Vollbremsung für die FC Bayern Frauen – FCR 2001 Duisburg gewinnt beim FC Bayern München mit 4:0

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Der FCR 2001 Duisburg bremste mit einem 0:4 Auswärtssieg den FC Bayern München.

Dem ganz in Rot spielenden FC Bayern gelang es anfangs recht gut, das Spiel zu bestimmen. Aber schon in der achten Minute scheiterte die Topspielerin Nicole Benacki aus guter Position nach Maßflanke von Nationalspielerin Melanie Behringer an der umsichtigen Linda Bresonik. Erst in der 23. Minute kamen die defensiven Duisburgerinnen erstmals zu einer dicken Torchance, als nach Zuspiel von Simone Laudehr Sturmspitze Inka Grings knapp über das gegnerische Tor köpfte. Ein folgender Lattenschuss von Nicole Benacki in der 33. Minute änderte am Torestand für München auch nichts. Nach einem versteckten Foul, welches die aufmerksame FIFA-Schiedsrichterin Christine Beck (Magstadt) bemerkte, verwandelte Torjägerin Inka Grings den Elfmeter zum 0:1 Pausenstand für Duisburg.

Durch klare Order von Trainer Günter Wörle erhöhten die Münchnerinnen den Druck auf das Tor von Duisburgs Torfrau Kathrin Lehmann, die kurz nach der Halbzeit in der 46.Minute einen scharfen Schuss von Nina Aigner parieren musste. Dann passierte es. Inmitten der bayrischen Offensive bezwang Simone Laudehr durch einen Alleingang nicht nur die versammelte FCB Hintermannschaft, nein, sie schob im Abschluss (56.) den Ball flach ins linke Eck zum spielentscheidenden 0:2 für den FCR 2001 Duisburg.

Als zehn Minuten später FCR-Verteidigerin Vanessa Martini nach Standardsituation und Freistoßvorlage (66.) ungehindert zum 0:3 einköpfen konnte, war das Debakel nicht mehr zu verhindern. FCB Managerin Karin Danner reagierte gelassen und lobte sogar in der Pressekonferenz den Sturmlauf der Gegnerinnen, aber wohl doch in der Gewissheit, dass der FCB gegen den Tabellenletzten Crailsheim es am letzten Spieltag noch selbst in der Hand hat,Meister zu werden.

Die Bayerinnen gaben nicht auf, hielten dagegen und Stefanie Mirach verfehlte in der 76. Minute knapp das Tor. Als dann Duisburgs Fußball Ikone Inka Grings in der 86. Minute zum 0:4 Endstand einschoss, wurde klar, dass der FCR 2001 Duisburg unangefochten die beste europäische Frauen- Vereinsmannschaft stellt. Es zeigte sich, dass Spitzenspiele nur die Mannschaft gewinnt, die mit Drucksituationen umgehen kann. Eine kalte Dusche für den FC Bayern Vorstandsvorsitzenden Karl-Heinz Rummenigge, der an der Seite seiner Managerin Karin Danner in Aschheim endlich einen Meisterschaftssieg erwartete. Nun muss der Chef der Bayern zur sehnlichst erwartenden Feier mit seinem Chauffeur in die württembergische Provinz in die idyllische Kleinstadt Crailsheim fahren.

„Wir haben richtig Spaß am Fußball“, bekannte die strahlende Duisburger Spielführerin Inka Grings, die noch am Morgen schwere Beine hatte. „Aber als ich auf dem Feld stand, habe ich davon nichts mehr gespürt. Es läuft einfach alles.“ Mit nunmehr 27 Treffern führt die erfahrene 31jährige Nationalspielerin meisterlich die Torjägerliste der 1. Bundesliga der Saison 2008/2009 an.

„Klar haben wir jetzt mehr Druck. Aber wir haben keine Krise. Wenn du Deutscher Meister werden willst, dann musst du auch den Druck aushalten,“ resümierte die defensive Bayern Mittelfeld Spielerin Tanja Wörle selbstkritisch nach dem Spiel. Ex-Bayernliga Spieler Johann Blaha betonte: „Die Taktik von Fußballlehrer Otto Rehagel, die Taktik der „kontrollierten Offensive“, wäre dem FC Bayern besser entgegengekommen. Kein Torhagel mit Ideen von Rehagel. Aber nach dem Spiel ist man schlauer.“

Der 1. FFC Turbine Potsdam ist nun mit 51 Zählern punktgleich mit den Bayern, hat aber die um einen Treffer bessere Tordifferenz. Dahinter lauert mit einem Punkt Rückstand, aber dem klar besten Torverhältnis der FCR 2001 Duisburg. Am 22. und letzten Spieltag werden die Fans also nach Toren und Punkten ein spannendes Fernduell von drei Teams erleben können. „So eine spannende Endphase hat die Frauenbundesliga noch nie erlebt,“ äußerte OK Präsidentin der WM 2011 Steffi Jones auf Anfrage anlässlich eines Termin beim Deutschen Turnfest in der Sportstadt Frankfurt.

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