Zehntausende protestieren in Minsk – Putin und Lukaschenko planen Treffen und bekräftigen „das Bündnis der Nachbarn zu stärken und auszubauen“

Der Kreml in Moskau. Quelle: Pixabay

Minsk, Weißrussland (Weltexpress). In vielen Medien auch deutscher Zunge wird über die Proteste von Zehntausenden auch am vergangenen Wochenende in Weißrussland berichtet.

Der „ORF“ (30.8.2020) teilt unter der Überschrift „Zehntausende bei Protesten in Weißrussland“ mit, dass „das vierte Wochenende in Folge in Weißrussland trotz beispielloser Drohungen der Behörden bei Massenprotesten den Rücktritt von Staatschef Alexander Lukaschenko gefordert“ worden sei.

In „Spiegel“ (30.8.2020) wird unter dem Titel „Martialisches Polizeiaufgebot in Minsk – Mit besten Geburtstagswünschen von Putin“ mitgeteilt, dass nicht nur „Zehntausende Menschen in Minsk gegen das Regime von Alexander Lukaschenko“ protestiert hätten und es „zahlreiche Festnahmen“ gegeben hätte, sondern auch, dass „Russlands Präsident Wladimir Putin seinem Nachbardiktator zum Geburtstag“ gratuliert habe.

Im „Spiegel“ sind Lukaschenko und Putin Diktatoren. Diktatoren sind im Allgemeinen Personen, im Besonderen auch eine Gruppe von Personen, die mit gravierenden bis unbeschränkter Macht und Herrschaft ausgestattet sind. Macht, also die Möglichkeit, Gehorsam für einen Befehl zu erhalten, alleine reicht in der Regel nicht. Diktatoren müssen ihre Befehle auch gegenüber anderen durchsetzen können. Dies geschieht durch die Exekutive des Staates, beispielsweise durch Polizisten und Soldaten, allerdings auch und immer wieder durch den tiefen Staat, also auch geheime Geheimdienste.

Weil der der „Diktator“ Alexander Lukaschenko (auch Aljaksandr Lukaschenka geschrieben) nicht nur sein Volk unterdrückte, sondern auch Journalisten der BRD, hat die Merkel-Regierung des weißrussischen Botschafter in Berlin einbestellt.

Ein Sprecher des Auswärtigen Amtes erklärte, dass „belarussische Behörden die Arbeit ausländischer Journalisten behindern“ würden. In der Tat wird über einen Fall geschrieben und gesprochen. Ein Kamerateam des mehr oder weniger BRD-Staatssenders „ARD“ (dort wird behauptet, dass es sich um einen „öffentlich-rechtlichen“ Sender handelte) wurde „vorübergehend festgenommen“.

Nun, der Botschafter des „Diktators“ (Weißrussland) wurde wohl „zu einem dringenden Gespräch ins Auswärtige Amt einberufen“. Auch um „Wahlfälschungen“ solle es gehen.

Beim „ORF“ wird Wladimir Putin noch nicht Diktator genannt, aber „Kreml-Chef“. Als solcher solle Putin „am Wochenende … bekräftigt“ haben, „dass er Lukaschenko für den Wahlsieger hält“.

In der „Süddeutschen Zeitung“ (30.8.2020) heißt es unter der Überschrift „Belarus: Kreml kündigt Treffen mit Lukaschenko an“ zum wahrscheinlichen Treffen von Lukaschenko und Putin in dieser Woche (für „Spiegel“-Journalisten vermutlich ein Diktatorentreffen), dass beide Staatsführer bei einem Telefon am vergangenen Sonntag „bekräftigt“ hätten, „das Bündnis der Nachbarn zu stärken und auszubauen“.

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