Das Herzgold der grünen Insel – Matthew Goode und Amy Adams feiern „Verlobung auf Umwegen“

Die erfolgreiche Innendekorateurin Anna (Amy Adams) wartet sehnlich auf einen Heiratsantrag ihres Freundes Jeremy (Adam Scott). Als sie ihn am vierten Jahrestag der beiden immer noch nicht erhält, reist Anna ihrem Freund kurzentschlossen nach Irland hinterher. In Dublin will sie dem viel beschäftigten Kardiologen, der übereilt aus beruflichen Gründen auf die grüne Insel reisen musste, einen Heiratsantrag machen. Das Nationalsymbol des Kleeblattes bringt Anna kein Glück. Ihr Flugzeug muss zwischenlanden und Anna sich über See und Land ihrem Ziel näher kämpfen. Unterwegs landet sie in einem Pub, dessen Gäste und Einrichtung so klischeehaft irisch aussehen, als wären sie einer Parodie von James Joyces „Dubliners“ entstiegen. Vermutlich werden diese abergläubischen Schirmmützenträger dafür bezahlt, als lebende Requisiten Touristen in dem Gasthaus zu belustigen. Der grobschlächtige Pub-Besitzer Declan (Matthew Goode) willigt aus Geldnot ein, Amy nach Dublin zu bringen. Zuerst sind sich beide so Feind wie Protestanten und IRA. Doch der Weg vorbei an Kühen und Küstenlandschaft führt das Paar zu einer „Verlobung auf Umwegen“.

Der deutsche Verleihtitel nimmt das Happy End vorweg. Überrascht zu werden, erwartet das Publikum romantischer Komödien nicht. Darüber macht sich das Autorenduo Deborah Kaplan und Harry Elfont keine Illusionen. Der Originaltitel „Leap Year“ ist ähnlich unvorteilhaft und bezieht sich auf die Tradition, welche Anna im Film auf die Insel lockt. Am 29. Februar können Frauen in Irland um die Hand ihres Angebeteten anhalten. „Das ist das Idiotischste, das ich je gehört habe.“, spottet Declan, als Amy ihm von dem alten irischen Brauch erzählt, von dem die Iren anscheinend noch nie gehört haben. Idiotisch ist das ganze in der Tat. Wo in der westlichen Welt geht es so konservativ zu, dass Frauen nur einmal alle vier Jahre die aktive Rolle beim Heiratsantrag übernehmen dürfen? Die Antwort liegt für Regisseur Anand Tucker auf der Hand: In der massentauglichen Liebeskomödie steht die Zeit still wie in ol ´ Eire, welches „Verlobung auf Umwegen“ wie eine überlange Kerry-Gold-Werbung inszeniert. Burgen, saftige Wiesen und Fidelmusik, alle sehen aus, als hießen sie Deidre oder Liam und nur die Gallagher-Brüder fehlen.

„Verlobung auf Umwegen“ scheint komödiantische Stereotypen katalogisieren zu wollen: gecancelte Flüge sind witzig, verpasste Züge sind noch witziger, zu Fuß gehen müssen ist am witzigsten. Dergleichen Reisepech ereilt vorzugsweise reiche Frauen, denn mit teuren Pumps und Louis-Vuiton-Koffer ist die Reise erst recht komisch. Darauf erstmal ein paar Gläser Guinness.

Titel: Verlobung auf Umwegen – Leap Year

Land/ Jahr: USA 2009

Genre: Komödie

Kinostart: 18. März 2010

Regie: Anand Tucker

Drehbuch: Deborah Kaplan, Harry Elfont

Darsteller: Amy Adams, Matthew Goode, Adam Scott, John Lithgow

Laufzeit: 100 Minuten

Verleih: Kinowelt

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