Die Generation Facebook und das Auto

"Wenn die jungen Leute die Autos nicht mehr kaufen wollen, dann sollen sie sie wenigstens mieten". Nach diesem Motto entwickeln die großen Autohersteller inzwischen Konzepte für eine Generation, die sich für das Auto als Statussymbol nicht mehr zu interessieren scheint. Begonnen hat BMW und Sixt mit der Aktion "Drive Now" und stellt Minis und kleine BMWs in die deutschen Großstädte. Wer mitmachen will, bezahlt eine Anmeldegebühr von 29 Euro und kann dann nach Lust und Laune in ein Auto steigen, für das er dann 29 cent pro Minute bezahlt. Es ist nicht schwer zu erraten, dass hier mit Handy-Netzbetreibern zusammen gearbeitet wird. Mit einem App auf dem Smartphone wird der Kunde zum nächsten freien Auto geführt und der digitale Schlüssel wird gleich mitgeliefert. Mit Zahlung der Aufnahmegebühr bekommt man auf seinen Führerschein einen Chip geklebt, mit dem man in Zukunft immer identifiziert werden kann. Einfacher gehts ja kaum! VW startet im Herbst in Hannover sein Pilotprojekt.

Das Ganze nennt sich "Drive Now" und ist eine Aktion der Autobauer und hat nicht nur gemeinsam, dass man sich offenbar gemeinsam darüber Gedanken gemacht hat, wie man diese Generation an das Auto binden kann, sondern auch darüber, dass der eine oder andere Autohersteller ohne Vermietpartner auskommen will und kann. Das ist verständlich, wenn man sieht, dass die sich in den vergangenen Jahren nichts haben einfallen lassen für eine neue Kunden-Generation, die anders leben will, als die Kunden der Autovermieter noch vor 20 Jahren. Autovermieter sind unflexibel, teuer und umständlich, so dass die Aktion der Autohersteller nur eine logische Folge davon ist. Die Flexibilität der Drive-Now-Aktion nämlich ist von großer Bedeutung. Man kann das gemietete Auto kann an vielen Punkten der Stadt abgestellt werden. Das ist eine total praktische Angelegenheit, wenn man einkauft oder schnell einen Freund zum Flughafen bringen möchte, was nur zwei von unglaublich vielen Alltags-Situationen sind, in denen man für eine kurze Zeit ein Auto braucht und dies auch möglichst bald und unkompliziert wieder los werden will.

Und zum Schluss noch eine weitere Überraschung: Über Drive-Now sollen auch Elektroautos unter die Leute gebracht werden. Bei BMW, so heisst es zumindest, soll bis 2013 ein kompaktes Elektro-Auto auf dem Markt sein. Da man aber davon ausgeht, dass die ersten Modelle relativ teuer und deren Akku-Reichweite eher für mehrere Fahrten in den Innenstädten denn für den Ausflug ans Meer reichen wird wird, setzt man auf den Care-Sharing-Markt, um die sauberen und geräuscharmen Flitzer im Alltag unterzubringen. Sobald BMW seine ersten Elektro-Autos in Berlin zum Sharing abgestellt hat, werden wir das ausprobieren …

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