Schraube locker? Dilettanten und Dübel oder wann eröffnet der Willy-Brandt-Flughafen auf dem schönen Feld?

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Der neue Berliner Willy-Brandt-Flughafen in Schönefeld. Quelle: Pixabay

Berlin, Deutschland (Weltexpress). Wer kennt diesen Spruch eigentlich nicht: „Über Italien lacht die Sonne, über Deutschland die ganze Welt.“ Täglich gibt es gute Gründe in Merkel-Deutschland, diesen Spruch aufzusagen, den die Älteren unter uns schon im Schlaf können. Einer ist Willy-Brandt-Flughafen auf dem schönen Feld südlich von Berlin in Brandenburg, dessen Flughafencode gemäß der Internationale Luftverkehrs-Vereinigung BER lautet.

Heute wird unter „Spiegel-Online“ (10.5.2019) im Weltnetz unter der Überschrift „BER-Chef kann Eröffnung im Oktober 2020 nicht mehr garantieren“ mitgeteilt: „Sieben Jahre lang wurde der BER saniert, im kommenden Jahr soll er endlich öffnen. Doch auch dieser Termin ist nach SPIEGEL-Informationen womöglich nicht mehr zu halten.“

Dazu fällt einem eigentlich nichts mehr ein. Das Desaster der Dilettanten sowohl beim Bund als auch bei den Ländern Berlin und Brandenburg lässt selbst redselige Journalisten sprachlos werden.

Im „Tagesspiegel“ (10.5.2019) heißt es dazu unter dem Titel „Dübel-Problem gefährdet Eröffnungstermin“: „Das Dübel-Problem am künftigen Hauptstadtairport gefährdet den auf der Kippe stehenden BER-Start 2020 weiter. Nach einem Bericht des ARD-Magazins ‚Kontraste‘ und des rbb sind Sicherheitskabel selbst im zentralen ‚Medienkanal‘ des Terminals, die im Brandfall unbedingt halten müssten, unzureichend befestigt. Es gehe um Tausende lockere Dübel in Kalksandsteinwänden, um Trassen, die herunterzufallen drohen, hieß es.“

Aha. Keine Schraube locker, aber „Tausende lockere Dübel“. Angeblich bemühen sich die Nieten unter den Verantwortlichen deswegen „um eine Ausnahmegenehmigung. Bereits in einem Tüv-Bericht vom März war von nötigen Rückbauten im Terminal die Rede.“

In „Spiegel-Online“ wird zusätzlich wie folgt informiert: „Ein Bericht des TÜV Rheinland hatte Anfang März insgesamt 11.581 Mängel aufgelistet, 9407 davon bezeichneten die Prüfer als ‚wesentliche Mängel‘. Der TÜV kam zu dem Schluss, dass der anvisierte Terminplan vor allem in den sensiblen Bereichen Sicherheitstechnik und Brandschutz stark gefährdet sei. Das Risiko einer verlängerten Prüfdauer sei ‚weiterhin als hoch zu bewerten‘.“

Darauf, dass auch der Erweiterungsbau Terminal 2 die Verantwortlichen vor Probleme stelle, weil die Dilettanten nicht können, was sie wollen, wird ebenfalls hingewiesen.

In der „Bild“-Zeitung“ (10.5.2019) ist jedoch von weiteren Versprechungen die Rede: „Im Inforadio des ‚rbb‘ sagte Lütke Daldrup: ‚Der BER wird im Oktober 2020 eröffnet.‘ Zum Bericht des ‚Spiegels‘ sagte der BER-Boss, er habe den Gesellschaftern den damaligen Status erläutert. Und: ‚Wir sind sehr zuversichtlich, dass wir den Oktober 2020 einhalten werden.'“

Die Worte Lütke-Daldrups müssen beim „Focus“ (10.5.2019) Gehör gefunden habe, denn dort wird zum „Pannen-Flughafen“ getitelt „Flughafen-Chef dementiert Berichte über Verschiebung“.

Experten sind jedoch der Auffassung, dass der für diese Lasten verbaute und absolut ungeeigneter Kalksandstein im Brandfall aufplatzen würde. Dazu wird im „Focus“ ein nicht näher benannter Experte wie folgt zitiert: „Fällt da eine Trasse runter, wird etwas abgeklemmt oder reißt da etwas, dann hat das massive Auswirkungen auf die ganze Sicherheit.“

Wohl wahr, die Kabeltrassen müssen im Falle eines Falles und also auch bei Feuer funktionieren, ansonsten ist das ganze Brandschutzsysteme, also vom Brandmelder bis zur Sprenkleranlagen für`n Dübel.

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