Die Eisernen bleiben normal und den Großen auf der Spur – Die „Alte Försterei“ steht für spannenden Fußball nach alten Sitten und Gebräuchen

Fans des 1. FC Union Berlin in der Wuhlheide.
Quo vadis 1. FC Union Berlin? © Foto/BU: Hans-Peter Becker

Berlin, Deutschland (Weltexpress). Union sei kein Verein, der die ganze Welt erobern wolle, noch nicht einmal ganz Berlin. Aber den Fans, die wir hätten, wollten wir Verlässlichkeit bieten, so hatte sich Unions Vorsitzender Dirk Zingler (56) in einem Interview ausgedrückt. Wie Zingler das meinte, führten die Eisernen am Wochenende bei Bayer Leverkusen vor.

Zunächst sah es so aus, als würden die Berliner in der Bayarena ohne ihre Flitzer Taiwo Awoniyi (beim Afrika-Cup) und Sheraldo Becker (Quarantäne) sang und klanglos untergehen, denn bereits in der 26. Spielminute musste Nico Gießelmann vom Platz. Er hatte sich ohne Fremdeinwirkung verletzt. Dafür kam Bastian Oczipka. Zu allem Übel sorgte dann in der 38. Minute Patrick Schick für das 1:0 der Gastgeber. Doch gerade danach erwachte der alte Kampfgeist bei den Wuhlheidern.

Grischa Prömel stieg zum Torjäger auf. Sekunden vor dem Halbzeitpfiff traf er zum Ausgleich und vier Minuten nach der Pause sorgte er für die 2:1 Führung. Am Ende schaffte Jonathan Tah noch den Ausgleich. In der Nachspielzeit traf Bastian Oczipka den Bayer-Pfosten, aber es blieb beim 2:2. Ein Ergebnis, dass auch nicht jedes Team bei der Werkself herausholt.

„Klar ärgern wir uns, wenn wir in der Schlussphase noch den Ausgleich bekommen. Aber ich denke schon, dass es in Ordnung ist, wenn wir aus Leverkusen einen Punkt mitnehmen“, bleibt Grischa Prömel Realist und erhält dabei Unterstützung von seinem Trainer Urs Fischer: „Ich bin sehr glücklich über das Unentschieden. Leverkusen hätte das Spiel im ersten Durchgang entscheiden müssen, denn unser Spiel in der erste Hälfte war schwach .Nach dem Wechsel war es eine tolle Leistung meiner Mannschaft, so dass am Ende nicht einmal viel zu einem Auswärtssieg gefehlt hat.“ Union bleibt also den Topvereinen auf der Spur. Hoffentlich auch am kommenden Sonnabend in der Alten Försterei gegen den Tabellendritten TSG Hoffenheim.

Mit dem Auftritt am Rhein festigten die Köpenicker weiter ihren Ruf als Team der normalen Leute. Stadionsprecher Christian Arbeit würde wahrscheinlich bei der Begrüßung nie auf die Idee kommen, die Fans*innen zu begrüßen. Der alte Nimbus von den Schlosser-Jungs aus Schöneweide macht sich gut als Maskottchen und gehört zu den nostalgischen Wurzeln der Eisernen, wird aber auch noch gelebt, wie Dirk Zingler betonte, als er unlängst nach veganen Würstchen als Verkaufsschlager im Stadion gefragt wurde. „In der Alter Försterei gibt es Bockwurst, Bier und spannenden Fußball und außerdem wird nicht gegendert. Punkt.“ Union ist eben volksnah und verbreitet immer einen Hauch von Alt-Berlin. Warum soll das schlecht sein?