Arme „taz“ oder Wenn Journalisten die Gesellschaft vergiften

0
1049
Tastatur.
Die Hand an der Tastatur. © 2018, Münzenberg Medien, Foto: Stefan Pribnow

Berlin, Deutschland (Weltexpress). Ich hätte auch die Überschrift wählen können: „Wenn ein Journalist fürs Denken zu blöde ist“, oder auch: „Wenn Verlage wie die der ‚taz‘ aus Einsparungsgründen hirnlose Schmeißfliegen als Redakteure beschäftigen“. Wir erinnern uns. Flensburg, Messerattacke auf eine Polizistin. Am Mittwoch, den 30 Mai, fallen im Intercity auf der Fahrt nach Flensburg Schüsse.

Ein Mann geht mit einem Messer auf eine junge Polizistin los, die gerade aus dem Zug aussteigen wollte. „Mahmood“ aus Eritrea stach auf die Frau ein, die dabei am Arm verletzt wurde. Kurz darauf wurde der Migrant von einem 32-jährigen Mann gestoppt, erlitt aber dabei ebenfalls schwere Stichverletzungen. Die 22-jährige Beamtin zog in Todesangst ihre Waffe und erschoss den Angreifer. Soweit die Berichterstattung aus den Medien.

Wären Messerangriffe, Schießereien, Raub, Mord, Totschlag und Vergewaltigungen nicht längst Alltag in unserer Republik geworden, und gehörten kriminelle Übergriffe von Besuchern aus klimatisch benachteiligten Ländern hierzulande seit geraumer Zeit nicht zu unserem täglichen Leben, würde dieser Vorfall heute noch die Schlagzeilen bestimmen. So wäre auch dieser Anschlag eines Migranten auf Bürger seines „Gastgeberlandes“ beinahe zur Randerscheinung verkommen, wenn nicht die „taz“ dank einer bekloppten Journalistin implizit den Täter zum Opfer umgeschrieben hätte.

„Esther Geislinger“, freie Mitarbeiterin der „taz“ berichtete über diesen Vorfall mit einem Zungenschlag, bei dem die Leser den Eindruck gewinnen könnten, dass die Polizistin wegen Tragens ihrer Dienstuniform den Eritreer provoziert habe. So durfte sich der Zeitungskonsument folgenden Absatz auf der Zunge zergehen lassen:

„Aber was löste den Angriff aus? Litt der Mann vielleicht unter einer psychischen Störung, hat der Anblick der Uniform eine Panikreaktion ausgelöst? Wenn ja, war richtig Pech im Spiel: Die Beamtin aus Bremen hatte eigentlich dienstfrei, hätte also keineswegs in Uniform reisen müssen.“

Mir zog es vor Empörung beinahe die Schuhe aus, als ich im Original-Wortlaut das Recherche-Ergebnis dieser verwirrten Redakteurin habe auf mich wirken lassen.

„In Schleswig-Holstein, so sagte der Leiter der Polizeischule in Plön in einem Interview, ist es eigentlich nicht vorgesehen, dass Beamte in der Freizeit mit Uniform und Waffe unterwegs sind.“

Ah, ja…! Das geht natürlich gar nicht! Mit anderen Worten: Es wäre nichts passiert, wenn die dumme Kuh nach Dienstschluss ihre Unform und ihre Waffe in den Spind gelegt hätte, um dann nach Hause zu fahren. Die folgenschwere Verletzungen für jenen jungen Mann, der die Beamtin verteidigt hatte, wird im Artikel mit keinem Wort thematisiert. Dass alle Fahrgäste in Intercity-Zügen Küchenmesser mit sich führen, scheint bei der unterbelichteten Redakteurin zur Normalität zu gehören und daher nicht einmal erwähnenswert. Vermutlich erwarten Journalisten der „taz“, dass traumatisierte Angreifer von uniformierten Polizisten vor einer Tat therapeutisch behandelt werden, damit sie nicht marodierend auf Sicherheitskräfte und Bürger losgehen.

Man fragt sich allen Ernstes, was, bitte, geht in den ebenso kranken Hirnen einiger Schreiberlinge vor, wenn sie an den Tasten sitzen und dem Zeitungsleser Bericht erstatten? Auch hier möchte ich ein schönes Beispiel dieses unsäglichen Schmierblattes zum Besten geben, das drei Tage später zum Artikel erschien: „Der ‚taz‘ wird vorgeworfen, im Artikel würden wir Täter und Opfer umkehren. Das war keinesfalls unsere Intention. Vielmehr ging es um die Frage, ob der Angreifer auf die Polizistin reagierte und er es auf sie abgesehen hatte, nur weil er sie als Polizistin erkannte.“

Ich wills mal so sagen: Wenn jemand mit seinen literarischen Ergüssen die Öffentlichkeit beglücken will, sollte man sich zumindest über die Wirkung verwendeter Formulierungen im Klaren sein, und daher über ein Minimum an „sprachlichem Inventar“ verfügen. Von einem Determinativkompositum aus Wort und Bedeutung scheinen einige Schreibtischtäter noch nie etwas gehört zu haben. Es kann aber auch gut sein, dass besagte Dame einem politischen Erziehungsauftrag des Chefredakteurs gefolgt ist und deshalb diesen unsäglichen Dreck verbreitet. Nun ja, wenn man so dämlich Nachrichten verbreitet, dann liegt für jene Autorin auch nahe, dass das Leben eben tödlich ist. Man sollte halt nicht mehr mit Zügen fahren.

Ich erlaube mir hier, meinen geschätzten Kollegen Henryk Broder zu zitieren, der mit einem freundlichen Bonmot in seinem Autorenblog „Die Achse des Guten“ den „taz“-Artikel kommentierte und den Nagel auf den Kopf trifft: „Die Beamtin hätte nicht in Uniform reisen müssen. Sie hätte sich auch einen Badeanzug anziehen und ein Schild um den Hals hängen können: „Ich lese die ‚taz‘. Du auch?“ Dann wäre „der Mann“ bestimmt nicht über sie hergefallen, sondern hätte nur höflich gefragt, ob er bei ihr ein „taz“-Abo abschließen könnte. So gesehen, war in der Tat Pech im Spiel. Arme „taz“.

Anmerkung:

Vorstehender Beitrag von Claudio Michele Mancini wurde unter dem Titel „Wenn Journalisten die Gesellschaft vergiften“ im Scharfblick am 6.6.2018 erstveröffentlicht.

Anzeige