BP lügt und lügt und lügt – Ölpestbeseitigung im Golf von Mexiko zieht sich in die Länge

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Wie die Agentur France Presse am Mittwoch weiter meldet, ist die Forderung in einem Schreiben vom Dienstag formuliert, das der Konteradmiral der US-Küstenwache James Watson dem BP-Exekutivdirektor Tony Hayward geschickt hat. Das Ultimatum gilt ab dem Erhalt des Schreibens.

Die von BP betriebene Bohrinsel Deepwater Horizon war am 22. April nach einer starken Explosion und dem darauffolgenden 36-stündigen Brand vor der Louisiana-Küste gesunken Die dadurch ausgelöste Ölpest hat in den US-Bundesstaaten Louisiana, Alabama und Mississippi millionenschwere Schäden verursacht. Der Region droht eine Umweltkatastrophe. Strände am Golf von Mexiko sind inzwischen auf einer Länge von insgesamt 190 Kilometern verschmutzt. Die US-Umweltbehörde Epa bestätigt, daß riesengroße Ölschwaden unter Wasser treiben.

Nach Expertenschätzungen fließen täglich 12 000 bis 19 000 Barrel Öl ins Meer. Aktuell geht die US-Regierung von einem Ölaustritt von 2,2 bis 4,5 Millionen Liter pro Tag aus. Der Wissenschaftler Steve Wereley von der Purdue University geht von zwischen drei und knapp sieben Millionen Litern Öl aus, die täglich ins Meer gelangen. "BP behauptet, dass sie den größten Teil des Öls auffangen. Ich denke, das wird sich in kurzer Zeit als falsch herausstellen", sagte Wereley schon einmal vorab.

BP hat bereits mehrmals und ohne sichtlichen Erfolg versucht, das Auslaufen des Öls zu stoppen. Ende Mai scheiterte das Unternehmen an dem Versuch, das Bohrloch mit schwerer technologischer Flüssigkeit zu füllen, um es dann zuzementieren zu können.

Am 3. Juni konnte das Bohrrohr dennoch oberhalb des "Blowout Preventers“ abgeschnitten und mit einem Schutzsiphon versehen werden, so dass das aus dem Bohrloch austretende Öl und Gas teilweise in die Behälter eines Tankschiffes gelangt. Die Mengen, die ausfließen, sind trotzdem gigantisch.

Der Zwischenfall im Golf von Mexiko hat die bislang schwerste Ölpest in den USA ausgelöst und die Ausmaße des Unglücks mit dem Tankschiff Exxon Valdez 1989 vor Alaska weit übertroffen. Damals waren aus dem gestrandeten Schiff rund 260 000 Barrel Öl ausgeflossen.

Die Wut auf BP in den USA steigt weiter. Schuld daran sind auch die vielen schmutzigen Details, die nach und nach bekannt werden. So berichtet die Nachrichtenagentur AP, in Unfall-Plänen des Ölkonzerns aus dem Jahr 2009 tauchten Experten auf, die längst nicht mehr lebten. So sei der Biologe Peter Lutz von der Atlantic University in Boca Raton bereits im Jahr 2005 verstorben. Außerdem habe BP offenbar nicht mitbekommen, dass der Forscher schon seit den Neunzigern nicht mehr unter der angegebenen Adresse an der University of Miami erreichbar war.

Auch zahlreiche andere angegebene Telefonnummern seien falsch. Außerdem liste das BP-Dokument Walrosse, Seeotter, Seelöwen und Robben als potenziell gefährdete Arten auf – obwohl diese nicht im Golf von Mexiko zu Hause sind.

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