„Weiter so“ dank der Radieschen – Mitglieder der SPD stimmten mehrheitlich für das Dauerbündnis mit CDU und CSU zur Regierungsbildung

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Li sei wie Radieschen, heißt es oft bei Leuten im Land: außen rot und innen weiß. Quelle: Pixabay

Berlin, Deutschland (Weltexpress). Das Gedicht des Tages trägt den Titel „Feldfrüchte“ und stammt vom Autor Theobald Tiger.

Sinnend geh ich durch den Garten,
still gedeiht er hinterm Haus;
Suppenkräuter, hundert Arten,
Bauernblumen, bunter Strauß.
Petersilie und Tomaten,
eine Bohnengalerie,
ganz besonders ist geraten
der beliebte Sellerie.
Ja, und hier –? Ein kleines Wieschen?
Da wächst in der Erde leis
das bescheidene Radieschen:
außen rot und innen weiß.

Sinnend geh ich durch den Garten
unsrer deutschen Politik;
Suppenkohl in allen Arten
im Kompost der Republik.
Bonzen, Brillen, Gehberockte,
Parlamentsroutinendreh …
Ja, und hier –? Die ganz verbockte
liebe gute SPD.
Hermann Müller, Hilferlieschen
blühn so harmlos, doof und leis
wie bescheidene Radieschen:
außen rot und innen weiß.

Erstmals wurden vorstehende Zeilen in dem Politmagazin „Die Weltbühne“ am 21.9.1926 in der Nummer 38 auf Seite 470 veröffentlicht.

Des Tigers Lyrik ist und bleibt aktuell angesichts ungezählter Sotissen von Sozen in den letzten Monaten nach der letzten Bundestagswahl im September 2017. Damit sich daran nichts ändert, stimmten 66,02 Prozent für die Fortführung der Koalition mit den Parteien CDU und CSU. Nur 33,98 Prozent stimmten dagegen. Das teilte Dietmar Nietan als Leiter der Mandatsprüfungs- und Zählkommission der SPD am heutigen frühen Vormittag im Berliner Willy-Brandt-Haus mit.

463 722 SPD-Mitglieder durften vom 20. Februar bis zum 2. März ihre Stimme abgeben und über ein Weiter so unter Kanzlerin Angela Merkel (CDU) entscheiden. 378 437 hätten den Stimmzettel abgegeben und 362 933 Stimmzettel seien gültig gewesen, erklärte Nietan. Das entspräche einer Beteiligung von 78,39 Prozent. Anders formuliert: 239 604 Mitglieder der SPD kreuzten Ja an.

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