Auch VW lehnt Honeywells Killer-Kältemittel ab

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Daimler hatte in Tests gezeigt, dass sich R1234yf bei einem Unfall entzünden kann, und am 25. September 2012 die Notbremse gezogen.

In der vergangenen Woche erklärte VW-Aufsichtsratschef Ferdinand Piëch in einem Interview mit „Auto-Bild“: „Das richtige Kältemittel ist CO2 (Kohlendioxid). Das brennt garantiert nicht. Bis das kommt, verwenden wir das bewährte Mittel R134a weiter.“

Damit wendet sich auch der wohl mächtigste Mann der europäischen Autoindustrie nicht nur gegen die US-amerikanischen Chemiegiganten, sondern fordert auch die EU-Kommission heraus. Die hatte eine letzte Frist bis zum 31. Dezember dieses Jahres gesetzt, nach der das alte Kältemittel R134a nicht mehr für Autos verwendet werden darf, die ihre Typenzulassung nach dem 31. Dezember 2010 erhalten haben. Mercedes-Sprecher Christoph Horn sagte gegenüber dem Mediendienst „Motor-Talk“: „Sollte der VW-Konzern auch den Einsatz von R1234yf ausschließen, würden wir diese Entscheidung begrüßen. Dazu gehört auch der Einsatz von CO2.“

Ähnlich äußerte sich nun auch BMW. Bernhard Ederer von der Produktkommunikation sagte auf Anfrage des kraftfahrt-berichters: „Wir prüfen die Situation. Zur Zeit haben wir keine Modelle mit dem neuen Kältemittel R1234yf auf dem Markt oder bei den Händlern.“ Auch für den bayerischen Autokonzern ist CO2 als neues Kältemittel „vorstellbar“. Damit wäre der Aufstand der deutschen Autokonzerne komplett.

Peinlich ist die Auseinandersetzung für den Verband der Automobilindustrie (VDA). Der hatte sich zuerst für Kohlendioxid als Kältemittel eingesetzt, machte dann aber unter dem Druck der amerikanischen Konzerne eine Kehrtwende und sprach sich für die Verwendung von R1234yf aus. VDA-Chef Matthias Wissmann sagte am Wochenende der FAZ: „Wir prüfen zusammen mit den Herstellern diese Ergebnisse und beraten das weitere Vorgehen.“ Er betonte, dass dazu auch gehöre, mit den Gremien auf der EU-Ebene zu sprechen.

kb

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