Coronavirus-Chaos im Sport? – Die Profis schwirren durch Europa und die Amateure haben Platzsperre

Covid, Corona, Virus, Pandemie... Quelle: Pixabay, Foto: Markus Distelrath

Berlin, Deutschland (Weltexpress). Der Corona-Virus trübt im Profisport den schönen Schein. Die Teams im Fußball, Handball und Basketball reisen bei der Champions League, dem Nation Cup, dem EHF-Pokal oder der Euroleague im Basketball durch Europa, als ließe sich das Coronavirus SARS-CoV-2 wie Blütenstaub vom Ärmel schütteln.

Es ist schwer zu vermitteln, dass bei den Vereinschefs und internationalen Verbandsbossen einzig die sportliche Leidenschaft ihr Handeln bestimmt. Da geht es einfach um viel Zaster.

Statt sich auf die nationalen Ligen zu beschränken, was unter den notwendigen Corona-Hygieneanforderungen schon schwer genug ist, schwirren Clubs und Nationalteams durch die Gegend, als gäbe es kein Morgen. Die Ukraine spielt trotz fünf (!) positiver Team-Mitglieder in Leipzig gegen Deutschland. Die sächsischen Kreisliga-Vereine SG Lausen oder Eintracht Wiederitzsch dürfen nicht einmal trainieren.

In Berlin beantragte Füchse-Manager Bob Hanning eine Verschiebung der Bundesligaspiele gegen Kiel und Flensburg-Handewitt sowie einen neuen Termin für die EHF-Begegnung in Lissabon. Nicht schön, aber vernünftig. „Die Gesundheit steht an erster Stelle“, sagt Hanning, obwohl der enge Terminplan kaum noch Neuansetzungen zulässt.

Ein Hauch von Überheblichkeit kann dem norwegischen Gesundheitsminister vorgeworfen werden. Er verhinderte die Reise der norwegischen Fußball-Nationalelf in einer Chartermaschine nach Rumänien wegen hoher Corona-Gefahr. Zu ihren Vereinen in Linienfliegern durften sie reisen. Was für ein Chaos!

Am Mittwoch in Österreich – mit extrem hohem Covid-19-Befall . dürfen die Norweger antreten. Allerdings nicht mit dem für Rumänien vorgesehenen Nationalteam, sondern mit einer neuen, schnell formierten Mannschaft. Dadurch spielen mit Trimmel für die Austria und Reyerson für Norwegen zwei Unioner mit. Hoffentlich erweisen sich die beiden Unioner als eisern genug, um den Ausflug in die Walzer-Stadt gesund zu überstehen, denn am Wochenende geht es nach Köln.

Ex-Handball-Star Stefan Kretzschmar, sonst eher ein überlegter Mensch, wirft sich für die Handball-WM im Januar 2021 in Ägypten ins Zeug. Hoffentlich bekommt Bundestrainer Alfred Gislason dann überhaupt eine Mannschaft zusammen, denn gerade in der Handball-Bundesliga scheint das Coronavirus besonders zuzuschlagen. Zahlreiche Spiele mussten bereits abgesagt werden, weil ganze Mannschaften wie die Füchse Berlin in Quarantäne verharren.

Da handeln die Eishockeyspieler in der DEL schlau. Sie warten bis zum 18. Dezember, um zu testen, ob es dann überhaupt losgehen kann.

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