BASF und Gazprom vereinbaren Milliarden-Geschäft – Firmenanteile werden getauscht

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Gazprom ist das weltgrößte Erdgasförderunternehmen und auch im Erdöl- und Energiegeschäft, aber auch im Verlags- und Bankwesen tätig. Der Kasseler Öl- und Gasförderer Wintershall gibt Speicher und Gashandel, samt der Kasseler Wingas, wie geplant gänzlich ab und erhält im Gegenzug 25 Prozent plus einen Anteil an zwei Gas- und Kondensatfeldern in Westsibirien.

Gazprom steigt darüber hinaus mit 50 Prozent bei der Gas- und Ölförderung von Wintershall Nordzee vor den Küsten der Niederlande, Großbritanniens und Dänemarks ein, teilte BASF nach Angaben der Deutschen Presse-Agentur (dpa) mit.

BASF und Gazprom hatten das Tauschgeschäft bereits Ende 2013 vereinbart, es aber ein Jahr später während der Ukraine-Krise auf Druck aus den USA und des Streits zwischen Russland und dem NATO-Westen zunächst auf Eis gelegt.
BASF-Chef Kurt Bock betonte, man konzentriere sich weiter darauf, „in unseren öl- und gasreichen Schwerpunktregionen an der Quelle profitabel zu wachsen“. Gazprom-Chef Alexej Miller nannte das Geschäft einen Meilenstein.
Mit diesem großen Geschäft baut Gazprom seine Präsenz in EU-Europa aus und bekommt Zugang zu etwa einem Viertel der deutschen Gasspeicherkapazität. Umgekehrt erhält ein Unternehmen mit Sitz in Deutschland „direkten Zugang zu russischen Erdgasquellen und ein russisches Unternehmen investiert in der EU weiter in Erdgashandel und Gasspeicher und somit in Versorgungssicherheit Europas“, meint Bock.

Die EU-Kartellbehörden hatten der Transaktion bereits genehmigt wie auch die deutsche Bundesregierung den Tausch billigte. Wenn die Vereinbarung so abgewickelt werde wie damals gemeldet, gelte die damalige Genehmigung, erklärte ein BASF-Sprecher. Das Geschäft soll spätestens zum Jahresende abgeschlossen sein und rückwirkend ab April 2013 gelten.

Am Freitag gaben BASF und Gazprom zudem gemeinsam mit den weiteren Mitgliedern des Nord-Stream-Pipeline-Konsortiums die Anteile an dem Gemeinschaftsunternehmen für den Ausbau der Ostsee-Gasleitung bekannt. Demnach soll Gazprom 51 Prozent an der Projektgesellschaft halten. Eon, Shell, der österreichische OMV-Konzern und BASF sollen je zehn Prozent, der französische Energieversorger Engie neun Prozent bekommen.
Diese Projektgesellschaft ist für den Bau zweier weiterer Pipelines von Russland durch die Ostsee bis nach Deutschland zuständig ”” das sogenannte Nord-Stream-2-Projekt. Die zwei zusätzlichen Stränge sollen einmal eine Jahreskapazität von 55 Milliarden Kubikmetern Gas haben. Damit würde sich die gesamte Kapazität von Nord Stream verdoppeln, hieß es.
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