Groß im Klein-SUV-Segment: der Jeep Renegade – Vom 75th Anniversary bis zur Nitro Special Edition

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Jeep Renegade
Der Jeep Renegade Nitro im Winter. © Jeep

Berlin, Deutschland (Weltexpress). Wie wäre es mit einem Kraftwagen im Klein-SUV-Segment für Eis und Schnee? Wie wäre es mit einem Jeep Renegade für den kommenden Winter?

Ein Jeep Renegade 75th Anniversary

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Jeep Renegade 75th Anniversary © Jeep

Vergangenen Winter fuhren wir zwar auch auf einem Berg, allerdings den Jeep Renegade 75th Anniversary. Schon von weitem wurde klar: da steht ein Jeep. Der senkrechte Sieben-Kühlstab-Frontgrill und die trapezförmigen Radausschnitte reichten aus, um auf den ersten Blick erkennen zu können, dass der Renegade, der vor dem großen Gründerzeitgebäude auf dem Prenzlauer Berg von Berlin, in dem die Redaktionsstube des Weltexpress untergebracht ist, steht, ein Jeep ist, wenn auch ein kleiner.

Auf den zweiten Blick: ein Jeep Renegade

Beim näheren Betrachten fanden wir weitere Hinweise auf die Marken-Zugehörigkeit. Die Scheinwerfer sind rund, die Windschutzscheibe ist steil. Die Kernigkeit aus der Zeit, als der GI mit dem Willys MB Richtung Reichshauptstadt bretterte, die war zu erkennen und auch, dass der Kraftwagen im Windkanal klare Kante und Schmalgesichtige den Mittelfinger zeigt. Das und für Kenner noch mehr verdeutlichte, dass das grüne Gefährt mit X-Rückleuchten ein Jeep ist.
Mit dem wollen die Verantwortlichen für die Marke Jeep offensichtlich fremdes Terrain erobern. Sie wollen scheinbar Opel Mokka, Nissan Juke und noch viele andere mehr aus dem Verkehr schubsen.
Dass der Renegade nicht nur aus Sicht eines in ihm Sitzenden Luft nach oben hat, also zum Dach, sondern auch beim Komfort, das darf man als Älterer anmerken, auch wenn der Wagen fürs junge Publikum gemacht zu sein scheint. Immerhin bietet der Jeep Renegade 75th Anniversary ein Fiberglas-Schiebe-Hubdach, das elektrisch geöffnet und bei Bedarf rausgenommen werden kann. Das Ausprobieren mit dem Aus- und Einbauen beider Dachöffnungen probierten wir dann doch nicht, auch wenn die Aufgabe eine kurzweilige und schnelle Angelegenheit sein solle.

Verlockend sind vor allem die Preise. Für einen einfachen Jeep Renegade wird auf der Webseite Jeep.de/Renegade aktuell ein Ab-Preis von 16.900 Euro aufgerufen. Und vier Jahre Jeep-Garantie sind ohne Kilometerbegrenzung (sic!) dabei. Dafür bietet der Renegade als Mini-SUV „klassenbeste Offroad-Performance“, wie der Hersteller desweiteren erklärt.

4×4 oder Neun-Stufen-Automatik und ein Allradantrieb

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Jeep Renegade 75th Anniversary © Jeep

