Bundestagsabgeordnete fordern Verbot von Killer-Kältemittel – VDA arbeitet noch an einer Lösung

Nachdem Daimler in einem Versuch bewiesen hatte, dass R1234yf Fahrzeugbrände auslösen kann, nachdem VW-Aufsichtsrat Ferdinand Piëch das Kältemittel rundheraus ablehnt und auch BMW es wegen der Gefährlichkeit nicht in seinen Autos verwenden will, denkt man nun im auch im Bundestag über ein Verbot des Mittels nach, dessen Verwendung die EU erlaubt, nachdem sie für neue Autotypen das bisher übliche Kältemittel R134 (Tetrafluorethan) verboten hatte.

„R1234yf ist absolut ungeeignet“, sagte der Grünen-Bundestagsabgeordnete Anton Hofreiter gegenüber „Auto-Bild“, „so ein Wahnsinn darf nicht eingesetzt werden.“ In einer kleinen parla-mentarischen Anfrage wollen die Grünen nun von der Bundesregierung wissen, ob sie in dieser Sache aktiv werden will. Erste Anzeichen deuten darauf hin, dass sie will. So sagte der ehemalige Bundesforschungsminister und CDU-Abgeordnete Heinz Riesenhuber dem Fachblatt: „Ich begrüße, dass Daimler R1234yf vorerst nicht einsetzen will.“ Die SPD-Abgeordnete Kirsten Lühmann erklärte: „Die EU darf uns keine unsicheren Autos aufzwingen.“ Und Caren Lay von den Linken, die bereits 2010 massiv gegen das Kältemittel intervenierten, fordert: „Diese gefährliche Subtanz muss verboten werden.“

Selbst in der industriefreundlichen FDP, die 2010 gemeinsam mit der Union alle Widerstände gegen R1234yf im Bundestag niederstimmte, scheint sich das Blatt zu wenden. Petra Müller, für die Liberalen im Verkehrsausschuss, befürchtet mit dem Killerkältemittel ein ähnliches Desaster wie bei der Einführung des Ökokraftstoffs E10 und will deshalb „die Reißleine ziehen“.

Vorerst noch sehr zurückhaltend äußert sich der VDA, der unter anderem die Interessen der in Deutschland produzierenden Automobilhersteller vertritt. Eckehart Rotter, der Chef der Öffent-lichkeitsarbeit des Verbandes, betont gegenüber dem kraftfahrt-berichter, dass der VDA in der Frage des Klimaanlagen-Kältemittels keineswegs untätig gewesen sei. Rotter: „Als Daimler uns vor gut zwei Monaten über seine Untersuchung mit R1234yf unterrichtete, war das für uns eine neue Lage. Wir haben sofort eine Expertengruppe einberufen. Die hat aber bisher noch keine Aussage getroffen. Wir warten mit einer Stellungnahme noch, bis die Expertengruppe zu einem Ergebnis gekommen ist.“

kb