Zwischen Rehrücken und Kartoffelsalat – Serie: Lebensader Main zwischen Odenwald und Spessart (Teil 7/7)

Volles Haus in der Kurfränkischen Häckerwirtschaft in Klingenberg. © Foto/BU: Dr. Peer Schmidt-Walther

Miltenberg, Deutschland (Weltexpress). Unbedingt sollte man sich auch den Gaumenfreuden hingeben, die der agile Küchenchef Ralf Restel kredenzt. Leicht erreichbar ist sein Traditions-Gasthaus „Zur Krone“ in Großheubach. Wir hatten Zeit, um geschmorten Rehrücken zu genießen, der auf der Zunge zerging. Und sich vorab von seiner Frau Niki, studierte Sommelière in Sachen Wein, beraten und informieren zu lassen. Rustikaler geht´s in der „Kurfränkischen Häckerwirtschaft“ von Benedikt Baltes in Klingenberg zu. Natürlich mit lokalem Gutsausschank. Zum Bacchus ein gebratener Leberkäs mit frischem fränkischen Kartoffelsalat. Lecker!

Gruselig indes wird es, wenn man von der düsteren Vergangenheit Miltenbergs hört. Im Ort werden gern mehrere Plätze gezeigt, auf denen öffentliche Prozesse und Hinrichtungen stattfanden. Grund dafür war der Hexenwahn, wobei die Main-Stadt zu den Hauptverfolgungsorten gehörte. Zwischen 1590 und 1630 ließen hier rund 200 Menschen ihr Leben, nachdem sie zuvor im Hexengefängnis bestialisch gefoltert wurden.

Deutschlands älteste Gäststätte „Zum Riesen“ in Miltenberg. © Foto/BU: Dr. Peer Schmidt-Walther

Warum das so war? Wirtschaftlicher Neid und Ernteausfälle bei Wein und Getreide werden heute als eine der wesentlichen Ursachen angesehen. Darunter litt auch so mancher wohlhabender „Riesen“-Wirt, der mit seiner Familie auf dem Scheiterhaufen verbrannt wurde. Unter dem Vorwand, dass vor dem Gasthof die Hexen tanzten.

Mittelalterliche Gruselgeschichten, die den Kreuzfahrern aus den USA und Australien Schauer über den Rücken jagen und genügend abendlichen Stoff bieten für die Weiterfahrt mit Kurs auf die Kulturstadt Aschaffenburg.

Ein kühler Weißburgunder funkelt im Glas. © Foto/BU: Dr. Peer Schmidt-Walther

Infos:

Der Main fließt in vielen Mäandern und wurde von den Kelten daher Schlange genannt, von den Römern Moenus. Er hat einen doppelter Ursprung: als Roter Main in der Fränkischen Alb und als Weißer im Fichtelgebirge. Beide Quellflüsse vereinigen sich südwestlich von Kulmbach zum 553 Kilometer langen Main. Schiffbar ist er auf 386 Kilometern Länge zwischen Bamberg und Mainz.

Personenschifffahrt: www.reederei-henneberger.com

Mainland Miltenberg – Churfranken e.V., Hauptstraße 57, 63897 Miltenberg; Heimatseite im Weltnetz: www.churfranken.de; E-Brief: info@churfranken.de; Telefon: 09371-660 6975

Anmerkung:

Die Recherche wurde von Churfranken e.V. unterstützt.

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