Rote Lola oder „Muss die CDU pragmatisch sein“? – Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther schielt auf Linke

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Hamburger Hafen
Der Hamburger Hafen. Quelle: Pixabay

Berlin, Deutschland (Weltexpress). Bei der CDU geht es zu wie auf dem Strich der Rotlichtmeile in Hamburg. Der Ministerpräsident von Schleswig-Holstein (SH), Daniel Günther, scheint gewaltigen Druck in der Hose zu haben und liebäugelt seit Neuestem mit der „Roten Lola“. Nein, nicht mit der Dame in Hamburg auf St. Pauli. Günther will sich mit den Linken vereinigen. Nun ja, man ist sich selbst in den höchsten politischen Ämtern für nichts mehr zu schade.

Wie sagte er heute so blumig der „Rheinischen Post“? Wenn Wahlergebnisse es nicht hergeben, ein Regierungsbündnis gegen die Linke zu bilden, müsse die CDU pragmatisch sein und auf sie zugehen. Ein Freier auf der Reeperbahn, der Hauptstraße im Vergnügungs- und Rotlichtviertel an der Elbe, würde es so formuliert haben: Wenn die hübschesten Mädels in den plüschigsten Auslagen bereits andere Kerle bevorzugen, dann muss man halt pragmatisch sein und nehmen, was übrig bleibt, auch wenn die Dame noch so schmuddelig ist. Berührungsängste? Mitnichten, wenn’s der Sache dient.

Und dann fügt er hinzu: „Wenn da vernünftige Menschen in der Linkspartei am Werk sind, vertut man sich nichts damit, nach vernünftigen Lösungen zu suchen.“ Ich erspare es mir jetzt, auch diesen Inhalt auf das Niveau der Herbertstraße runterzubrechen. Nichtsdestoweniger ist der Unterschied nur marginal. Hauptsache, man wird den Druck los. Mit anderen Worten: Irgendwie muss man den eigenen Hintern in Sicherheit bringen. Es kommt einem vor, als entrüstete sich ein Moralapostel öffentlich über den losen Lebenswandel seiner Nachbarin, schleicht sich aber bei Dunkelheit hinüber für ein Schäferstündchen, weil ihn die Ehefrau verlassen hat.

Es scheint für die CDU in SH weder ethische, noch moralische, ja, nicht einmal mehr programmatische Hindernisse zu geben, mit jedem zu fraternisieren, der bereit ist, dabei zu helfen, die eigene Macht zu erhalten. Bedenken werden beiseitegeschoben, völlig gleichgültig, aus welchem Grund der Wähler sich damals für die C-Partei entschieden hat. Nur mit der AfD würde er es nicht so gerne treiben, der Herr Ministerpräsident. Die Linke wird nicht attraktiver, nur weil die „Rote Lola“ aus seinem Blickwinkel Strapse und Reizwäsche trägt.

Dass der Norddeutsche Wendehals für seinen CDU-Hinterbänklerkollegen Ingo Senftleben Verständnis zeigt, der ebenfalls mit den Linken liebäugelt, deckt sich mit seinem Rat an die Parteispitzen der CDU, Offenheit für Koalitionen mit der Partei Die Linke zu zeigen. Das klingt ganz so, als würde er für seinen Seitensprung rein vorsorglich aus Berlin mit einem „absolve te“ einen Freifahrtschein für eine Koalition einholen, mit der eine Zusammenarbeit bislang kategorisch abgelehnt wurde.

Die Glaubwürdigkeit der Politiker etablierter Parteien hat längst ein erbärmliches Niveau erreicht. Und wer bislang glaubte, dass Wähler aufgrund innerer politischer Überzeugungen bei ihren Parteien gut aufgehoben waren, sieht sich abermals belogen, betrogen und hintergangen. Mit dem Schlingerkurs unserer Regierung und ihren kaum noch einschätzbaren Zukunftsaussichten hat die CDU für mich die Talsohle der Unfähigkeit erreicht. Nun aber muss ich feststellen, der Ministerpräsident Günther ist das Loch in der Sohle.

Selbst Damen des horizontalen Gewerbes haben noch so viel Selbstwertgefühl und Ehre im Leib, nicht mit jedem Freier in irgendein x-beliebiges Bett zu hüpfen, selbst wenn es aus deren Sicht manchmal nach einer „vernünftigen Lösung des Überlebens“ aussieht. Denn in dem einen oder andren Fall packt sie einfach nur der Ekel. Den Politiker allerdings nicht.

Anmerkungen:

Vorstehender Beitrag von Claudio Michele Mancini wurde unter dem Titel „CDU-Freier schielen auf die rote Lola“ im Scharfblick am 11.8.2018 erstveröffentlicht.

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