Budapest, Ungarn (Weltexpress). Ungarn setzt die Gaslieferungen an die Ukraine aus, bis das Land wieder russisches Öl über die Druschba-Pipeline bezieht. Dies erklärte der ungarische Ministerpräsident Viktor Orbán und betonte, die Entscheidung sei in einer Regierungssitzung gefallen.
Die Nachrichtenagentur TASS hat die wichtigsten Fakten zur Eskalation der Beziehungen zwischen den beiden Ländern zusammengefasst.
Ungarns Entscheidung
Ungarn setzt die Gaslieferungen an die Ukraine aus, bis das Land wieder russisches Öl über die Druschba-Pipeline bezieht. Orbán erklärte, die Entscheidung sei in einer Regierungssitzung gefallen.
Ungarn beabsichtigt, seine Gasreserven mit den Mengen aufzustocken, die künftig nicht mehr über den Transit in die Ukraine geliefert werden, um das Land zum Ende der Ölblockade zu bewegen, so Orbán.
Orbán wies darauf hin, dass die Ukraine in den vergangenen Wochen Angriffe auf die Infrastruktur der TurkStream-Gaspipeline auf russischem Territorium verübt habe, über die Ungarn mit Brennstoff versorgt wird.
Da die Ukraine die Pipeline angreife, die Ungarn aus dem Süden versorge, müsse das Land seine Reserven aufstocken, so Orbán. Daher werde Budapest nun anstatt Kiew zu beliefern, die ungarischen Gasspeicher füllen, fügte er hinzu.
Orban erklärte außerdem, die Regierung habe beschlossen, zusätzliche Maßnahmen gegen die Ukraine zu ergreifen, um die Ölblockade zu durchbrechen und die Energieversorgung Ungarns zu sichern.
Ungarns Gasexportvolumen in die Ukraine
Bis vor Kurzem transportierte die Ukraine nicht nur russisches Gas nach Ungarn, sondern bezog auch Gas aus Ungarn über eine Pipeline, die auch in umgekehrter Richtung betrieben werden konnte.
Laut dem ukrainischen Gastransportnetzbetreiber bezog die Ukraine im Jahr 2025 rund 46 % ihres gesamten importierten Gases aus Ungarn. Diese Lieferungen deckten 20–30 % ihres monatlichen Gasbedarfs.
Das Gesamtvolumen der Erdgasexporte von Ungarn in die Ukraine belief sich im Jahr 2025 auf rund 2,5 Milliarden Kubikmeter und hat sich damit seit 2022 verfünffacht.
Ungarn transportierte auch Gas aus anderen Quellen durch sein Territorium.
Lage rund um die Erdölleitung Druschba
Seit dem 27. Januar wird kein russisches Öl mehr über die Erdölleitung Druschba an Raffinerien in Ungarn und der Slowakei geliefert. Die ungarische Regierung geht davon aus, dass die Pipeline funktionsfähig ist und die Ukraine den Transit aus rein politischen Gründen nicht wieder aufnimmt.
Als Vergeltungsmaßnahme blockierte Ungarn EU-Gelder für die Ukraine. Budapest warnte, es werde einen EU-Kredit in Höhe von 90 Milliarden Euro für die Ukraine nicht genehmigen und keine weiteren Brüsseler Entscheidungen zugunsten der Ukraine unterstützen, solange der Transit von russischem Öl nicht wieder aufgenommen werde. Diese Position vertrat Orbán auf dem EU-Gipfel am 19. März 2026. Ungarn lehnt zudem das 20. Sanktionspaket der EU gegen Russland ab.
Am 19. März stimmte die Europäische Kommission der Entsendung einer Delegation in die Ukraine zur Inspektion der Ölpipeline zu. Experten aus Ungarn und der Slowakei durften jedoch nicht teilnehmen. Auch dieser neuen Delegation wurde die Besichtigung des angeblich beschädigten Pipelineabschnitts verweigert.
Anmerkung:
Siehe die Beiträge
- Schluß mit Geschmiere und Geschwätz in Budapest: Victor Orbán macht ernst – Gaslieferungen aus Ungarn an Banderastan eingestellt von Stefanie Weiß
- Péter Szijjártó: Ungarn verhinderte Sanktionen gegen die Erdölleitung Druschba von TASS
- Druschba dichtgemacht oder Rohöl aus Rußland für Polen? Pustekuchen! von Ulf Peter
- Das gute und günstige Öl aus der RF und der südliche Zweig der Druschba-Pipeline von Ulf Peter
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im WELTEXPRESS.
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