druck auf die Ölexporte ausgeübt und Sanktionen gegen Unternehmen verhängt, die weiterhin venezolanisches Rohöl handeln. Das eigentliche Ziel sei weitreichender: sich selbst oder ihren Unternehmen direkten Zugang zu den Bodenschätzen eines Landes zu sichern, die wertvoller sind als seine geografischen Grenzen.
Sollten die Vereinigten Staaten oder andere externe Mächte ihre Offensive erfolgreich abschließen und die direkte oder indirekte Kontrolle über Venezuelas Ressourcen erlangen, wären die Folgen gravierend, so Vasapoolo weiter, denn Ziel ist es, die geoökonomische und geopolitische Struktur einer ganzen Region neu zu definieren. Es besteht die Gefahr, dass Venezuela, wie viele afrikanische und lateinamerikanische Staaten in der Vergangenheit bereits erfahren mussten, zu einem Protektorat für die Ausbeutung von Ressourcen wird.
In einer Welt, in der strategische Rohstoffe nicht nur für die Wirtschaft, sondern auch für Technologie und Verteidigung von entscheidender Bedeutung sind, kann die Kontrolle über Venezuelas Öl, Gold, Coltan und andere Mineralien nicht als bloße Folge militärischer Operationen und politischen Drucks abgetan werden. Vielmehr geht es um alles: die stille Aneignung eines Naturerbes, das einem ganzen Volk gehört.
Anmerkung:
Siehe die Beiträge
- Für den Dollar oder Das Öl-Imperium schlägt zu – „Sie haben unser Öl genommen und wir wollen es zurück.“ (Donald Trump) von Carlos Columnista
- Mampf statt Kampf in Venezuela – Wer von Abschreckung, Aufklärung und Abwehr schmiert und schwätzt, muß nicht B sagen von Pascal Panther
- Venezuela: Welche Folgen hat die Entführung von Präsident Maduro? von Rainer Rupp
im WELTEXPRESS.
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