Salzburg als Wiege von „Stille Nacht, heilige Nacht“ – Mozart und ein märchenhafter Advent in der Festungsstadt

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© Salzburg Tourismus
Andere Länder andere Sitten: in der Festspielstadt, in der sich an Ostern und im Sommer die Schönen und Reichen ein Stelldichein geben, werden jahrhunderte alte Traditionen besonders in der Weihnachtszeit gepflegt. Die Krampusse sind „Verwandte“ von unseres „deutschen“ Knecht Rupprechts. Ihre furchteinflössenden, teufelsähnlichen Holzmasken mit Ziegen- und anderen Hörnern sowie die stark riechenden Ziegenfellkostüme werden von Generation zu Generation weitervererbt. Ihr „Auftritt“ findet alljährlich am 6. Dezember im Gefolge von St. Nikolaus statt, der durch das Tor auf den Residenzplatz vor der Kathedrale Einzug hält, um die auf dem Christkindlmarkt ausharrende Bevölkerung zu belohnen oder zu bestrafen. Die Horde von wilden Gesellen verbreiten Angst und Schrecken. In ihren Zottelfellen führen sie wilde Tänze auf unter lärmigem Läuten von Kuhglocken. Ein Krampus springt auf die junge Frau neben mir zu, die höllisch erschrickt und zurückfährt. „Ja, es ist schon zu Übergriffen gekommen, wo sowohl Krampusse als auch Spaliersteher ins Krankenhaus gekommen sind.“ plaudert ein Taxifahrer aus dem Nähkästchen. „Alkoholeinfluss mag hier eine Rolle spielen, aber auch Machismo der Krampusse oder Provokation von seiten des Publikums.“ In Salzburg jedoch wird der Tross finsterer Gesellen von Ordnungskräften eskortiert, die für Sicherheit sorgen.

Nikolaus die Hand schütteln ist dann doch die „Vorsicht ist die Mutter der Porzellankiste“-Variante?! Auf den Schrecken gibt es nach einem exzellenten Menue im „Zum Eulenspiegel“ – vis-í -vis vom Mozart Geburtshaus – erst einmal eine Runde Zirbenschnaps, aus den Zapfen der Zirbelkiefer hergestellt. Ein Allheilmittel für Atemwegserkrankungen und schmerzenden Gliedmaßen. 

Christkindlmärkte und Festung Hohensalzburg

„Stille Nacht, heilige Nacht“ – dieses weltberühmte Weihnachtslied wurde in Salzburg erfunden.“ erzählt Andrea Minnich. Salzburg – glitzernde Geburtsstadt Wolfgang Amadeus Mozarts – im Advent besonders wunderschön mit Lichterglanz geschmückt – verführt mit gleich zwei großen Christkindlmärkten, wo neben hochwertigen Dekorationsartikeln Besonderheiten wie Salzburger Salz in allen möglichen Varianten angeboten wird, zum Kochen, zur äußerlichen Anwendung”¦. Pferdedroschken warten auf Kundschaft zur Rundfahrt. Besonders prächtig geschmückt ist die Chocolaterie Fürst, „Erfinder“ der Mozartkugel. Eine riesige Kolportage der Mozartkugel steht in derAltstadt. Es handelt sich um ein Gesamtkunstwerk, Spaera genannt, von Balkenhol: eine männliche Statue steht auf einer riesigen goldenen Kugel.

Salzburger Nockerln – die unanständig kalorienreiche Spezialität aus gesüßtem Eiweißsoufflé, die die drei Salzburger Berge Mönchs-, Kapuziner- und Gaisberg darstellen, isst man besonders gut im Stiftskeller St. Peter, ältestes Restaurant Europas, wo 803 schon Karl der Große Halt gemacht hat. Auch ansonsten ist die Küche sterneverdächtig (Fallstaff-Guide: eines der besten Restaurants Salzburgs), die festlich dekorierten Räume ebenfalls. St. Peter ist ein riesiges Kloster, das Restaurant ist verpachtet.

Nicht nur im Festspielhaus werden Adventskonzerte gegeben – ein Kinderchor auf den Stufen des Doms erwärmt die Herzen der Zuhörer – der obligatorische Glühwein und andere Kulinaria sorgen für das weitere Wohlbefinden.

