Mit 12 km/h zum Eisbären-Sieg – Angezogene Handbremse der Hauptstädter beim 3:2-Sieg gegen Grizzlys Wolfsburg

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Eisbären Berlin versus Grizzlys Wolfsburg.
Puck in der Berliner Luft während der Partie zwischen Eisbären Berlin und Grizzlys Wolfsburg Dienstagnacht. © 2017, Foto: Stephan Wenske

Berlin, Deutschland (Weltexpress). Bärenstunde in Berlin. Dienstagnacht trafen Berliner Eisbären und Grizzlys Wolfsburg in der Mehrzweckhalle an der Spree aufeinander. Das Hauptstadtunternehmen schien wert auf die Defensive gelegt zu haben. Die Sachsen aus Wolfsburg machten dabei mit. Torschüsse waren hüben und drüben Mangelware.

Trotz der 1:0-Führung durch Jamie MacQueen (16.) im ersten Drittel blieb es bei einer kontrollierten Offensive der Hausherren vor 10.417 Zuschauern. Die angezogene Handbremse bei den Berlinern sollte sich nach einer Nullnummer im zweiten Drittel auszahlen, denn Louis-Marc Aubry (53.) und Danny Richmond (57.) trafen für die Eisbären.

MacQueen erzielte sein Tor in Überzahl. Richmond schoss hingegen aufs leere Tor, in das die Scheibe mit 12 km/h einschlug.

Magische Minuten

Pavel Gross nahm als Noch-Trainer am Mittellandkanal zuvor seinen Torhüter aus dem Kasten, um einen Angreifer mehr aufbieten zu können für die im Grunde aussichtslose Aufholjagd in den Schlussminuten. Zuvor tauchten die Braunbären nur sporadisch vorm Eisbären-Tor auf. Die Führung der Hauptstädter schien in sicheren Händen.

Doch Gross gab nicht auf und die Richtung vor: Berliner Tor. Gesagt, getan. Stephen Dixon mit einem Penalytreffer (58.) und Gerrit Fauser (59.) trafen innerhalb einer Minute. Und dann liegt der Puck wieder im Berliner Tor.

Die Schiedsrichter Sirko Hunnius und Gordon Schukies bemühten den Videobeweis und gaben den Treffer nicht. Das wäre der Ausgleich in letzter Minute gewesen.

Nach 50 Minuten Winterschlaf wurden die Grizzlys beachtlich bedrohlich. Die Eisbären kriegten das Zittern. Doch der dritte Heimsieg in Folge, der unter Arbeitssieg verbucht werden kann, geht in Ordnung, weil Wolfsburg bis auf ein paar Minuten und Szenen wenig zeigte, zu wenig.

Dass sich Marcel Noebels, der als Berliner Stürmer neben den Berliner Verteidigern Frank Hördler, Jonas Müller zur Winterolympiade nach Pyeongchang fahren darf, im Anschluss an das Punktspiel mehr Coolness und Kaltschnäuzigkeit wünschte, das ist verständlich. Erklären kann man den Zittersieg nicht. Immerhin sind die Berliner Eisbären nun 100-prozentig für die Playoffs qualifiziert.

Gross gab auf der Pressekonferenz kund, „ein müdes Spiel, ein vorsichtiges Spiel“ gesehen zu haben. Wohl wahr.

Weiter geht es für Gross und die Grizzlys am Freitag gegen Mannheim am Mittellandkanal. Die von Uwe Krupp trainierten Hauptstädter müssen am Sonntag beim Zweitplatzieren in Nürnberg ran.

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