40 Jahre eine Welle des Erfolges: Donau-Tourismus auch 2010 gut aufgestellt – Serie: Aktuelle Tipps und Trends von Wiener Reisemesse (Teil 3/3)

Prof. Gerhard Skoff, Präsident der Arbeitsgemeinschaft "Die Donau", am Messestand

Eine blaue Donauwelle symbolisiert die gemeinsamen Bemühungen der Mitgliedsländer, den Donauraum – definiert als ein 70 Kilometer breiter Streifen links und rechts des Stromes – mit allen seinen faszinierenden Landschaften, bedeutenden Städten und touristischen Möglichkeiten international stärker bekannt zu machen und den Fremdenverkehr in den Teilnehmerstaaten zu fördern.

„Dies ist weltweit bislang einzigartig für die touristische Vermarktung einen großen, durch mehrere Länder fließenden Stromes“, betont der Österreicher Prof. Gerhard Skoff, bereits seit 15 Jahren Präsident der internationalen Arbeitsgemeinschaft „Die Donau“. Mit Stolz blickt er auf die 40 Jahre zurück. „Trotz unterschiedlicher Wirtschaftssyseme und politischer Verfassung schlossen sich damals, 1970, sieben Donau-Anrainerstaaten zur grenzüberschreitenden Kooperation zusammen und wagten damit den Brückenschlag über den Eisernen Vorhang hinweg. Während der letzten zwanzig Jahre hat sich ja Europa politisch und wirtschaftlich gewaltig verändert. Die meisten Donau-Länder sind inzwischen EU-Mitglied, was vieles einfacher macht. Der eingeschlagene Weg der touristischen Zusammenarbeit im Donauraum wird fortgesetzt. Wir blicken jedenfalls mit großem Optimismus in die Zukunft.“

In der Ausstellerhalle „Donausalon“ der actb-Reisemesse in Wien war in der Tat zu spüren, dass die Welle des Erfolges weiter rollt. Voriges Jahr begonnen, bleibt auch im Jubiläumsjahr 2010 das gemeinsame Schwerpunktthema „Die Römer an der Donau“. Dabei geht es darum, den Besuchern die noch reichlich vorhandenen Spuren des römischen Reiches entlang der Donau nahezubringen. Die Erweiterung des UNESCO-Welterbes um „Grenzen des Römischen Reiches – Donaulimes“ ist bereits mit einem ersten Teilabschnitt an der bayrischen Donau erfolgt. Geplant ist, Ungarn und die Slowakei ebenso wie Österreich mit ihren entsprechenden Abschnitten in dieses Projekt einzubeziehen.

Was wäre die „schöne blaue Donau“ ohne Schifffahrt!? Aufgrund wachsender Nachfrage wird die Anzahl der Kabinenschiffe aufgestockt, so dass in diesem Jahr etwa 120 Passagierschiffe auf der Donau verkehren. Die Erfolgsstory der Kabinenschiffsreisen zeigt sich z. B. daran, dass sich in Passau seit 1992 die Zahl der Schiffsabfertigungen mehr als verzehnfacht hat. Die Zahl der Schiffsreisenden ist in diesem Zeitraum sogar um mehr als das Dreizehnfache auf über 225.000 gestiegen. Renner sind nach wie vor die Touren zwischen Regensburg, Passau, Linz, Wien, Bratislava und Budapest.

Gleichfalls erfreulich entwickelt sich der Rad- und Wandertourismus entlang der Donau. So wurden allein auf dem 463 Kilometer langen Donauradweg in Österreich während der letzten Saison 220.000 Radtouristen gezählt. Auch in Serbien entstand 2009 ein erster Donauradweg, den bereits 3.500 Touristen nutzten. Langfristig wird daran gearbeitet, einen durchgehenden Donau-Radweg von der Quelle bei Donaueschingen bis zum Donaudelta in Rumänien zu schaffen.

Apropos Donaudelta! Direktor Simion Giurca vom Rumänischen Touristenamt erklärte in Wien, dass diese zum Unesco-Weltnaturerbe gehörende einzigartige Flußlandschaft nachhaltig geschützt, aber auch weiterhin behutsam touristisch erschlossen wird. So gibt es dort in Sfintu Gheorge vom 9. bis 15. August 2010 das Internationale Filmfestival „Anonimul“. Ansonsten berichtete der Rumäne von steigenden Investitionen in die touristische Infrastruktur seines Landes. „Zur Zeit wird bei uns viel gebaut – neue Straßen, Autobahnen, Hotels und Freizeitanlagen entstehen.“ Als Beispiele nannte er das neue Ice Hotel am Balea See in den Südkarpaten, das jetzt auch um einen „Winter Park“ für Freizeit und Sport erweitert wurde, und das erst Ende 2009 wiedereröffnete luxuriöse Grand Hotel Continental im Zentrum von Bukarest. Nicht zuletzt wies Giurca darauf hin, dass Rumänien momentan die wohl „preisgünstigste Urlaubsdestination“ ist, da 100 Euro dort einen Kaufwert von 189 Euro haben!

Für die Tourismus-Organisation Serbiens brachte Zeljka Pudar ihre Freude zum Ausdruck, dass seit Jahresbeginn 2010 die lang ersehnte Visafreiheit mit der EU in Kraft getreten ist. Die Zahl der ausländischen Besucher Serbiens konnte bereits 2009 um 2 Prozent gesteigert werden, wovon insbesondere Belgrad und Novi Sad profitierten. Gestartet wurde das touristische Projekt „Mammut-Route durch Serbien“, die zu den spektakulären Ausgrabungsstätten mit gut erhaltenen Skeletten der ausgestorbenen Riesensäugetiere führt. Kombiniert werden soll diese Tour mit dem Besuch von Sehenswürdigkeiten aus dem Römischen Reich, Donaufestungen oder Weinbergen.

Balázs Kovács vom Ungarischen Touristenamt hob zwei Top-Angebote für Besucher von Budapest hervor: Das international geschätzte „Budapester Frühlingsfestival“ vom 19. März bis 5. April 2010 wird bereits zum 30. Male veranstaltet. Und seit kurzem verfügt die ungarische Metropole als neue Touristenattraktion über ein einzigartiges Sightseeing-Fahrzeug (Bus/Schiff), mit dem sowohl zu Lande als auch zu Wasser auf der Donau fahren kann.

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Infos:

Die Donau – Internationale Touristische Werbegemeinschaft / Danube Tourist Commission, Floragasse 7/701, A-1040 Wien; Tel. +43 1 23000 13/107; Fax +43 1 23000 13 550; E-Mail: donau@austria.info; www.danube-river.org

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