Mit der wirklich steil ansteigenden Festungs-Standseilbahn geht’s hinauf zur stolzen Festung Hohensalzburg, zum Festungsrestaurant mit beachtlichem Panoramablick. Nach dem Mahl wird im Burgsaal ein stimmungsvolles klassisches Konzert gegeben mit Mozarts Salzburger Sinfonie, Schubert, Bach, Vivaldi und lustiger Adventsmusik aus dem Salzburger Land. Der damalige Bischof hatte seine Bevölkerung „gut im Griff“: die Kanonen auf der Burg sind nicht etwa gegen Feinde von außen gerichtet, sondern zielen direkt auf die Stadt.

Eine Führung durch das frisch wiedereröffnete Domquartier unten im Tal zeigt die übliche sehenswerte Prunksucht der Kirchenobersten in Gold, Karmesinrot, Glanz und Gloria. Die  prächtige Kathedrale zeigt etwas mehr barocken Einfluss.

Ein Bummel durch die prestigeträchtige Getreidegasse mit dem Geburtshaus Mozarts entführt in ein Märchenland von verspielter Dekoration in und vor den edlen, illustren Geschäften. Der Reichtum von Salzburg von damals wie heute ist unübersehbar. Der Lichterschmuck bringt noch mehr die berühmten Schilder zur Geltung, die zu den Zeiten, als die Bevölkerung des Lesens unmächtig, auf Zeichen angewiesen waren, die auswiesen, was dort feilgeboten wird. In einem Geschäft wird – um das Ganze zu toppen – in dem einen Schaufenster Weihnachts- und im anderen Osterdekoration angeboten.
Die teuersten Geschäfte gibt es – neben unendlich vielen edlen Cafés in der Goldgasse und Judengasse. „Die Juden durften im Mittelalter nicht länger als einen Tag in der Stadt verweilen.“ erläutert Fremdenführerin Katharina das Trauma des jüdischen Lebens über die Jahrhunderte.
Stiegl’s Brauwelt

Für die Freunde des Gersten-/Hopfengetränks wird eine Fahrt zur Brauerei Stiegl angeboten. In einer Art Museum wird die Herstellung des kühlen Nasses erklärt, Bierverkostung inklusive. In einem speziellen Keller sind Biere aus aller Welt gelagert, darunter auch „Snake Venom“(Schlangengift), dem mit 67,5% vol. Alkohol stärksten Bier der Welt, schottischen Ursprungs. Wenn man Loch Ness gesehen hat, vielleicht ein „gutes“ Rezept, die Nerven zu betäuben? Oder war zuerst „Snake Venom“ und dann im Alkoholdelir Loch Ness? In jedem Fall ein unterhaltsamer Ausflug in eine der 170 Brauerein in Österreich – in puncto weltweitem Bierkonsum an zweiter Stelle nach Tschechien. Bei einem Glühbier spezieller Brauart auf dem Christkindl-Markt im Innenhof klingt der Besuch festlich aus.

Adventszauber in Schloss Hellbrunn

Im romantischer Schlosshof des ehemaligen erzbischhöflichen Lustschlosses am Stadtrand mit seinem weitläufigen Park befindet sich ein überdimensionaler Adventskalender mitten im Hellbrunner Adventszauber. Ein Märchenwald aus über 400 Nadelbäumen, geschmückt mit 13.000 roten Kugeln und Lichterketten erfreut das Auge und die Seele. Traditionelle Handwerkskunst zeigt sich bei der Zirbenholz-Verarbeitung zu Windlichtern, Vogelhäusern, Mottenschutz und sogar Betten – eins der authentischen Produkten der Region, die hier auf dem Weihnachtsmarkt angeboten werden in seinem festlichem Dekor. Glas-, Stein-, Keramikkunst neben Schmuck und Schafwollprodukten: Ein außergewöhnlicher Weihnachtsmarkt, der Leute von nah und fern anlockt, nicht zuletzt, um das umfangreiche Begleitprogramm mit Konzerten, Chorgesängen, Kinderstreichelzoo wahrzunehmen. Wer zum Aufwärmen danach einen urigen, typischen Gasthof kennenlernen möchte, sollte sich nach St. Leonhard begeben zum Gasthof Schorn. Im riesigen Hochzeitssaal kommt Stimmung auf!

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Mehr Infos unter: http://www.salzburg.info

Empfehlenswerter Reiseführer für Salzburg-Neulinge: "Salzburg, Salzburger Land" von MERIAN momente

Unterstützungshinweis:

Die Recherchereise wurde unterstützt von Salzburg Tourismus.

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