Begeistert durch Schub und Sound – Lexus will mit dem GS-F im Segment der Premium-Mittelklasse-Sportler mitmischen

Das Cockpit im Lexus GS-F. © Lexus
Schon die Sportlimousine Lexus GS, mit einem 154 kW/209 PS starken 2,5-Liter-V6-Motor oder einem 254 kW/345 PS starken Hybrid-Antrieb unter der Haube, ist eine agile Fahrmaschine. Doch der Lexus GS-F stellt sie in punkto Schub und Sound in den Schatten. Der Mittelklasse-Sportler will jetzt mit seinen süddeutschen Konkurrenten um die Wette fahren, um die Gunst der Käufer. Die müssen allerdings auch bereit sein, knapp 100 000 Euro für dieses Fahrzeug der Toyota-Edeltochter hinzulegen.

Erste Bekanntschaft mit dem GS-F auf einer Rennstrecke in der Eifel: Schon im Ruhezustand strahlt die Power-Limousine eine gewisse Aggressivität aus. Die Front wird geprägt vom riesigen Diabolo-Kühlergrill mit ebenso riesigen Luftöffnungen, schlitzäugigen Scheinwerfern und einer deutlich konturierten Motorhaube. Breit und trotzig steht der GS-F da, so, als scharre er schon mit den Hufen.

Unter seiner Haube wartet nicht, wie vielleicht erwartet, ein mehrfach aufgeladenes Kleinkaliber auf seinen Einsatz, sondern ein 351 kW/477 PS starker 5,0-Liter-V8-Saugmotor. Er schaufelt ein maximales Drehmoment von 530 Newtonmetern an die Hinterräder. Dazu ist er mit einem Achtstufen-Direktschaltgetriebe gekoppelt. Dieses Powerpaket soll es möglich machen, dass der GS-F in 4,6 Sekunden aus dem Stand auf Tempo 100 sprintet. Die Höchstgeschwindigkeit wird erst bei 270 km/h erreicht.

Das Cockpit im Lexus GS-F. © LexusGut, setzen wir uns mal rein. Das geht für einen Sportwagen erstaunlich bequem. Ordentlichen Seitenhalt bieten die gut ausgeformten Sitze, die Fahrer und Beifahrer sicher verankern. Platz ist genug, auch für lange Beine, und selbst im Fond geht es in dieser Hinsicht verhältnismäßig komfortabel zu. Das Armaturenbrett wird vom Infotainment-System mit seinem 12,3-Zoll-Display dominiert. Das bietet allerdings mehr Informationen, als man während der Fahrt aufnehmen kann und auch mehr, als wirklich nötig sind.

So, dann mal los. Schon beim Anlassen kommt Freude auf: Der GS-F knurrt vernehmlich und zieht damit die Blicke auf sich. Mit Karacho steigt er in die Rennstrecke ein. Der Motor sorgt für ordentlich viel Schub und eine gleichmäßige Kraftentfaltung. Um die Antriebskraft optimal auf der Strecke zu bringen, stehen dem Fahrer verschiedene Fahrmodi zur Seite. So wird es möglich, dass sich der GS-F von seinen verschiedenen Seiten zeigen kann: von kultiviert, komfortabel und sparsam bis knallhart und angriffslustig. Zudem kann der Fahrer ein Differential aktivieren, über das die jeweils optimale Verteilung der Antriebskräfte auf die Hinterräder geregelt wird.
Keine Frage, dass die groß dimensionierten, kräftigen Bremsen von Brembo eine schnelle Verzögerung des knapp zwei Tonnen schweren Boliden einleiten können. All das war eindrucksvoll auf der Teststrecke zu erfahren. Wer jetzt nach dem Verbrauch fragt: Nur im Eco-Modus soll es theoretisch möglich sein, den Normverbrauch von 11,2 Litern auf 100 Kilometern zu schaffen.