Berlin, BRD (Weltexpress). Der Generalsekretär der KPV und Präsident Vietnams, TO Lam hat am Freitag, den 17.4.2026, mit einer hochrangigen Delegation einen 4tägigen Staatsbesuch in China, zu dem der Partei- und Staatschefs der Volksrepublik, Xi Jinping eingeladen hatte, beendet. Den letzten Tag verbrachten die Gäste in der Industriemetropole Nanning. In einer in Peking von der Nachrichtenagentur „Vietnam News Agency“ (VNA) veröffentlichten gemeinsamen Erklärung betonten beide Seiten, an der vietnamesisch-chinesischen Freundschaft festzuhalten, ihre umfassende strategische Partnerschaft zu verstärken und sich gegenseitig auf dem Weg zum Aufbau des Sozialismus entsprechend der Lage des jeweiligen Landes zu unterstützen. Zu der Kooperation für die Fischerei im Golf soll baldmöglichst ein Abkommen geschlossen werden. Vietnam, so die Erklärung, unterstütze die Ein-China-Politik. Die Regierung der Volksrepublik China sei die einzige rechtmäßige Regierung, die ganz China vertritt. Taiwan sei ein untrennbarer Teil des chinesischen Territoriums. Die vietnamesische Seite entwickele keine Beziehungen auf staatlicher Ebene zu Taiwan.
In Verteidigung und Sicherheit soll die Zusammenarbeit ebenfalls verstärkt werden. Die Beziehungen haben sich in den letzten Jahren positiv entwickelt und es wurden bedeutende und umfassende Fortschritte erzielt. Das gegenseitige politische Vertrauen wurde gefestigt und spielt eine strategische Leitrolle für die Entwicklung der Beziehungen. In Diplomatie, Verteidigung und Sicherheit wurden bedeutende Fortschritte erzielt, hob VNA hervor. Er diente, so To Lam, der Weiterentwicklung der Traditionsreichen Freundschaft, die von Präsident Ho Chi Minh, dem Vorsitzendem Mao Zedong und Premierminister Zhou Enlai mit Generationen von Kommunisten und Bürgern beider Nationen – geduldig aufgebaut wurde, und auf dieser Basis die strategische Partnerschaft durch vielseitige Vernetzung der Zusammenarbeit mit der absoluten Priorität der Außenpolitik auf eine höhere Stufe gehoben werde.
ToLam und Xi unterzeichneten zahlreiche Kooperationsabkommen in strategischen Sektoren wie Infrastruktur, Logistik, Luftfahrt und digitaler Transformation, darunter ein Memorandum of Understanding über die Kooperation im Rahmen der von Beijing 2022 initiierten »Globalen Sicherheitsinitiative«. Dazu vereinbarten sie eine Hotline zwischen den Ministerien für öffentliche Sicherheit beider Länder, ferner eine Absichtserklärung zur Ausbildungskooperation im Eisenbahnwesen und eine weitere zur Zusammenarbeit in Berufsausbildung, Informationstechnologie, digitale Transformation, Justiz, Kultur und Kunst, ferner einen Kooperationsplan zwischen ihren Kommunistischen Parteien für 2026-2030.
Basis ist, dass der Handel ein zweistelliges Wachstum aufweist, Vietnam seit zehn Jahren in Folge Chinas größter Handelspartner innerhalb der ASEAN ist, während China Vietnams größter Handelspartner ist. Es gewährt Vietnam Kredite für den Bau einer rund acht Milliarden US-Dollar teuren Eisenbahnlinie, die die vietnamesische Hafenstadt Haiphong mit China verbinden wird. Vietnam wird in dieser Kooperation von der hochentwickelten chinesischen Technologiebranche profitieren, zu der Lithografiemaschinen für extrem ultraviolettes Licht (EUV) gehören, die für die Herstellung hochentwickelter Halbleiter, die für künstliche Intelligenz und Hochleistungsrechnen benötigt werden, von entscheidender Bedeutung sind.
To Lams Besuch ist der erste, seit er am 7. April auch zum Präsidenten Vietnams gewählt wurde und damit, wie in China, die höchsten Führungspositionen wieder in einer Hand vereint sind. Xi begrüßte den Besuch als hohe Wertschätzung für die traditionellen Freundschaft und umfassende strategische Zusammenarbeit mit China auf hohem Niveau. Vietnam bilde in seiner Entschlossenheit bei der Wahrung der Führung der Partei und der Förderung des Aufbaus des Sozialismus eine Priorität in Chinas Nachbarschaftsdiplomatie.
Zu internationalen und regionalen Fragen betonten beide Staatsmänner, Meinungsverschiedenheiten gemeinsam zu bewältigen, um in der Region zu Frieden und Stabilität beizutragen. Sie bekräftigten erneut den Schutz des internationalen Systems mit den Vereinten Nationen als Kern und die Gewährleistung der internationalen Ordnung mit dem Völkerrecht als Grundlage. Das dürfte sich auch auf die Gebiete von Hoang Sa und Truong Sa der Spratleyinseln bezogen haben, die von China und Vietnam beansprucht werden, die vor allem von Peking laut der US-Denkfabrik Asia Maritime Transparency Initiative (AMTI) militärisch mit einer Landebahn, der Stationierung großer Flugabwehr-Kanonen und anderen Waffensystemen ausgebaut werden, da sie in einem bewaffneten Konflikt mit den USA von strategischer Bedeutung wären.
Beobachter vermerkten, dass Hanoi mit der Unterstützung der Ein-China-Politik, die Peking konsequent umsetzt, von seiner bisherigen Haltung, keinen Bündnissen beizutreten, Abstand nimmt. Ausgehend von der herausgestellten Zusammenarbeit beider Seiten in Sicherheit und Verteidigung stellt sich die Frage, ob Vietnam bei einem bewaffneten Konflikt der Volksrepublik mit den USA mit seinen etwa eine halbe Million Mann zählenden Land-, Luft und Seestreitkräften dieser beistehen würde.
Das engere Zusammenrücken Chinas und Vietnams hatte bereits der letzte Besuch Xi‘ s in Hanoi im April 2025 , der der vierte seit Beginn seiner Amtszeit auch als Staatschef Chinas 2013 war, verdeutlicht. Vergangenes Jahr war weiter die Zolleskalation Trumps hinzugekommen, der gegen die Volksrepublik als seinem Hauptfeind 145 Prozent verhängt hatte aber auch Vietnam als „Hintertür« für den Export chinesischer Waren“ mit 46 % abgestraft hatte, worauf Hanoi und Peking sich zu einer „Schicksalsgemeinschaft“ im Handelskrieg gegen die USA zusammenschlossen. Es sei, hatte „AP“ kommentiert, „ein nettes Treffen gewesen, bei dem man versuchte, herauszufinden, wie man die Vereinigten Staaten von Amerika am besten über den Tisch zieht“. Die chinesische Parteizeitung „People’s Daily“ hatte dagegen klargestellt, dass die Volksrepublik China im Gegensatz zu den USA „eine verantwortungsvolle Supermacht“ sei, es im Handelskrieg keine Gewinner gebe und es multilaterale Handelssystem sowie stabile Lieferketten schützen wolle.
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