Syrien: Aufzug, Abzug, Umzug? – Hauen und Stechen im Pentagon und am Potomac

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Washington am Potomac. Quelle: Pixabay

Washington, VSA; Berlin, Deutschland (Weltexpress). Dass sich in Washington die wenigsten grün sind, das weiß man längst auch im Nahen und Mittleren Osten. Wenn der eine Hü sagt, dann sagt der andere Hott. So läuft es nicht erst seit dem Amtsantritt von Donald Trump als Präsident und Oberbefehlshaber der Vereinigten Staaten von Amerika (VSA).

Noch immer stecken in den Stäben viele Frauen und vor allem Männer des militärisch-industriellen Komplex, vor allem Neocons und Hardcore-Zionisten, die Trump das Regieren gegen deren Interessen schwer machen.

Zuvor waren die VSA mit der Dritten Welt und insbesondere mit ihrem Hinterhof beschäftigt und führen unter anderem illegale Kriege gegen Kuba (1961) und Nicaragua (1981), aber auch gegen Vietnam (1964), um wie in Korea auch an dieser Stelle der Ostküste Eurasiens einen Fuß auf das geopolitischen Feld zu setzen und nicht nur auf den Inseln vor der Küste zu stehen. Die Versuche, an den Rändern der Zweiten Welt zu kratzen, scheiterten, weil Moskau gegenüber Washington und Wall Street stark war und standhaft blieb.

Nach der Implosion der Sowjetunion, der Auflösung der Warschauer Vertragsstaaten und dem Fall des Eisernen Vorhangs geriet Washington unter verstärkten Druck der Wall Street, die mobil machte, um neue Räume zu erobern. Die jeweiligen Präsidenten und Oberbefehlshaber gerieten unter Druck, wurden willens und waren in der Lage, so dass die VSA unter William Jefferson Clinton (DP) mit dem illegalen Krieg gegen Serbien (1999) loslegten. Unter Präsident und Oberbefehlshaber George Walker Bush (RP) beziehungsweise unter seinem Vize Richard Bruce Cheney ging es richtig los. Der illegale Krieg gegen Afghanistan (2001) begann. Diesem folgten illegale Kriege gegen Irak (2003), gegen Libyen (2011) unter Barack Hussein Obama (DP), gegen die Ukraine (2014), gegen Jemen (2015) und gegen Syrien (2011). Dass auch der Krieg gegen Syrien über Jahre von den zuständigen Personen in den zuständigen Organisationen und Institutionen vorbereitet wurde, das versteht sich von selbst. Die Destabilisierung der Assad-Regierung in Syrien begann bereits während der Bush-Regierung in den VSA, weil die VSA mit ihren NATO-Verbündeten Vereinigtes Königreich von Großbritannien und Nordirland (VK), Frankreich und Türkei es unter ihrer Führung so wollten.

Unter Trump (RP) wurde noch kein neuer Krieg vom Zaun gebrochen, aber die Öl- und Gaskriege, bei denen es auch um Pipelines geht, weitergeführt.

Zwar ist die Russische Föderation noch lange nicht so stark, wie sie wirtschaftlich sein könnte, doch sie meldet sich geopolitisch, militärisch zurück und auch die Volksrepublik China meldet immer offensiver Ansprüche an und setzt sie durch, vor allem in Asien und Afrika.

Die ökonomisch-gesellschaftlichen Verhältnisse der VSA schwanken und wanken nicht nur immer weiter, sondern immer mehr, die Krise in permanenter Penetranz hat längst den Überbau erreicht. Unter Trump wird erstmal ernsthaft der Versuch unternommen, den Verfall aufzuhalten.

Dass die VSA den Bogen überspannt und ihren Macht- und Herrschaftsbereich überdehnt haben könnten, das dämmert und denken mehr denn je, so dass unter der Parole America First um einen geordneten Rückzug gerungen wird. Trump ist die Präsident gewordene Wahrheit, dass die Vorgänger mit ihrer gnadenlosen Kriegspolitik die ökonomische, soziale, kulturelle sowie juristische und politische Substanz der VSA über die vergangenen Jahrzehnten den Ruin geritten hatte, während die Vasallen, darunter auch die zwangsverbündeten Deutschen, zu Ader gelassen wurden und werden. Beim Totrüsten von Chinesen und vor allem Russen sollen sie mehr denn je Mann, Material und Moneten schultern. Dabei scheint die Kriegspartei des Westens ein Krieg gegen Russland billigend in Kauf zu nehmen. Vor allem die Falken in den VSA und dem VK stellen sich als Furien des Krieges neu auf und mühen sich, Deutsche gegen Russen am Ost-Limes zwischen Riga und Odessa in Stellung zu bringen. Genau dieses Kriegslager ist es, das in Politik und Presse den Abzug der VS Soldaten aus Syrien bedauert.

In diesem Rahmen ringen Trump und sein Team darum und also im Kampf gegen die Kriegspartei im eigenen Staat, Truppen vor allem aus Afghanistan, Irak und Syrien abzuziehen und die Zahl der annähernd 1000 Basen der VSA außerhalb des eigenen Staatsgebietes zu verringern.

Von diesem Kampf zeugen Medienberichte, aus denen hervorgeht, dass das Pentagon sich gegen die Forderungen von John Bolton wortreich wehr, der auf einen Truppenverbleib pocht. „Wir nehmen keine Befehle von Bolton entgegen“, heißt es aus dem Pentagon, in dem nun Patrick Shanahan versucht, die Zügel von „Mad Dog“ Mattis in die Hand zu nehmen.

Inneren und äußeren Widerständen zum Trotz sollen laut Trump Streitkräfte der VSA aus Syrien abgezogen werden. Angesichts des Hauens und Stechens im Pentagon und am Potomac kann sich das noch hinziehen.

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