Stehende Ovationen für die „Höchststrafe“ – Flic Flac in Berlin oder Der Zirkus ist in der Stadt

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Berlin, Deutschland (Weltexpress). In der Berliner Hertzallee am Zoologischen Garten ist die Hölle los oder anders gesagt: Artisten werden von der Leine gelassen. Der Titel der Vorstellung ist Programm. Höchststrafe heißt die schaurig-schöne Unterhaltungsschau und die Menge um die Stars in der Manege war am ersten Abend aus dem Häuschen. Bei der Premiere in Berlin am Donnerstag, den 20. Oktober 2016, feierte das Publikum die Künstler mit stehenden Ovationen.

Die Weltpremiere fand am entgegengesetzten westlichen „Rand der Republik“ in Oberhausen statt. Die erste war 1989 und die letzte 25 Jahre späte.

Weil das Publikum und die Presse sich um Prominente und vor allem die Tresen drängelte, begann die Veranstaltung am 20. Oktober in Berlin mit Verzögerung. Doch dann ging die Post ab. Ein Höhepunkt jagte den nächsten. Auf einer Drehbühne wurden tollkühne und teils wahnsinnge Visionen von und mit Artisten aus aller Welt vorgeführt und sogar ein jonglierender Komödiant servierte Köstlichkeiten und brachte die Leute zum Lachen. Mir hat Patrick Lemoine sehr gut gefallen.

Eine Live-Band mit Surround-Sound spielte unter dem Zeltdach auf einem Gerüst aus Gitterstäben, das an ein Gefängnis erinnerte. Die ganze Kulisse – ein einziger Knast. Düster war deren Darbietung, aber hand- und selbstgemacht.

Nicht nur eigens komponierte und arrangierte Musik sondern auch eine imposante Lichtkomposition mit 300 Scheinwerfern sorgten für Ohren- und Augenblicke rund um ein rasantes Spektakel.

Höhe- und Endpunkt war der Programmpunkt mit dem „Globe of Speed“. Eine Metallkugel mit 6,50 Metern Durchmesser, in der sieben Motorradfahrer hinter-, neben- und übereinander fahren, dass man aus dem Staunen nicht mehr herauskommt. Bei der Berlin-Premiere gelang den Motorrad-Artisten alles, dass es in der Todeskugel aber auch schon Unfälle gab, leichte und auch schwere, das darf nicht verschwiegen werden. Spiegel-Online notiert (20.03.2013): „Mehrfach war es in der Vergangenheit im Zirkus Flic Flac zu Unfällen gekommen. In der ‚Todeskugel‘ stürzten Ende 2011 fünf Motorradfahrer übereinander. Damals ging der Unfall glimpflich aus, ein Fahrer prellte sich das Knie. 2007 war ein Hochseilartist in Dortmund zu Tode gestürzt.“

Die Motorrad-Artisten und unerschrocken wirkenden Motocross-Freestyler der Formation Air-Speed rasten jedoch nicht nur in der Kugel rum, sie flogen zudem über Publikum und Podest durch das Zelt. Kein wunder, dass die Lateinamerikaner zu den Besucherlieblingen zählen.

Schöner schwebte unter dem schwarz-gelben Zelt die Sieben-Mann-Pyramide auf einem Drahtseil. Der Drahtseilakt kommt ohne Sicherung aus. Im und auf dem Todesrad wird auch ohne doppelten Boden getanzt.

Irina Izareva tanzt zwar nicht, jongliert dafür selbst und zwar in einem Käfig, in dem sie nach und nach immer mehr Bälle, die leuchten, bewegt. Das und die Diabolo-Schau von Nicolai Kuntz schauen so spektakulär aus wie Laura Miller als Wassernixe und Wirbelwind.

In Berlin im Zirkus Flic Flac ging bisher alles glimpflich aus. Flic-Flac-Direktor Kastein ist darüber froh, sagte der Morgenpost (20.10.2016) aber auch: „Wir zementieren unseren Ruf als Show mit den riskantesten Nummern in Deutschland. Wir inszenieren das Risiko.“

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Tickets für die schrille Show in der Berliner Hertzallee 41 sind zwischen 19 und 49 Euro, ermäßigt zwischen 15 und 44 Euro erhältlich. Bestellungen unter Telefon 01806 – 999000202. Das Programm „Höchststrafe“ des Zirkus Flic Flac läuft noch bis zum 4. Dezember 2016.

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