Der Morgen stirbt nie – Rachel McAdams und Harrison Ford haben Nachrichtenfieber in „Morning Glory“

Wenig glorreich: Frühstücksfernsehen mit Keaton & Ford

Noch ist nicht aller Tage Abend für die junge Fernsehproduzentin Becky (Rachel McAdams), die nach ihrer Entlassung eine bei einem anderen Sender das Frühstücksfernsehen übernehmen muss. Die erfolglose Morgenrunde „Daybreak“ scheint nicht zufällig den Namen eines Katastrophenfilms zu tragen. Um dem abzuhelfen, zwingt Becky den Nachrichtenreporter Mike Pomeroy (Harrison Ford) in einer Morgenshow mit der ehemaligen Schönheitskönigin Colleen Peck (Diane Keaton) aufzutreten. Die bissige Atmosphäre zwischen dem ungleichen Moderatoren-Gespann soll Beckys Frühsendung „Morning Glory“ zum Publikumserfolg machen.

Bei den TV-Zuschauern des Films mag sie erfolgreich sein, beim Kinopublikum nicht. Statt die Mechanismen der Fernsehbranche vorzuführen, begnügt sich „Morning Glory“ damit, seine stereotypen Charaktere eine endlose Parade skurriler Aktionen vorführen zu lassen, um die da draußen vor dem Bildschirm zufrieden zu stellen. Zwar spielt Rachel McAddams die ehrgeizige Produzentin mit Verve, doch nützt ihr dies angesichts der flachen Dialoge und uninspirierten Handlung wenig. „Ihre Seite hat verloren.“, verkündet Becky Pomeroy, nachdem ihr Vorgesetzter (Jeff Goldblum) ihre Sendung genehmigt hat. Ihr spöttischer Kommentar scheint stellvertretend für Regisseur Mitchell den Kinozuschauern zu gelten, die sich eine geistreiche Mediensatire im Stil von „Network“ erhofften. Doch Mitchells beflissene Nachrichtenkomödie ähnelt dem Gegenentwurf zu Sidney Lumets doppelbödiger Gesellschaftskritik. Wohlwollend und versöhnlich ist die Fernsehbranche in „Morning Glory“. Selbst die Reporter, die über die überpünktlichen Unterhaltungs-Sendungen herziehen, denken nicht schlecht darüber.

Nie würde jemand hier mit einer Waffe für Einschaltquoten sorgen wollen! Sie würden nur lieber bei einer Kochshow eine Frittata zaubern. So hat die Morgenstund ´ noch mehr als Gold im Mund. Gegenüber „Nachrichtenfieber“ nimmt sich die banale Massenunterhaltung aus wie eine Krankheit. Kongenial ist „Morning Glory“ nur darin, so spannend wie eine überlange Frühstücksfernseh-Show zu sein.

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Titel: Morning Glory

Land/ Jahr: USA 2009

Genre: Komödie

Kinostart: 13. Januar 2011

Regie: Roger Michell

Drehbuch: Aline Brosh McKenna

Darsteller: Rachel McAdams, Harrison Ford, Diane Keaton, Patrick Wilson, Ty Burrell, Jeff Goldblum

Kamera: Alwin Kuchler

Musik: David Arnold

Schnitt: Dan Farrell, Nick Moore, Steven Weisberg

Verleih: Paramount

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