Bomben auf Benzindiebe und Rührseligkeiten im Reichstag – Ein Kommentar

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Was noch Verteidigungsminister Franz Josef Jung (CDU) noch am Wochenende leugnete, als alle es schon besser wußten, wurde heute auch von der NATO bestätigt: "Eine Folgeuntersuchung ergab, dass auch Zivilpersonen getötet und verletzt worden sind."

Jung hatte noch am Montagabend einen Rücktritt wegen des Vorfalls abgelehnt. Allerdings räumte er erstmals ein, bei dem Luftangriff könnten auch Zivilpersonen getötet worden sein. "Ich habe gesagt, dass ich zivile Opfer nicht ausschließen kann", sagte der CDU-Politiker.

Diesen Opfern, den Toten und Verletzten gelte fortan das Mitgefühl von Merkel und Jung. "Wir trauern um jeden Einzelnen", erklärte die Kanzlerin und "fühlt mit ihnen und ihren Angehörigen". Vom selben Blatt hatte Jung zuvor abgelesen, als er ebenfalls "fühlte" und "trauerte". Was die in der Tat trauernden Angehörigen in Afghanistan "fühlen", können wir uns denken: Sie werden auf die Heucheleien der Deutschen wenig geben außer vermutlich veine gehörige Portion Wut, weil Jung wie Merkel daran festhalten, daß die Bomben auf Benzindiebe richtig gewesen seien. Bald wird den Besatzungssoldaten aus Deutschland noch mehr blanker Haß entgegenschlagen, Kugeln und Granaten fliegen ihnen nach acht Jahren Krieg sowieso schon mehr denn je um die Ohren.

Sowohl Bomen auf Benzindiebe wie auch Rührselige Regierungserklärungen im Reichstag sind gerade dann zukritisieren, wenn sich die Regierenden diese Kritik verbitten.

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