Schmidbauer und Kälberer auf dem Weg nach Norden – Exklusivinterview mit den beiden Musikern aus Bayern

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Werner Schmidbauer und Martin Kälberer. © Foto: Egon Pichl, 2014

WELTEXPRESS: Hallo Werner, hallo Martin. Zu Beginn eine Frage aus der Vergangenheit. Ab  2012 ist euer Programm SÜDEN angelaufen. Wie kam es dazu, oder wie kann man sich die Entstehung dieses Programms erklären?

Werner Schmidbauer: Es hatte sich über Jahre eine Freundschaft entwickelt mit dem Musiker und Songwriter Pippo Polina, der in der Schweiz wohnt. Wir  lernten uns durch einen Zufall kennen. Bei einem seiner Konzerte war ich als Zuschauer im Saal und als ihm eine Saite an der Gitarre riss fragte er ins Publikum ob ihm jemand die Gitarre reparieren könne. So kam auch eine musikalische Zusammenarbeit zustande und so hat sich das verfestigt und dann hatten wir das Gefühl das aus dem Duo für eine gewisse Zeit ein Trio wurde.

WELTEXPRESS: Wie viele Konzerte habt ihr zusammen gespielt?

Martin Kälberer: Genau 100 Konzerte.

WELTEXPRESS: Verteilt auf welche Zeit?

Martin Kälberer: Insgesamt ein Jahr, wobei der Hauptblock auf neun Monate verteilt war.

WELTEXPRESS: Welche Länder habt ihr dabei bereist?

Werner Schmidbauer: Alles zwischen Hamburg und Palermo, als Deutschland, Österreich, Schweiz und Italien.

WELTEXPRESS: Wo war das Abschlusskonzert?

Werner Schmidbauer: Es fand in der weltbekannten Arena von Verona vor 10 000 Zuschauern statt.

WELTEXPRESS: Euer Programm damals hatte den Titel SÜDEN. Wo beginnt für euch der Süden.

Werner Schmidbauer: Das kommt ganz auf den momentanen Standort an. Probleme haben heute die Menschen ganz im Süden in Afrika, wo den Menschen die Lebensgrundlagen durch klimatische Veränderungen verloren gehen. Wir haben im Süden eher den Reiz erlebt. Für uns lebt Pippo Polina komplett im Süden in Sizilien. Für den sind wir beide Nordmänner, aber in Deutschland sind wir Südler, das ist sehr spannend wenn wir in Hamburg spielen merken wir das nicht so sehr auf den geographischen als vielmehr auf den inneren Süden ankommt. Wenn die Leute in der Lage sind in   sich selber eine südliche Stimmung zu produzieren, was da heißt Wärme im Herzen, dann ist der Süden überall.

WELTEXPRESS: Ihr habt auf eurer Internetseite ein Lied für die Menschlichkeit ins Netz gestellt mit der Bitte um eine Spende?

Werner Schmidbauer: Die Aktion läuft noch und wir bauen auf die Menschlichkeit zu beweisen durch eine Spende auf das Konto der Münchner Flüchtlingshilfe. Seit dem Start unserer Aktion hat das Spendenaufkommen zugenommen.

WELTEXPRESS: Euer aktuelles Programm lauter: Wo bleibt die Musik? Wie ist dieses  Projekt entstanden?

Werner Schmidbauer: Nach dem großen Konzert in Verona wollten wir erst mal eine Pause einlegen und erst mal nichts mit Musik mehr zu tun haben . Ich bin dann nach Istanbul gefahren weil ich die Stadt lange schon mal besuchen wollte. Ich bin in eine Stadt gekommen, wo dauernd Musik gemacht wird.
Da gibt es in der Altstadt Straßenmusik und viele Studenten und junge Leute und ich habe mich sofort wieder infiziert. Von der Globalität der Musik wurde ich beeindruckt. 
Als ich Martin zuhause davon vorgeschwärmt hatte fuhren wir gemeinsam dorthin und machten Musik auf der Straße. Dort ist die Idee entstanden gemeinsam mit den Menschen zu musizieren.
Wenn ich in die Stadt wie München gehe, dort höre ich keine Straßenmusik mehr und ich dachte wo bleibt die Musik hier bei uns? Besonders die selbst gemachte Musik, warum dröhnen wir uns so zu
mit Musik aus Geräten warum machen wir nicht mehr zusammen und so entstand der Titel für das Programm.

