Teheran verkündet Fortschritte bei Atomtechnologie – Der Iran, das Atomabkommen und der Atomwaffensperrvertrag

0
159
AKW Buschehr im Iran. © Sputnik, Foto: Walerii Melnickov

Berlin, Deutschland (Weltexpress). Das Ass im Ärmel eines Staates ist seine militärisches Potential und das ist mit Atomwaffen ein wesentlich anderes als ohne. Für jede Regierung des Iran dürfte es daher erstrebenswert sein, über ein Arsenal an Atomwaffen zu verfügen.

Entscheidend rief der 2017 verstorbene Ali-Akbar Hāschemi Rafsandschani 1988 dazu auf, der Ajatolla, ein Kapitalist und der Pistazien-König der Welt war. Auch die Iraner hätten, so Rafsandschani, das Recht auf Atomtechnologie. Wohl wahr.

Dieses Recht wollen die Amerikaner der Vereinigten Staaten von Amerika (VSA) samt ihrer Vasallen den Iranern nicht gewähren.

Es schreibt die Lügen- und Lückenpresse, dass Donald Trump am 8. Mai 2018 verkündete, dass sich die VSA aus dem Atomabkommen mit dem Iran zurückziehen werden, womit klar ist, dass die VSA den Deal brachen und nicht der Iran, um diesem dann Verstöße gegen den Deal vorzuwerfen.

Iraner hätten „neue Zentrifugen in Betrieb genommen haben“ und würden „auch die Urananreicherung in der unterirdischen Anlage Fordo wieder aufnehmen“, teilt „Spiegel-Online“ (5.11.2019) mit. Unter der Überschrift „Brüchiges Abkommen – Iran kündigt weiteren Verstoß gegen Atomdeal an“ heißt es weiter, dass „Urananreicherung … gefährlich“ sei. „Mit dem richtigen Know-how und modernen Zentrifugen lässt sich Uran mittel- oder langfristig bis 90 Prozent anreichern, was dann auch den Bau einer Atombombe ermöglichen würde.“

Dass für den Bau einer Atombombe auch ein Anreicherungsgrad von mindestens 85 Prozent reicht, das wird nicht erwähnt, genau so wenig wie die Information, dass ein Anreicherungsgrad von 20 Prozent für die Produktion medizinischer Isotope zur Krebsbehandlung benötigt wird. Auch davon ist der Iran noch weit entfernt.

Allerdings würde der Iran laut „Welt“ (4.11.2019) „jetzt 60 IR-6-Zentrifugen zur Anreicherung von Uran“ betreiben. Das sei „doppelt so viele wie bislang bekannt“, sagte der Chef der Atomenergieorganisation, Ali Akbar Salehi, am Montag im Staatsfernsehen. „Außerdem entwickle der Iran eine Zentrifuge, die 50 Mal schneller arbeite als im Atomvertrag zugelassen“, heißt es unter der Überschrift „Iran bricht erneut das Atomabkommen“.

Keine Frage: Die neuen Zentrifugen sind besser und schneller. Bisher ist jedoch nicht bewiesen, dass der Iran mehr als 20 Prozent angereichert hat. Und von 3,67 Prozent spaltbaren Material könnte man mit diesen Zentrifugen laut dem einen oder anderen Experten auch auf 90 Prozent hochfahren.

Offiziell will Teheran seine Atomtechnologie auf laut Behrus Kamalwandi, Sprecher der Atomenergiebehörde, auf bis zu 20 Prozent hochfahren für den Betrieb eines Forschungsreaktors.

Wäre der Deal noch ein Deal, hätte „der Iran erst ab 2025 die Urananreicherung wieder ausbauen dürfen“.

Und nebenbei bemerkt: Am 1. Juli 1968 unterzeichnete der Iran den Atomwaffensperrvertrag, der auch ratifiziert wurde. Israel unterschrieb wie Indien und Pakistan nicht. Nordkorea zog die Unterzeichnung zurück. Jeder Staat ist als Vertragspartei souverän und selbstverständlich berechtigt, von diesem Vertrag zurückzutreten.

Anzeige