Alle Achtung verdient auch das optionale Neun-Stufen-Automatikgetriebe und der Allradantrieb. Ich liebe Automatik und die Neun-Stufen-Automatik sorgt solide für Laufruhe. Was sagt der Hersteller dazu? Ganz viel und zwar, dass „das System … permanent Temperatur, Geschwindigkeit sowie die elektronische Stabilitätskontrollaktivierung“ überprüfe „und … mehr als 20 Getriebe-Mappings für unterschiedliche Straßenbedingungen“ biete. Dadurch werde „die Reaktionszeiten kürzer, der Durchzug optimiert und die Schaltung weicher, was ein optimales Fahrerlebnis speziell auch auf der Autobahn garantiert.“ Das klingt nicht nur klasse, das ist es auch. Selbst ausprobieren!
Wie der Fahrer es wünscht kann die Hinterachse zugeschaltet werden. Dampf und also Beine machen dem Renegade die Pferdestärken, die unter der Haube stecken. Die Benzin- und Dieselmotoren mit bis zu 125kW (170PS) (5,9 l/100km / 155 g/km) in Kombination mit Front- oder Allradantrieb bedeuten relativ üppigen Fahrspaß in Stadt und Land.
Und dann immer schön auf die Knöpfe „Auto“, „Snow“, „Sand“ oder „Mud“ drücken.
Das Active Drive System von Jeep
„Auto“? Automatisch und zwar vollautomatisch. Das „Active Drive System“, sagt Jeep“, „sorgt je nach Bedarf und bei jeder Geschwindigkeit für nahtloses Zu- und Abschalten des Vierradantriebs. Das System benötigt keinerlei Fahrereingriff und stabilisiert das Fahrzeug im Zusammenspiel mit dem Elektrischen Stabilitätsprogramm (ESP) in kritischen Fahrsituationen. Ergänzt wird dieses System je nach Version durch den Bergabfahrassistenten Hill-Descent Control sowie das Selec-Terrain-System zur optimalen Anpassung des Fahrzeuges an den Untergrund.
Welcher Konkurrent bietet das alles für so wenig Geld?
Vier famose Versionen
Und wer beim Jeep Renegade mehr möchte, der greife zu einer der Versionen. Zum Renegade Sport, ab 19.900 Euro, zum Renegade Longitude ab 21.800 Euro, zum Renegade Limited ab 25.800 Euro oder zum Renegade Trailhawk ab 34.000 Euro.

Und immer super Sicherheit

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Jeep Renegade 75th Anniversary © Jeep

Der Jeep habe „mehr als 70 Sicherheitssysteme“. Darunter ist beispielsweise der Auffahrwarnsystem. Das warnt nicht nur die Ohren und Augen, „sondern unterstützt auch den Bremseingriff, um einen Aufprall zu vermeiden oder dessen Folgen abzumildern“. In Echt: Wenn der Fahrer nicht fährt, also abgelenkt ist und nicht reagiert, dann „leitet das System ein Bremsmanöver ein, um einen Aufprall zu vermeiden oder abzumildern“.
Dankbar sollte man für etwas so Gutes sein.
Auch der Spurhalteassistent, der „mit Kamerasensoren konstant die Position des Fahrzeugs auf der Fahrbahn“, ist eine echte Bereicherung.

Auf den billigen Plätzen wird es enger und im Kofferraum, den man nicht öffnen kann, ohne sich mehr oder weniger die Finger schmutzig zu machen, ist kaum Platz. Na und?! Der Renegade ist mehr für flotte Fahrten und kurzweilige Ausflüge von Bequemlichkeitsabstinenzlern auf bis zu mittellangen Strecken denn für lange und luxuriöse Ferien- und Fernfahrten mit der ganzen Familien geeignet, aber für diejenigen, die es großzügig können und galant wollen, hat Jeep andere und größere Modelle im Angebot.

Beachtenswertes Sondermodell

Während wir vergangen Winter mit dem Jeep Renegade 75th Anniversary unterwegs waren, wurde vom Hersteller zum Ende des Winters 2017 der Jeep Renegade als Nitro Special Edition auf die Bretter gestellt. Auf die Serienausstattung im Vergleich zum Modell Longitude bietet der Renegade Nitro silberfarbene Leichtmetallräder der Dimension 17 Zoll sowie ein Komfort-Plus-Paket mit Zweizonen-Klimaautomatik, Heizung für Lenkrad und Vordersitze, Keyless-Enter-N-Go, Lendenwirbelstütze für den Fahrersitz, elektrisch anklappbare Außenspiegel, Beifahrersitz mit Staufach, höhenverstellbarer Ladeboden, 230 V Stromanschluss. Obendrein wird dem Käufer des Jeep Renegade Nitro Special Edition mit einem schwarzen Aufkleber auf der Motorhaube ein Snowboard der Marke Nitro überreicht. Vielleicht will jemanden den Wagen für diesen Winter so und nicht anders? Fehlt nur noch ein Dachtgepäckträger für Sack und Pack und Ski. Auf die Piste, fertig, los!

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