Der “Aktivist“ unter den Investoren

Jürgen Gregersen

Mut und Weitsichtigkeit ist das erste Kapital eines Investors. Um dieses Kapital zu einem Vermögen zu gestalten, braucht es die richtige Portion von Entscheidungskraft und Fleiß. All das hat Jürgen Gregersen bereits bewiesen, als er 20 Jahre alt war und zum ersten Mal an die türkische Südküste kam. Das war, als Alanya noch 3000 Einwohner zählte und Avsallar ein Dorf war. Hier kaufte er sich vor also 45 Jahren ein Grundstück, weil er sich in das Land, die Gegend verliebt hatte. Als IBM-System Ingenieur ließ er sich etwas später für zwei Jahre nach Istanbul versetzen und lernte dort nicht nur die Sprache, sondern auch die Türkei noch besser kennen. Das innere Band zu diesem Land war unwiderruflich geknüpft. Das hielt den agilen Mann, der durch seinen Beruf die ganze Welt bereiste, jedoch nicht davon ab, sich erst einmal in der italienischen Toscana niederzulassen und sich dort drei Weingüter zu kaufen und diese auch zu bewirtschaften. Schließlich war die südliche Toscana das Gebiet der Medicis, der seinerzeit „heimlichen Regenten“, die von dort aus das moderne Bankenwesen begründeten und das Zeitalter der Renaissance erst möglich machten. Wahrscheinlich genau die richtige Gegend für einen Mann wie Gregersen. Wir erwähnen das deshalb um darauf hinzuweisen, dass Weingüter, die dort hinterlassen wurden, sich in einer Größenordnung befinden, die man nicht einfach so bewohnen und bewirtschaften kann. So installierte Jürgen Gregersen neben dem Anbau von Wein und Öl auch Tourismus in diesen Gütern und machte „nebenbei“ seine Arbeit bei der Firma IBM, die ihn inzwischen in die Rente entließ.

Und hier erklärt sich auch, warum wir ihn einen „Aktivisten“ nennen. Andere Menschen setzen sich zur Ruhe, aber nicht Jürgen Gregersen. Nach 25 Jahren erfolgreichem Einsatz in Italien kehrt er zu seinen „Wurzeln“ als Investor in die Türkei zurück und startet durch mit einer Energie, von der sich so manch ein junger Mensch eine deutlich große Scheibe abschneiden könnte. Wieso er das tut? Wenn man ihn erlebt, erübrigt sich die Frage. Geld hat er genug, diese Sorge treibt ihn also nicht. Aber was dann? Weil man bekanntlich auf falsche Fragen auch keine richtige Antwort erhält, haben wir uns überlegt, dass es da ja sicher einen Grund gibt, warum er sich ausgerechnet Incekum ausgesucht hat, um dort umtriebig zu werden. Und dann ist es plötzlich ganz einfach, Fragen zu stellen, denn: Wer die Toscana kennt und sich einmal die Mühe macht, die Hügel und die Landschaft von Incekum mit ihren Terrassen und die Vegetation zu entdecken, wird sofort verstehen, dass Gregersen hier die „türkische Toscana“ sieht, die dann auch den ganz großen Vorteil hat, direkt am Meer zu liegen. Aber nicht nur diesen Vorteil sieht er. Die „alte“ Toscana ist schon lange wieder besetzt von einer Oberschicht, die unter sich bleiben will und dementsprechend sind auch die Preise dort. Genauso verhält es sich auch mit Baugenehmigungen. Wenn überhaupt, kann man mit einer Baugenehmigung nach frühestens drei Jahren rechnen. Gregersens „türkische Toscana“, Incekum also, hat gerade erst alle Dörfer eingemeindet und einen neuen Bebauungsplan erarbeitet. Baugenehmigungen sind zu haben innerhalb von 1-2 Monaten. Alles ist sozusagen neu geboren und somit eine willkommene Herausforderung für Investoren wie Jürgen Gregersen, daraus etwas zu machen, was an der gesamten türkischen Mittelmeerküste bisher verschlafen wurde: Gregersen setzt sich dafür ein, dass hier wenig Bebauung entsteht, dafür aber exklusiv.

In Fahri Baysal, dem Bürgermeister von Incekum hat er jemanden gefunden, der seine Ideen teilt. Die Stadtverwaltung hat beschlossen, eine Bebauung niedrig zu halten und damit die gehobene Käuferschicht anzusprechen. Die Grundstücksaufteilung solle möglichst nicht kleiner als 650 Quadratmeter betragen, sagt Gregersen, um eine vernünftige Privatsphäre für Villenbesitzer zu gewährleisten.

Um die Nachhaltigkeit der Investitionen zu garantieren, hat sich Jürgen Gregersen entschlossen, einen Verein zu gründen, der sich um die Infrastruktur kümmert und für den Erhalt der Hügellandschaft sorgen wird. In diesem Verein sollen Ausländer sowie Türken gemeinsam an diesem Ziel arbeiten.

Die Sprache der Investoren

Jürgen Gregersen spricht die Sprache der Investoren und kennt sich auf dem Weltmarkt bestens aus. Für ihn ist die Türkei ein erfolgreiches Schwellenland, dessen Wirtschaftsdaten ihre eigene Sprache sprechen. Es ist kein Geheimnis mehr, dass die Türkei sich zu einer tonangebenden Macht zwischen dem Westen und dem Nahen Osten entwickelt hat und der wirtschaftliche Aufstieg nicht mehr aufzuhalten ist. Gregersen kennt das Land seit 45 Jahren und weiß, wovon er spricht. Zur Zeit kauft er Grundstücke ausschließlich mit unverbaubaren Meerblick, den die Hügellandschaft vor allem im Gebiet Türkmen garantiert. Er sieht die Zukunft Incekums nicht am Strand und an der Küste, sondern auf den Hügeln der Gemeinde, die über ein noch größtenteils unbewohntes Hinterland verfügt. Glücklicherweise hat Jürgen Gregersen genügend Eigenkapital, so dass er nicht auf schnelle Verkäufe angewiesen ist. Sein persönliches Engagement gilt vorerst vor allem der Errichtung der Infrastruktur. Dieser persönliche Einsatz kann nur von einem überzeugten Investor wie Jürgen Gregersen einer ist, geleistet werden. Natürlich treibt ihn auch Idealismus, sagt er, aber in erster Linie sei er Geschäftsmann und absolut sicher, dass Incekum, dessen Name übrigens „Feiner Sand“ bedeutet, in Wirklichkeit eine seltene Perle ist.

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Erstveröffentlichung in New Estate, September 2010.

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