Von A wie „the ALPS“ bis Z wie Zirben-Zimmer: Interview mit Oskar Hinteregger, neuer Deutschland-Direktor der Österreich Werbung, – Serie: Aktuelle Tipps und Trends von Wiener Reisemesse (Teil 2/3)

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Österreichs Tourismus-Botschafter in Deutschland Oskar Hinteregger.

Boomt die Reisefreudigkeit der Deutschen in Richtung Österreich trotz Wirtschaftskrise nach wie vor?

Für deutsche Urlauber und Touristen steht Österreich erfreulicherweise traditionell immer ganz weit oben. Wieso? Nun, die Nähe, die Sprache, die Angebotsvielfalt – um nur drei unschlagbare Reisegründe zu nennen! Deutschland ist und bleibt für uns der wichtigste Herkunftsmarkt. Im Jahre 2009 hatten wir über 48, 8 Millionen Nächtigungen von deutschen Gästen. Das waren zwar 2,6 Prozent weniger als im Jahr zuvor, doch angesichts des schwieriger gewordenen wirtschaftlichen Umfeldes können wir durchaus zufrieden sein. Wir blicken zuversichtlich nach vorne und arbeiten kreativ (beispielsweise durch unsere wettbewerblich entstandenen „Best of“-Angebote) daran, unser Reiseland hinsichtlich Qualität, Angebot und Service noch attraktiver zu machen. So sollte es uns gelingen, den Spitzenplatz bei den deutschen Gästen zu erhalten und sogar noch auszubauen,

Bewährtes fortzuführen und neue Akzente zu setzen – wie stellt sich das Ihnen dar?

Obenan steht für mich, das in Deutschland vorhandene positive Image Österreichs um ein paar zusätzliche Aspekte zu erweitern. Vieles, was wir bieten, reflektiert bisher die Vergangenheit. Wir brauchen jedoch auch einen erfrischenden Schuß mehr Zeitgenössisches in den Angeboten.

Stärker noch müssen wir unsere Gastgeberrolle mit dem Ziel eines hohen Serviceniveaus in den Vordergrund stellen. Wichtig ist auch, die traditionell familiären Strukturen unserer Gastgeber zu pflegen. Schließlich sind über 90 Prozent der Hotels, Restaurants und anderen touristischen Dienstleister in Familienbesitz. Das schafft vertraute Nähe zum Gast und ist ein unschätzbares Pfund in einer Welt, in der vieles beliebig und austauschbar geworden ist.

Entschieden setzen wir uns für einen nachhaltigen Tourismus ein, der unseren Gästen die wunderschöne Alpenlandschaft genießen läßt, aber auch wesentlich dazu beiträgt, sie als Lebensraum für die Menschen zu erhalten. Nehmen Sie zum Beispiel den beliebten Ferienort Obergurgl am Ende es Ötztales. Dort befindet sich in über 1900 Meter Höhe die höchstgelegene Grundschule der Alpen. Möge sie und Obergurgl noch lange erhalten bleiben.

Übrigens, auf Initiative Tirols werden sich ab 2010 unter dem Namen „the ALPS“ die Alpen als grenzüberschreitender Lebens- und Kulturraum verstärkt international positionieren. Als Österreich Werbung unterstützen wir diese neue zukunftsweisende Plattform, auf deren Prolog im September 2010 in Innsbruck bereits erste innovative alpine Tourismusprojekte vorgestellt werden sollen.

Der Winter läuft ja in Österreich – siehe Arlberg, Ötztal und andere starke Destinationen – generell gut. Wo sehen Sie Ihre Stärken in den anderen Jahreszeiten?

Unser kleines Land Österreich, das Berge und Seen, Natur und Kultur auf engem Raum vereint, wird ein gefragtes Ganzjahres-Reiseziel bleiben. Obgleich noch mitten in der Wintersaison, laufen schon überall auch die Vorbereitungen auf die die zu erwartenden Reiseströme im Frühling, Sommer und Herbst. Was die Reisezeit Nr. 1 – den Sommer – betrifft, so steht für uns die Konzentration auf den Haupturlaub in den Bergen im Vordergrund. Aber auch für Kurzurlauber erweitern wir die Möglichkeiten zum Beispeil durch neue Wellness- und Freizeitanlagen, Golfplätze und anderes.

Sich aktiv in der Natur zu bewegen – das gehört unbedingt zu einem modernen Urlaub. Deshalb ist es nicht verwunderlich, dass unsere seit drei Jahren laufende Kampagne „Österreich. Von Natur aus Wandern.“ mit vielfältigen Angeboten für einen perfekten Wanderurlaub so große Resonanz gefunden hat.

Ein starker Trend, den wir ebenfalls fördern, ist der zeitgemäße Familienurlaub, bei dem immer mehr Eltern, Kinder, Großeltern, Verwandte gemeinsam verreisen und etwas erleben wollen. Viele Regionen unseres Landes, wie der Bregenzer Wald, das Salzkammergut oder das Gasteiner Tal, stellen sich zunehmend darauf ein. „Österreich neu entdecken“ – dies ist das große Sommerthema sicherlich über das Jahr 2010 hinaus.

Haben Sie für Besucher Österrreichs den einen oder anderen Geheimtipp?

Wer im Sommer oder Herbst durch unser Land reist, sollte auf die Schilder „Ab-Hof-Verkauf“ achten, dort anhalten, hineingehen, etwas probieren oder wie wir sagen „kosten“– und Einheimische treffen!

Empfehlen kann ich auch, die Urlaubsnächte mal in einem gemütlichen und besonders gesundheitsfreundlichen Zirben-Zimmer zu verbringen. Sie gibt es seit einigen Jahren – vom Pitztal in Tirol bis zu den Nockbergen in Kärnten – fast überall im Land: in Hotels, Pensionen, bei Ferienzimmern und Urlaub auf dem Bauernhof. In diesen Zimmern sind alle Möbel aus heimischen Zirbenholz gefertigt. Die Zirbe ist ein für die Alpen charakteristische Kiefernart, deren Holz ungewöhnliche Wohlfühleffekte attestiert werden. Zirben-Zimmer gelten als ideale Räume für natürlichen Schlaf, da sich Herzschlag und Atmung verlangsamen und tiefe Regeneration gegeben ist.

Vielen Dank für das Gespräch!

Infos:

Österreich Werbung Deutschland GmbH, Klosterstraße 64, D-10179 Berlin; Tel. 030-219148-0; Fax 030-2136673; E-Mail: deutschland@austria.info; www.austriatourism.com; www.austria.info

Für Urlaubsberatung und Information: Urlaubsservice der Österreich Werbung, Postfach 83, A1043 Wien; Tel. 01802/10818 (Ländervorwahl nicht nötig; ein Anruf 6 Cent aus dem deutschen Festnetz); E-Mail: urlaub@austria.info

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