
Berlin, BRD (Weltexpress). Im italienischen Bankensektor könnte es zu einem milliardenschweren Übernahmekampf kommen. Die größte Bankengruppe des Landes, Intesa Sanpaolo S.p.A., kündigte am Montag, den 8.6.2026, an, den kleineren Konkurrenten Banca Monte dei Paschi di Siena S.p.A. (MPS) mit Sitz in Siena für 30,6 Milliarden Euro übernehmen zu wollen. Intesa Sanpaolo ist eine bedeutende italienische Bank, die 2007 durch die Fusion von Banca Intesa und Sanpaolo IMI gegründet wurde. Sie hat ihren Sitz in Turin und ist die zweitgrößte Bank in Italien, mit einer starken internationalen Präsenz, insbesondere in Zentral- und Osteuropa sowie im Mittelmeerraum. Intesa Sanpaolo dominiert den italienischen Markt und hat mehr als 12 Millionen Kunden. Die Bank ist auch bekannt für ihre internationale Expansion und hat in verschiedenen Staaten, einschließlich der Schweizerischen Eidgenossenschaft, Investitionen getätigt.
Dies wäre die größte Bankenfusion in der Geschichte des Landes. Mit dem Vorstoß versucht Intesa, den Konkurrenten Banco BPM ins Abseits zu drängen. Dieser hatte am Wochenende bereits mitgeteilt, mit Monte dei Paschi zusammengehen zu wollen. So steht ein Bieterkampf um die einstige Krisenbank an, die vor neun Jahren vom italienischen Staat gerettet worden war.
Die Aktie der MPS legte am Morgen in Mailand um knapp zehn Prozent zu. Das Papier von Intesa Sanpaolo gab hingegen um knapp vier Prozent nach, und der Kurs von Banco BPM fiel um etwa ein halbes Prozent.
Im vergangenen Jahr hatte Monte dei Paschi selbst ihre Konkurrentin Mediobanca übernommen, und Banco BPM kaufte den Vermögensverwalter Anima. Der Versuch der Großbank Unicredit, Banco BPM zu kaufen, scheiterte hingegen. Unicredit-Chef Andrea Orcel konzentriert sich seitdem auf eine Übernahme der Frankfurter Commerzbank.
Unicredit hatte im vergangenen Jahr zudem eine größere Beteiligung an dem Versicherer Generali aufgebaut. MPS wiederum war durch die Übernahme von Mediobanca im vergangenen Jahr zum größten Investor bei Generali aufgestiegen. Seitdem gilt das Institut, das 2017 vom italienischen Staat gerettet und in den Jahren 2023 und 2024 wieder privatisiert worden war, als begehrtes Übernahmeziel.
Intesa hatte sich im Jahr 2020 mit dem Kauf der mittelgroßen Bank UBI ein Fünftel des italienischen Marktes gesichert und war damit an Unicredit vorbeigezogen. Wegen kartellrechtlicher Grenzen hatte sich das Institut danach aus der Konsolidierungswelle im italienischen Bankensektor herausgehalten. Durch einen Zusammenschluss von Intesa und MPS würde die zweitgrößte Bankengruppe der Euro-Zone nach der spanischen Santander entstehen – mit einem Börsenwert von 126 Milliarden Euro.
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