WELTEXPRESS: Wir haben als Beispiele drei Titel ausgesucht und bitten um eine Erklärung?
Als erstes natürlich Istanbul.

Werner Schmidbauer: Es steckt darin meine Erlebnisse in der Stadt, wenn man mit offenen Augen und Ohren dadurch geht. Besonders eine Führerin hat mir die Stadt näher gebracht und war der Auslöser für das Lied Istanbul.

WELTEXPRESS: Der zweite Titel nennt sich MANDELA.

Werner Schmidbauer: Ich war immer von der Person beeindruckt. Es gibt wenig Leute die ich als Idol bezeichne, weil Idol ist ein großes Wort. Er war ein leuchtendes Vorbild in der Politik, wie er seine Ideen  umgesetzt hat und mit welcher Leidensfähigkeit er seine Ideen verfolgt hat. Mit positiven Gedanken er auch Rückschläge verkraftet hat. Er war ein Mensch der immer getanzt hat.
Deshalb schrieb ich ein schnelles lustiges Abschiedslied, weil Mandela hätte sich bestimmt kein trauriges Lied gewünscht. Die Musik entstand in der Türkei auf einem Boot und der Text ist zur Hälfte Bayrisch und zur Hälfte in Suaheli.

WELTEXPRESS: Das dritte Lied heißt Verona.

Werner Schmidbauer: Unmittelbar nach Konzertschluss habe ich mich hingesetzt, mit Blick auf das Stadion, und nicht Bachstage ein Bier getrunken, sondern dieses Lied geschrieben.

WELTEXPRESS: Viele eurer Lieder sind auf bayrisch können NORDLICHTER eure Texte verstehen?

Martin Kälberer: Die meisten kommen ganz gut zurecht damit, Details sind manchmal schwierig.es ist einfacher zu verstehen als dialektisches Kölsch. Bayrisch ist so etwas wie Salondialekt in Deutschland geworden, im Norden ist an eher entrüstet, dass wir jetzt erst kommen. Für einen Hamburger ist der Dialekt angenehm zu hören.

WELTEXPRESS: Werdet ihr nach dem SÜDEN jetzt den NORDEN erobern?

Werner Schmidbauer: Wir trauen uns raus aus unserem Dialektloch und merken dass unser Land ein schönes ist, mit wunderbaren Bühnen und sehr offenen Menschen.

WELTEXPRESS: Nun einige Fragen zur Zukunft zu deiner Arbeit fürs Fernsehen. Seit 2003 moderierst du im Bayrischen Rundfunk die Sendung GIPFELTREFFEN. Es läuft so ab das gemeinsam mit einem Gast ein Berg bestiegen wird und dabei Fragen zum Leben und der Arbeit des Gastes zur Sprache kommen. Welche Gäste erwartet die Zuschauer 2015?

Werner Schmidbauer: Die Sendung läuft weiter solange der Protagonist laufen kann. Zwei Folgen liegen auf dem Schneidetisch und sind schon abgedreht. Als ersten Gast haben wir Karl Ludwig Schweisfurth der frühere Besitzer der Firma HERTA und heute Ökobauer und bisher ältester Gast mit 83 Jahren und zum zweiten die Susanne Breit-Kessler, die erste Bayrische evangelische Landesbischöfin. Sie ist geschieden und spricht sehr frei über die Liebe zu Ihrem jetzigen Mann. Es war eine sehr spannende Geschichte. Sie schwer krebskrank und wäre fast gestorben und ist dann gerettet worden. Sie ist mit einem Positivismus gesegnet den ich auch gerne hätte. Sie wurde 60 Jahre alt, hat aber die Energie einer 30 Jährigen und war ein spannender Gast.

WELTEPRESS: Seit 2006 läuft die Sendung AUFGESPUILT im Bayrischen Rundfunk. Wie geht es da weiter?

Martin Kälberer: Wie sind dabei hier neu zu planen. Einmal sind wir aktuell auf Tournee und wir müssen Termine finden an denen unsere Wunschgäste auch Zeit haben.

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